Gedenkfeier zu Farkhundas Mord

26. März 2015

 

Farkhunda hat die afghanischen Frauen zusammengeschweißt. Die 27 jährige wurde am 19. März im Zentrum Kabuls, nur unweit vom Präsidentenpalast, von einem wütenden Mob grausam gefoltert und verbrannt - unschuldig. Gestern kamen mehrere hundert Teilnehmer beim Stephansplatz in Wien zusammen um ihrer zu gedenken und ein Zeichen zu setzen. Auch in Salzburg und Linz protestierten die Menschen zur gleichen Zeit gegen Frauenhass.

von Tanya Kayhan

Gedenkfeier zu Farkhundas Mord, Foto: Murtaza Muhamadi
Gedenkfeier zu Farkhundas Mord, Foto: Murtaza Muhamadi

„Wir verurteilen diesen barbarischen Akt gegen eine afghanische Frau und verlangen die sofortige Strafe der Kannibalen“, sagte Sorabi, eine afghanische Frau auf der Gedenkfeier. Sie und rund dreihundert weitere Menschen kamen am Mittwochabend beim Stephansplatz zusammen um gegen die Lynchjustiz in Afghanistan zu protestieren.

Die junge Frau Farkhunda wurde vor gut einer Woche in Kabul auf offener Straße auf brutalste Weise gelyncht. Eine Gruppe von mehreren hundert Männern schlug auf sie ein, stieß sie von einem Hausdach, überfuhr sie, steinigte und verbrannte sie schließlich. Vor den Augen der Polizei. Ihr Vergehen - das sich später als Lüge herausstellte: Sie soll einen Koran verbrannt haben. Hat sie nicht.

Repräsentanten von den Grünen Frauen, das Biber, der Asylkoordination, vom Österreichischer Integrationsfonds, iranische Menschenrechtaktivisten, internationale Frauenrechtlerinnen, afghanische Vereine und Studenten-Gemeinschaften waren beim Stephansplatz anwesend. Der oberösterreichische Bundesrat der Grünen, Efgani Dönmez, hat in der Linzer Gedenkfeier den Mord scharf verurteilt.

Mahsa Abdulzadeh, frauenpolitische Referentin der Grünen Frauen hat ihre Solidarität für afghanische Frauen und für jene, die weltweit für Meinungsfreiheit kämpfen, bekundet. Sie hat die Frauen in Kabul ermuntigt Farkhundas Sarg zu tragen. Etwas, was in Afghanistan verhöhnt wurde.

Die Gedenkfeier beginnt mit einem Trauerlied für das Opfer,  anschließend eine Schweigeminute. Zudem wurden Gedichte, Artikel und Reden über die junge Frau vorgetragen sowie Kerzen angezündet und  Blumen niedergelegt.  

Nariman Saleh, ein iranischer Journalist, kritisierte den afghanischen Präsidenten und forderte ihn zu mehr Engagement gegen Frauenfeindlichkeit auf. Das zahlreiche Erscheinen der Gedenkfeier-Teilnehmer hat er als „Zeichen des Widerstands gegen Extremismus“ gelobt.

Die Gedenkfeiern endeten mit der Verabschiedung einer Resolution, die die afghanische Regierung dazu auffordert, die Täter mit der Höchststrafe verurteilen zu lassen, die Aktivitäten von Imamen und religiösen Führern deutlich mehr kontrolliert werden müssen und die Öffentliche Hinrichtungen müssen verhindert werden.  

Gedenkfeier zu Farkhundas Mord, Foto: Murtaza Muhamadi
Gedenkfeier zu Farkhundas Mord, Foto: Murtaza Muhamadi

Die Menschen brachten Kerzen und Blumen zum Stephansplatz um um Farkhuda zu trauern und ihrer zu gedenken.

Gedenkfeier zu Farkhundas Mord, Foto: Murtaza Muhamadi
Gedenkfeier zu Farkhundas Mord, Foto: Murtaza Muhamadi

Gedenkfeier zu Farkhundas Mord, Foto: Murtaza Muhamadi
Gedenkfeier zu Farkhundas Mord, Foto: Murtaza Muhamadi

"I am Farkhuda" - Frauen solidarisieren sich der jungen Frau und protestieren gegen Frauenhass

Gedenkfeier zu Farkhundas Mord, Foto: Murtaza Muhamadi
Gedenkfeier zu Farkhundas Mord, Foto: Murtaza Muhamadi

Mehr als 300 Menschen versammelten sich.

Gedenkfeier zu Farkhundas Mord, Foto: Murtaza Muhamadi
Gedenkfeier zu Farkhundas Mord, Foto: Murtaza Muhamadi

"Meine Schwester Farkhunda" steht auf dem Plakat, das die Männer halten.

Mahsa Abdulzadeh, Foto: Murtaza Muhamadi
Mahsa Abdulzadeh, Foto: Murtaza Muhamadi

Von den Grünen Frauen spricht Mahsa Abdolzadeh

 Foto: Murtaza Muhamadi
Foto: Murtaza Muhamadi

 Foto: Murtaza Muhamadi
Foto: Murtaza Muhamadi

Ein Bild, extra für die Gedenkfeier gemalt.

linz
linz

Zur gleichen Zeit in Linz am Mittwochabend um 19 Uhr: Die Menschen setzen ein Zeichen für Farkhunda.

salzburg
Salzburg

Auch in Salzburg: Zeichen der Trauer und des Protests.

Wien, Foto: Murtaza Muhamadi
Wien, Foto: Murtaza Muhamadi

Blogkategorie: 

Das könnte dich auch interessieren

BLAB
Was Frau bewegt Zeig mir dein Insta-...
toto
„Die Leiden des jungen Todor“ Von...

Anmelden & Mitreden