Großes Interesse an ersten Open Air Iftar auf Wiener Straßen

11. Juni 2017

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Großes Interesse am ersten Open Air Iftar auf Wiener Straßen
Foto: Džemat Bosna

Traumhaftes Wetter, großartige Kulinarik und herausragende Musik und Koranrezitationen - Mehr als 2000 Besucher brachen gestern am Abend ihr Fasten am Wiener Open Air Event der bosnischen Moschee. Zum ersten Mal wurde in Wien ein öffentliches Iftar-Essen organisiert, das in Form von einem Straßenfest stattgefunden hat. An der vielfältigen Veranstaltung von „Džemat Bosna“ haben auch viele Nicht-Muslime teilgenommen. Man nutzte den Event um den gegenseitigen Dialog, die Begegnung und das Miteinander in der Nachbarschaft zu fördern. 

Ramadan und Iftar (Fastenbrechen) ist bereits ein Bestand des kulturellen Leben Wiens. Der Fastenmonat ist nicht nur gelebte Spiritualität, sondern sie bedeutet für Musliminnen und Muslime auch Geselligkeit und Zusammenkommen. Menschen verschiedener Herkunft treffen sich, essen gemeinsam, reden und tauschen sich aus. Viele nehmen sich auch ihre Freunde und Nachbarn mit. Aus diesen Anlässen öffnete die bosnische Moschee in der Hippgasse gestern ihre Türen und lud offen zum gemeinsamen Fastenbrechen ein. Gemeinsam mit den Nachbarn, Passanten und Freunden hatte man eine erfüllte Zeit in Dialog und Genuss.

Großes Interesse am ersten Open Air Iftar auf Wiener Straßen
Foto: Džemat Bosna; Religiöse Lieder in verschiedenen Sprachen werden gesungen

Großes Interesse am ersten Open Air Iftar auf Wiener Straßen
Foto: Džemat Bosna; Plakat zur Begrüßung

Wiener Schnitzel, bosnischer Burek und türkische Baklava

„Ramadan ist auch Dialog, denn beim Essen kommen die Leute zamm“

äußerte sich eine türkische Besucherin. Nicht nur die Nachbarn genossen das vielfältige Programm mit mehrsprachigen Ilahis (religiöse Lieder). Manche Anrainer gingen tanzend vorbei und manche Passanten haben sich auch gleich zum Tisch hingesetzt. Mit rund 2000 Gästen zog das Open Air Iftar Festival eine zufriedenstellende Bilanz. Verschiedene Ehrengäste hielten vor der hervorragenden Musik eine kurze Ansprache:

Pfarrer Mag. Wolfgang Bartsch von Dialog 16,

Abgeordneter der Wiener Gemeinderat Omar Al-Rawi (SPÖ),

Thomas Brandstätter vom Bezirksrat,

Präsident der bosnische Kultusgemeinde Mag. Abdulmedžid ef. Sijamhodžić,

und Moschee-Imam  Mag. Mersad ef. Muratović

Großes Interesse am ersten Open Air Iftar auf Wiener Straßen
Foto: Džemat Bosna; Nach dem Gebetsruf (Ezan) wurde das Fasten gebrochen

Großes Interesse am ersten Open Air Iftar auf Wiener Straßen
Foto: Bosniakisch Muslimischer Sozialdienst Jugend; Zu Beginn das Kunstwerk der muslimischen Jugendlichen

Großes Interesse am ersten Open Air Iftar auf Wiener Straßen
Foto: Džemat Bosna; Miteinander reden und auf das Fastenbrechen (Iftar) warten

Nächstes Jahr auch geplant

Viele muslimische Jugendliche bewiesen am Festival große Hilfsbereitschaft. An den Vorbereitungen waren nämlich auch andere muslimische Jugendorganisationen beteiligt. Alle genossen den lauwarmen Abend und die bestellten 1200 Essen reichten nicht aus. Wie es sich gehört, teilten deshalb alle das Essen solidarisch mit ihren Sitznachbarn. Ein sichtlich alkoholisierter Anrainer regte sich auf. Daraufhin bat der Vorstand ihn doch sich dazu zusetzen. Ein Veranstaltungsmanager berichtete dem Biber:

„Es wurden vor zwei Wochen alle Nachbarn persönlich eingeladen (Einladung unten). Insgesamt waren es ca. 200 Familien und in den letzten Wochen sind viele von Ihnen das erste Mal in die Moschee gekommen. Sie haben sich für die Einladung herzlich bedankt. Wir wollten unser Iftar dazu nutzen, Ängste gegenüber MuslimInnen abzubauen und das gemeinsame verschiedener Religionen über das Trennende zu stellen.Ca. 20% der Gäste gestern waren nicht-muslimische Nachbarn und zufällige Passanten. Das Feedback war sehr positiv und ermutigend. Deshalb wollen wir es nächste Jahr noch einmal machen.“

Großes Interesse am ersten Open Air Iftar auf Wiener Straßen
Foto: Džemat Bosna; Über 2000 Gäste waren anwesend

Großes Interesse am ersten Open Air Iftar auf Wiener Straßen
Foto: Džemat Bosna; Einladung für die Nachbarn

Großes Interesse am ersten Open Air Iftar auf Wiener Straßen
Foto: Abdullah Bag

Meine Wenigkeit fand auch die Gelegenheit beim Open Air Iftar der Džemat Bosna in Ottakring teilzunehmen. Ich fand das einzigartige Programm mit seiner tollen Atmosphäre hervorragend und war mit Allem sehr zufrieden. Meine Hoffnungen liegen darin, dass alle anderen Muslime dieses Event als Vorbild nehmen und genauso solche ausgezeichneten Events veranstalten.

 

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