Im Bett mit Google

05. Mai 2021

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(c) Adam Bezeczky

Der neue, smarte Bilderrahmen Google Nest Hub 2 kann nun auch den Schlaf überwachen. Dazu wird das Gerät einfach auf das Nachtkasterl gestellt, als Nutzer muss man eigentlich nur noch schlafen. Nach dem Aufwachen erhält man am Handy eine Analyse der Schlafdauer und -qualität. Mein Google Nest Hub 2 sagt mir, ich müsste früher ins Bett.

Wir alle kennen das Problem. Es ist eigentlich Schlafenszeit, aber trotzdem schaut man sich noch ein letztes Video auf YouTube an oder den Social Media Feed durch. Um also eine Motivation zu haben, habe ich mich heroisch dazu entschieden, meinen Schlaf von Nest Hub 2 analysieren zu lassen. Zunächst ist man als privacy-affiner Mensch erstmal skeptisch, ein Gerät mit Mikrofonen ins Schlafzimmer zu stellen. In der Praxis ist es dann aber doch so, dass man nicht über Staatsgeheimnisse in der Hapfn redet. Außerdem kann das Mikrofon des Geräts stummgeschaltet werden. Ist also diese geistige Hürde überwunden, gilt es, den richtigen Platz für das Nest Hub 2 zu finden.

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(c) Google

Es sollte am besten am Nachtkasterl stehen, damit die Sensoren den Körper "sehen". Sensoren erfassen die ganze Nacht über Änderungen der Liegeposition, des Lichteinfalls und ein eventuelles Husten. Auch die Atemfrequenz wird gemessen. Eine Analyse findet, wie mit den meisten Fitnessgeräten die es zu kaufen gibt, grob statt. Natürlich sind diese Werte keine ärztliche Fachdiagnose, ein wenig Mitdenken ist immer gefragt: wenn in der App über die ganze Nacht Hustenattacken aufgezeichnet worden sind, ist es vielleicht angeraten, einen echten Arzt aufzusuchen.

Meine Schlafqualität liegt bei durchschnittlich 90 Prozent – das ist schon mal gut. Das Problem, auf das mich auch die Google Fit App extra hinweist, ist das zu späte zu Bett gehen. Eigentlich sollte ich um 23 Uhr bereits pennen, um auf meine 8 Stunden Schönheitsschlaf zu kommen. Meist grundel ich bei 6 – 6,5 Stunden dahin. Erklärt auch, warum ich in der Früh so schwer aus den Federn komme.

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Der Google Nest Hub 2 sagt schon mit dem Namen, was es sein möchte: die Kommandozentrale des smarten Zuhauses. Das Gerät kommt mit einem klaren und farbenfrohen 7 Zoll großen Touchscreen-Display daher, und fügt sich angenehm in jede Umgebung ein. Die Displayhelligkeit passt sich dank Lichtsensor der Umgebungshelligkeit an, brennt einem also die Augen auch in der Nacht nicht raus. Wecker stellen geht unkompliziert über Stimmkommandos oder Touch-Eingabe. Wecktöne können mit einer Art Lichtwecker kombiniert werden, bei dem der Bildschirm schrittweise heller wird – in meinem Fall eher egal, weil ich bis zum Läuten des Weckers eh im Koma bin.

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Was ich gerne gehabt hätte ist, dass mich der Wecker mit dem Abspielen meiner Lieblingsplaylist weckt. Das konnte ich bisher noch nicht einstellen, allerdings soll das Nest Hub 2 im Herbst ein großes Software-Update erhalten. Die bisherigen Funktionen, also Netflix, Spotify und der persönliche Assistent funktionieren dagegen einwandfrei und sind sehr praktisch. Mit sogenannten Routinen können auf bestimmte Sprachkommandos Befehlsketten ausgelöst werden – zum Beispiel werden einem die wichtigsten Nachrichten vorgelesen und die Einträge im Kalender für den aktuellen Tag angezeigt. Die Bedienung ohne Berührung des Touchscreens funktioniert auch: so kann das Nest Hub 2 in der Küche zum Gehilfen werden. Das alles ist schon sehr futuristisch und praktisch.

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Der Preis mit rund 100 Euro ist moderat bemessen, und man erhält dafür ein praktisches Gadget für das Wohn- und Schlafzimmer. Wer Aluhüte trägt oder aus Privacygründen nur ein Tastentelefon verwendet, wird auch mit diesem Gerät nicht glücklich werden. Für uns Durchschnittsmenschen würde ich es aber auf jeden Fall empfehlen.

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