Kid Pex und Kroko Jack rechnen mit der Regierung ab

15. November 2018

Das neue Video "So viel Polizei" von Kid Pex und Kroko Jack zeigt in einer Parodie den alltäglichen Wahnsinn der schwarzblauen Regierung. Dabei stellt sich die Frage, ob die Grenzen der künstlerischen Freiheit überschritten wurden.  

„I tät den Gabalier net an die Wand stellen lassen, aber samma sie ehrlich, eigentlich gehört er…“

Im Innenministerium sitzt der Prototyp eines waschechten Ösis: Er liest die Kronen Zeitung, während er seine Leberkäse isst und sein Bier schlürft. Nebenbei verteilt er negative Asylbescheide. Strache und Kurz laufen auf allen vieren um die Wette und Kickl reitet in der Lederhose ein Hüpfpferd. Auch Volksrocker Andreas Gabalier kriegt sein Fett ab. Diese Bilder des satirischen Musikclips sollen laut Kid Pex wiedergeben, was in Österreich momentan schief läuft. 

„I tät den Gabalier net an die Wand stellen lassen, aber samma sie ehrlich, eigentlich gehört er…" Das ist wohl auch die fragwürdigste Textstelle in dem Video. Denn auch, wenn der Satz nicht zu Ende gesprochen wird, gibt er doch wenig Interpretationsfreiraum, da eine Handpistole auf den Musiker gerichtet ist.

Gabaliar

Was darf Rap?

Auf die Frage, ob diese Art von verbaler Aggression nicht kontraproduktiv oder gar schon hetzerisch sei, hat der Rapper eine klare Antwort. „Im Rap kannst du dir im Unterschied zu anderen Musikrichtungen einfach mehr leisten. In Österreich traut man sich eh noch relativ wenig im Vergleich zu Deutschland.“ Rap Musik käme im Punkte künstlerischer Freiheit gar eine Sonderstellung zu, da diese losgelöst sei von allen Hemmungen „Rap war schon immer so. Ich nehme mir einfach die Freiheit, Musik mit politischer Message zu machen“ so Kid Pex. Falls dies für einen Aufschrei sorgen sollte, dann sei es halt so. Man könnte auch nicht mehr an die Vernunft appellieren und bräuchte andere Methoden politisches Botschaften zu vermitteln. „Genau dafür ist eben Rap gemacht“, fügt der geborene Kroate zu. 

Kid Pex sieht das Video als eine Art Reaktion auf die täglichen Ereignisse im Land. Er meint wohl damit den wachsenden Rassismus seit dem Regierungsantritt Schwarz/Blau. Dabei sei für ihn eine Diskussion über die Überschreitung von Grenzen eines Künstlers nahezu lächerlich, wenn man bedenkt, was sich die Rechten alles erlauben. „Wir brauchen Gesichter, die sich klar dagegen stellen“, sagt er.

kid pex

„Es ist eine Zeit, in der man nicht apolitisch sein kann“

„Es ist eine Zeit, in der man nicht apolitisch sein kann“ meint Kid Pex auf die Frage, welche Botschaft das Video vermitteln soll.  Für ihn sei das Video eine Form, seinen Frust über die Lage auszulassen. So sei das Video nicht nur an die Elite Klasse der bösen Jungs a la Strache, Kurz und Kickl gerichtet, sondern auch an die vermeintlich guten Roten, die sich als Heuchler entpuppt haben. „Ich habe viele Fans verloren, seitdem ich mich so stark politisch äußere, aber um ehrlich zu sein, finde ich das gut. Menschen, denen mein Aktivismus für geflüchtete Menschen ein Dorn im Auge ist, brauch ich auch nicht.“ Für den Rapper kommt es nicht in Frage zu schweigen, in Zeiten, in denen alles politisch ist. Er nahm bereits im Jahre 2000 bei den Donnerstag Demonstrationen teil, wie man auf dem Foto unten sieht und tut es nun aus gegeben Anlass wieder.

do demo

Das er sich dabei Feinde macht, nimmt er in Kauf. Tatsächlich habe er einen besseren Ruf genossen, als er noch nur „Jugo-Musik“ gemacht hat. Mittlerweile haben sich viele Kroaten und Serben, die sich als „Blau-Wähler“ geoutet haben, von ihm abgewandt. Er habe sich bewusst für den unbequemeren Weg entschieden trotz allen Schwierigkeiten, die dieser mit sich bringen würde.

Blogkategorie: 

Das könnte dich auch interessieren

Mina Ahadi
  Mina Ahadi wuchs in einer streng...
.
Der Kampf der Regierung gegen das...
Und jetzt?
Generation AMS? Fehlanzeige. Von...

Anmelden & Mitreden