Konvertieren für die Liebe

11. März 2015

Nicht fake: Amir und Marion lieben sich wirklich. Der Afghane und die Wienerin kämpften gegen Vorurteile aus der Familie, dabei ist Marion aus Überzeugung zum Islam konvertiert. Das Kopftuch ist kein Problem für sie, schlimmer fand sie die katholische Kirchensteuer. Ein Einblick in eine austro-afghanische Ehe!

von Tanya Kayhan

 

Karimi Familie, Foto: Tanya Kayhan
Karimi Familie, Foto: Tanya Kayhan

„Der größte Beweis der Liebe meiner Frau war ihre Konversion zum Islam.“ sagt der 24 jährige Amir Karimi. Amir kommt aus Ghazni, einer unsicheren Provinz im Zentralafghanistan. Seine Frau, die 21-jährige Marion kommt aus Wien. Samira, Elmira und Elyas heißen ihre Kinder.

Ein ungesicherter Aufenthaltsstatus ist nicht selten Grund für eine binationale Heirat. Viele Hinzugezogene aus Entwicklungsländern wählen einen „westlichen“ Ehepartner aus, damit sie einen gesicherten Aufenthaltsstatus in dem jeweiligen Land bekommen. Die meisten dieser Ehen enden mit der Scheidung nach Erhalt eines positiven Bescheids. Nicht so bei Amir und Marion.

Während des Bürgerkriegs in Afghanistan floh Amirs Familie in den Iran als er noch ein Baby war. Weil Amir keinen positiven Asylbescheid bekam, wurde er jedoch nach 17 Jahren von der iranischen Regierung des Landes verwiesen. Doch auch in Afghanistan konnte er nicht bleiben: Die Taliban kämpfen auch gegen die „Hazara“, der ethnischen Minderheit, der er angehört. Amir floh nach Österreich.

In seinem ersten Jahr in Österreich erhielt Amir einen negativen Asylbescheid enttäuscht. Aber er traf seine Liebe: Marion. Sie ermutigte ihn in Österreich zu bleiben. Nach eineinhalb Jahren Beziehung hegten beide den Wunsch zu heiraten. Selbst gegen den Willen der Eltern. Familie hatte Sorge, dass Amir eine falsche Identität vortäuschen würde. Auch Amirs Familie im Iran war nicht angetan von der potenziellen Schwiegertochter – einer Österreicherin.

Aller Anfang ist schwer

Trotzt der Unzufriedenheit ihrer beiden Familien haben die beiden geheiratet. Ein beidseitiger Liebesbeweis. Marions Mutter brach sogar für zwei Jahre den Kontakt zu ihrer Tochter ab. Erst die Geburt des ersten Kinds hat wieder die Verbindung zwischen Mutter und Tochter hergestellt. Marions zweiter Beweis ihrer Liebe war, dass sie ihre Religion verließ und aus dem römisch-katholischen zum Islam konvertierte. Jetzt trägt sie ein Kopftuch und lernt die persische Sprache. „Ich habe bekommen, wonach ich gesucht habe. Was ich am meisten an der afghanischen Kultur mag, ist die Gastfreundlichkeit und den Umgang untereinander, “ sagt Marion.

 „Marion war Köchin, deswegen lernte sie schnell afghanisches Essen zuzubereiten und sie liebt es sich um die Kinder zu kümmern, weil sie sehr geduldig ist.“ sagt Amir. „Sie hatte nicht viele Beziehungen vor mir, also passt sie gut in meine Kultur“, fügte er hinzu.

Happy Ending

Die Bedenken der Familien waren unbegründet – Marion und Amirs Ehe ist glücklich. Mit großen Beziehungsproblemen haben die beiden nicht zu kämpfen. Toleranz, Verständnis und gemeinsame Stärke sind die Werkzeuge, die sie dagegen nutzen. Jetzt genießen die beiden die unbeschwerten Tage ihrer Ehe. Amir macht eine Ausbildung zum Installateur und Marion kümmert sich um ihre Kinder. Marion möchte ihren Landsfrauen ans Herz legen offener für Beziehungen mit Männern aus anderen Kulturen zu sein, weil sie selbst „mit ihrer Auswahl nicht zufriedener sein“ könnte.

 

 

Tanya Kayhan absolviert derzeit die biber-Akademie. Sie ist afghanische Journalistin, die seit vier Jahren in Österreich lebt. Deswegen einfach ein Auge zu drücken, falls ihr den ein oder anderen Fehler in ihren Blogs entdeckt. Aller Anfang ist schwer und ihr seid bestimmt auch keine Profis in Persisch

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Kommentare

 

„Sie hatte nicht viele Beziehungen vor mir, also passt sie gut in meine Kultur“
What the Fail????!!!
Macho-Kultur oder was? Nur eine jungfräuliche Frau ist eine gute Frau oder wie? Wie anti-emanzipatorisch ist denn das??

 

Ich hätte doch gerne mal gewußt, wieso es so gut wie immer Frauen sind, die "aus Liebe" zum Islam konvertieren. Warum höre ich solche Liebesbeweise nicht von den muslimischen Männern? Warum konvertieren die nicht aus Liebe zum Christentum? Die obige Dame beweist also ihre Liebe, in dem sie zu seiner Religion konvertiert, in dem sie Kopftuch trägt, in dem sie seine Sprache lernt (wofür eigentlich? Hat man vor in ein persischsprachiges Land zu ziehen? Wie gut ist eigentlich sein Deutsch?), die Küche seiner Heimat kochen lernt. Und wie schön, dass sie gut in seine Kultur paßt - in Österreich. Wie sieht es denn umgekehrt aus? Zählt ihre Kultur auch? Irgendwie vermisse ich seine Liebesbeweise. Bisher lese ich nur, wie er nimmt. Was gibt er im Gegenzug? Sorry, aber alles ziemlich einseitig. Wobei ich natürlich nicht beurteilen kann, ob es dieses Geben nicht gibt, oder ob einfach nur nicht die richtigen Fragen gestellt wurden. Auch für die afghanische Journalistin schien es offenbar viel zu selbstverständlich zu sein, dass die österreichische Frau sich selbst in Österreich gefälligst in allem ihrem afghanischen/muslimischen Ehemann anpasst.

"Das Kopftuch ist kein Problem für sie, schlimmer fand sie die katholische Kirchensteuer."

Was für eine dämliche Aussage. Sie hätte sie ja nicht zahlen müssen. Hätte nur aus der Kirche austreten brauchen. Denn das ihr Glaube ihr eh nicht so wichtig ist bzw. war, hat sie ja wohl eindrucksvoll bewiesen.

"Was ich am meisten an der afghanischen Kultur mag, ist die Gastfreundlichkeit und den Umgang untereinander,"

Na dann kann sie ja mal für einige Zeit nach Afghanistan gehen und dort den Umgang mit Frauen bewundern.

 

Zweiter Versuch. Könnt Frau Kayhan wirklich keine kritische Meinung ertragen oder hat sie schlicht keine Antworten auf meine Fragen und drückt sich daher feige? Kein schöner Zug bei einer Journalistin, nur die Meinungen zuzulassen, die ihr bequem sind.

Ich hätte doch gerne mal gewußt, wieso es so gut wie immer Frauen sind, die "aus Liebe" zum Islam konvertieren. Warum höre ich solche Liebesbeweise nicht von den muslimischen Männern? Warum konvertieren die nicht aus Liebe zum Christentum? Die obige Dame beweist also ihre Liebe, in dem sie zu seiner Religion konvertiert, in dem sie Kopftuch trägt, in dem sie seine Sprache lernt (wofür eigentlich? Hat man vor in ein persischsprachiges Land zu ziehen? Wie gut ist eigentlich sein Deutsch?), die Küche seiner Heimat kochen lernt. Und wie schön, dass sie gut in seine Kultur paßt - in Österreich. Wie sieht es denn umgekehrt aus? Zählt ihre Kultur auch? Irgendwie vermisse ich seine Liebesbeweise. Bisher lese ich nur, wie er nimmt. Was gibt er im Gegenzug? Sorry, aber alles ziemlich einseitig. Wobei ich natürlich nicht beurteilen kann, ob es dieses Geben nicht gibt, oder ob einfach nur nicht die richtigen Fragen gestellt wurden. Auch für die afghanische Journalistin schien es offenbar viel zu selbstverständlich zu sein, dass die österreichische Frau sich selbst in Österreich gefälligst in allem ihrem afghanischen/muslimischen Ehemann anpasst.

"Das Kopftuch ist kein Problem für sie, schlimmer fand sie die katholische Kirchensteuer."

Was für eine dämliche Aussage. Sie hätte sie ja nicht zahlen müssen. Hätte nur aus der Kirche austreten brauchen. Denn das ihr Glaube ihr eh nicht so wichtig ist bzw. war, hat sie ja wohl eindrucksvoll bewiesen.

"Was ich am meisten an der afghanischen Kultur mag, ist die Gastfreundlichkeit und den Umgang untereinander,"

Na dann kann sie ja mal für einige Zeit nach Afghanistan gehen und dort den Umgang mit Frauen bewundern.

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