Liebe Mädels und Jungs, die Zeit ist JETZT

24. Februar 2016

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uno youth assembly nyc
Foto: Veronika Lukashevich

Am 17. und 18. Februar 2016 fand die Youth Assembly Konferenz der Vereinten Nationen in NYC statt. Samt zahlreichen engagierten Jungdelegierten nahm ich an diversen Veranstaltungen teil, um mich mit den aktuellen thematischen Schwerpunkten der UNO vertraut zu machen.

Denkt man an die letzte große mediale Präsenz der Vereinten Nationen, kommt einem sofort die inspirierende Rede von Emma Watson zum Thema Gleichberechtigung der Geschlechter in den Sinn. Im September 2014 startete sie ihre HeForShe-Kampagne, um Männer weltweit dazu zu animieren, sich für Frauenrechte einzusetzen. Im September des darauffolgenden Jahres wurde die neue Agenda für nachhaltige Entwicklung verabschiedet. Es handelt sich um 17 stark ambitionierte Ziele, die im Laufe der nächsten 15 Jahre erreicht werden müssen. Sie stellen die „verbesserte Version“ der im Jahr 2000 beschlossenen acht Milleniumsziele dar.

Die Youth Assembly-Konferenz in New York City ist eine einzigartige Plattform für engagierte Jugend, um einen Dialog mit UN Delegierten, dem privaten Sektor sowie zahlreichen Anwesenden aus unterschiedlichsten Ländern zu initiieren. Man bekommt die besondere Möglichkeit, mit Menschen in Kontakt zu treten, die eigene Organisationen starten (möchten), um ihren Beitrag für eine nachhaltige Welt zu leisten. Für mich war die Konferenz die ideale Möglichkeit, mein Wissen über Gleichstellung der Geschlechter zu erweitern.

Gleichstellung der Geschlechter befindet sich auf Platz fünf der 17 Ziele nachhaltiger Entwicklung. Auch im Jahr 2016 ist diese Problematik stark in unserer Gesellschaft verankert, unabhängig davon, in welchem Land man lebt. Frauen aus allen Ländern dieser Welt haben mindestens eine Form von Diskriminierung aufgrund ihres Geschlechts erfahren. Sie haben mindestens einmal in ihrem Leben Ungerechtigkeit erlebt und sich im privaten, öffentlichen oder beruflichen Leben vernachlässigt gefühlt. Woher stammt diese Ungerechtigkeit? Sie ist von tief verankerten Stereotypen und einer rigiden traditionellen Weltsicht abgeleitet. Fakt ist, dass Gewalt gegen eine Frau am häufigsten von ihrem Partner ausgeübt wird. An dieser Stelle frage ich mich: Wie können wir Gleichberechtigung in allen Sphären unseres Lebens anstreben, wenn der Mensch, der uns am nächsten steht, sich frei fühlt, eine Frau zu erniedrigen? Wir müssen lernen zu verstehen, dass Diskriminierung nicht immer explizit auf der Oberfläche zu finden ist. Sie ist unterschwellig, schleicht sich an uns heran und bettet sich in unsere Denkweise  - der Männer und Frauen - ein. Wir müssen die Wurzeln unserer Vorurteile herausreißen und verstehen, dass Frauenrechte fundamentale Menschenrechte sind. Gleichzeitig ist Gleichberechtigung eine grundlegende Notwendigkeit für ein friedliches, nachhaltiges Leben.

An dieser Stelle kommt ihr ins Spiel. Liebe Mädels und Jungs, es sind 1.8 Milliarden von euch da draußen und wir brauchen eure Hilfe. Veränderung kann nur erreicht werden, wenn wir willig sind, unsere Einstellung zu ändern, damit sie dem tatsächlichen gesellschaftlichen Fortschritt entspricht. Dem Fortschritt, den wir verdienen. Setzt euch für Dinge ein, die euch wichtig sind. Setzt euch für Menschen, Jungs und Mädchen, ein, wenn ihr Zeuge von Ungerechtigkeit werdet. Macht den Mund auf, sagt eure Meinung, tut, was auch immer ihr wollt, solange ihr nicht schweigt.

Abschließend möchte ich Monique Coleman zitieren, die bei der Konferenz das Schlusswort ergriffen hatte. Sie sagte: “Wir sind der Herzschlag der Veränderung”. Die Zeit ist jetzt.
Wer wird es tun, wenn wir es nicht tun?

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