Mama, wie heißt das auf „Hallo“?

03. November 2015

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Eltern bei lingua multi
Foto: Simone Egarter

Zwetelinas Kinder wachsen mit Spanisch, Deutsch und Bulgarisch auf. Die Kinder konsequent mehrsprachig zu erziehen fällt auch der Sprachwissenschaftlerin Zwetelina Ortega nicht immer leicht. In ihren Beratungskursen von „lingua multi“ vermittelt sie daher polyglotten Eltern die wichtigsten Grundlagen für eine erfolgreiche, mehrsprachige Erziehung ihrer Sprösslinge.

Eltern in der Rolle von Sprachtrainern

In einer globalisierten Welt werden mehrsprachliche Fähigkeiten immer wichtiger. Bilingualismus kann also nur ein Vorteil für jedes Kind sein.

Die frühkindliche Spracherziehung ist aber auch mit viel Arbeit der Eltern verbunden. Die Annahme, dass Kindern Mehrsprachigkeit „einfach in den Schoß fallen würde“, ist falsch, aber der Aufwand ist „lohnenswert“, meint die Sprachwissenschaftlerin. Zwetelina, die mit Deutsch und Bulgarisch aufwuchs, ist heute mit einem Spanier verheiratet.  Mit ihren Kindern spricht sie Bulgarisch, der Vater bringt ihnen Spanisch bei und im Kindergarten lernen sie Deutsch. Damit das reibungslos funktioniert müssen die Sprachen konsequent voneinander getrennt werden. Mit der Mama wird Bulgarisch geübt, wenn sie mit dem Papa alleine sind wird ausschließlich Spanisch gesprochen. Mütter und Väter begeben sich in die Rolle der Sprachtrainer. Dies kann im Alltag sehr belastend und anstrengend sein. Für die Kinder darf dabei allerdings kein Druck entstehen und die mehrsprachige Erziehung muss natürlich und lustvoll passieren.

Zwetelina Ortega
Foto: Simone Egarter

Kauderwelsch

Kinder haben von Geburt an mehrere Sprachsysteme. Das heißt, Kinder versuchen sprachliche Regeln zu erkennen und wiederzugeben. Kleinkinder können sehr wohl zwischen verschiedenen Sprachen unterscheiden. Wenn mehrsprachige Kinder im Alter von zirka zwei Jahren zu sprechen beginnen, vermischen sie jedoch am Anfang die unterschiedlichen Sprachen. Das mag viele Eltern erschrecken, ist aber ein ganz natürlicher Lernprozess des Kindes, sagt Zwetelina. 

Dominante Sprache

Je weniger Wortschatz das Kind hat, umso uninteressanter und schwächer wird die Sprache.  Es gibt immer eine dominante und eine schwächere Sprache. Ausschlaggebend dafür ist die Häufigkeit der Sprache, wer mit den Kindern spricht, das Umfeld und die Qualität des Inputs. Kinder entscheiden aber auch selbst, welche Sprache ihnen angenehmer ist. Da will dann Zwetelinas Tochter lieber „Schneewitchen auf „Olá“ (Spanisch)“ anschauen und fragt auch schon mal selbstständig nach wie das „Dingsda“ auf „Hallo“ (Deutsch) heißt.

 

Beratung und Workshops:

lingua multi

Zwetelina Ortega

www.linguamulti.at

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