Lasst mir meinen Glauben!

11. Juni 2015

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Gläubig, Religion, Christentum
Foto: Ernst Weingartner / picturedesk.com

Ich bin gläubig. Aber nicht religiös. Ein-und dasselbe? Nicht für mich.

Ich glaube an Gott, weil es mich stärker macht. Mir gefällt die Vorstellung, dass es jemanden gibt, der immer auf meiner Seite ist, dazu noch allmächtig ist und es extrem gut mit mir meint. Ich glaube demnach an einen guten Gott, der mich liebt und mich mit allen meinen Fehler toll findet. Keine Ahnung, ob es ihn wirklich gibt oder nicht aber es ist mir letztendlich auch egal. Placebo-Effekt ist schließlich auch ein Effekt.

Glaube kommt also aus dem Inneren. Mit Religion verbinde ich aber von anderen Menschen vorgeschriebene Regeln, mit denen ich mich oft nicht identifizieren kann. Noch größeres Erschaudern bereiten mir Leute, die meinen mich von ihren religiösen Praktiken überzeugen zu müssen. Du möchtest dich verhüllen? Dann tu das. Du möchtest jeden Sonntag in die Kirchen gehen? Go for it. Du möchtest mich dafür verurteilen, dass ich das nicht mache? Geh scheißen.

Hobby-Theologen

Vor allem in den ex-jugoslawischen Ländern geht mir dieses religiöse Revival tierisch auf die Nerven. Bis vor paar Jahrzehnten haben viele im Kommunismus nicht mal ihre Kinder taufen lassen und jetzt auf einmal sind alle wahnsinnig religiös und praktizierende Was-auch-immer. Das ist mir speziell beim diesjährigen Ostern aufgefallen. Weil jeder denkt, er weiß wie es richtig gehört, entstehen nervenaufreibende Diskussionen. „Ich verzichte auf Fleisch“, „ich faste auf Wasser“, „ich höre auf zu atmen“. Ein richtiger Wettbewerb wird das.

Aber viel zu wenige machen sich Gedanken darüber, wie sie wirklich gute Menschen sein könnten. Wenn du beispielsweise beim Fasten andere Leute dafür kritisierst, dass sie das nicht machen, dann nimm lieber ein fettes Steak in den Mund und halt die Klappe. Denn das wäre frommer. Das einzige was wir alle befolgen sollten, ist zu lieben und hier auf dieser Welt etwas Wertvolles zu hinterlassen.

Glaube ist für mich etwas irrsinnig Persönliches. Und ich möchte so glauben, wie es sich für mich richtig anfühlt, ohne äußeren Druck. Ist das echt zu viel verlangt?

 

 

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Kommentare

 

Würden das mehr Menschen genauso sehen, hätten wir es vermutlich schöner auf der Welt.

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