Misandrie – Wenn Frauen Männer hassen

03. Februar 2016

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Frau Mann
Foto: pixabay.com

Die weit verbreitete These, nach welcher Feminismus mit generalisiertem Männerhass gleichgesetzt wird, wirkt sich auf das Streben nach Gleichstellung höchst destruktiv aus. Im heutigen Artikel widme ich mich dem Begriff der Misandrie.

Erste Reihe fußfrei – vor mir wird auf einer kleinen Bühne die Geschichte des Feminismus erzählt. Darauf drei nackte Frauen und ein Mann in Helm und Schutzkleidung. Man fordert mich und die anderen Zuschauerinnen auf, den Mann auf der Bühne mit einer unter dem Stuhl liegenden Tomate zu bewerfen. „Das ist für all die Unterdrückung die ihr je erfahren habt! Ich bin schuld daran!“ Manche Frauen weigern sich, manche schießen ihn mit voller Kraft ab. Halbherzig werfe ich ihm die Tomate zu. Sie trifft auf seine Brust und dann tut er mir plötzlich leid. Ich frage mich: Warum soll ich denn sauer auf ihn sein? Dieser Mann hat mir nichts getan.  

„Männerdiskriminierungsdurchfraueninösterreich.wordpress.com“ ist der vermeintlich durchdachte Name einer Webseite, auf welcher ein unbekannter Autor, genannt„Carlito“, seit zwei Jahren Artikel publiziert, die sich mit der Unterdrückung des männlichen Geschlechts durch Feministinnen auseinandersetzen. Die Artikel auf dieser Webseite bedürfen weder weiterer Worte oder kritischer Beleuchtung, da sie vor Rückständigkeit und Sexismus nur so strotzen. Doch stehen diese sowie etliche andere Seiten wie männerstreik.wordpress.com oder das Magazin „nicht-feminist“ im weitesten Sinne im Zeichen eines wenig beachteten Diskurses - jenem der Misandrie.

Der Begriff Misandrie beschreibt die allgemeine „ablehnende oder feindselige Haltung gegenüber Männern“ und wird in unzähligen Studien weltweit behandelt. Doch woher dieser tiefgreifende Hass vieler Frauen gegenüber dem männlichen Geschlecht?

Eine Antwort auf diese Frage ist hinsichtlich historischer Begebenheiten, über die wohl der Großteil der Gesellschaft gewissermaßen in Kenntnis ist, naheliegend. Ungerechte Behandlung, zum Beispiel am Arbeitsplatz, führt wohl zu generellem Unmut gegenüber männlichen Obrigkeiten und Kollegen. Weitere Ursachen liegen in jeweiligen persönlichen, möglicherweise traumatischen Erfahrungen betroffener Personen. Dass Opfer von verbaler Belästigung, körperlichen Übergriffen, womöglich Vergewaltigung aus Angst zur Generalisierung neigen - auch naheliegend. Laufend bestätigte Vorurteile werden zu gefestigten Meinungen.

Unterschieden wird hier jedoch zwischen Frauen, die sich zu bestimmten Situationen und Personen kritisch äußern und jenen, die eine generelle, fast krankhaft aggressive, ablehnende Haltung gegenüber dem männlichen Geschlecht einnehmen. Frauen, die keine Freundschaften, geschweige denn Beziehungen, zu Männern pflegen. Öffentliche Aufforderungen zu Gewalttaten gegen Männer à la „schneidet ihnen den Penis ab während sie schlafen“ und das Meiden von sozialer Interaktion mit Männern respektive an Mobbing grenzende Verhaltensweisen wirken sich verheerend auf Forderungen nach Gleichberechtigung aus und verhindern die Durchdringung feministischer Ideologie in allen Lebensbereichen. Blanker Männerhass verhilft dem Feminismus in keinster Weise zu Ruhm und Anerkennung.

Sowohl Männer als auch Frauen leiden unter bestimmten Sozialisierungen und Rollenzuschreibungen. Von einem auf alle zu schließen -  ja, auch von vielen auf alle zu schließen ist falsch, jedoch zutiefst menschlich und ein in der Gesellschaft fest verankertes Problem. Zuvor genannte feministische Ideologien stehen in ihrem ursprünglichen Sinne für Gleichstellung, Menschenrecht und gegen Sexismus. Misandrie bildet also ziemlich genau das Gegenteil davon.

 

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