Mit den Taschen einer Frau

09. Mai 2016

Ja, es ist wahr. Ich meine, es wäre ja auch zwecklos, es zu leugnen. Es ist viel zu offensichtlich. Ich bin nämlich eine von diesen Frauen, weißt du? Ich stehe dazu. Ich bin eine von diesen Frauen, die immer mit einer riesigen Handtasche rumlaufen und sich kaum von ihr trennen können.

„Was schleppst du denn da alles mit dir rum?“

Diese Frage bekomme ich sehr oft zu hören. Ganz besonders dann, wenn jemand versucht, meine riesige Tasche aufzuheben und beim ersten Versuch kläglich daran scheitert, weil er mit so viel Gewicht nicht gerechnet hätte. Tja, was schleppe ich da so mit mir rum? Da ich beruflich viel unterwegs bin, zunächst mal meine gesamten Arbeitsunterlagen. Dann sind da noch die Klassiker wie Handy, Schlüssel, Geldtasche, Kalender, ein bisschen Kosmetik. Eventuell noch die ein oder andere Subkultur, die sich mit der Zeit in meiner Tasche angesiedelt hat und hmmmm, mal schauen, vielleicht sind da auch noch irgendwelche Überreste von so nem Typen, der mal genauer wissen wollte, was da so alles in meiner Tasche ist, sich in ihr verloren hat und bis heute nicht zurückgekehrt ist. Was lernen wir daraus? Finger weg von den Taschen einer Frau, ihr habt da nichts drin verloren!

Selbst ist die Frau und unabhängig

Man sieht also, in meiner Tasche ist wirklich immer alles drin, was ich den ganzen Tag so brauche. Sie ist, wie sie da so an meinem Arm hängt, für mich ein Symbol meiner Unabhängigkeit und ein Bizeps-Training so ganz nebenbei. Mini-Clutches, in denen gerade mal so ein Lippenstift Platz hat, sind einfach nichts für mich. Außerdem bin ich fest entschlossen, meine Tasche im Zweifelsfall als Selbstverteidigungswaffe einzusetzen – ich wäre nicht die erste Oma, die einen Bösewicht mit ihrer Tasche in die Flucht schlägt. Handtaschen-Zivilcourage, das sieht dann etwa so aus:

Immer mit der Ruhe und ganz freundlich bitte

Meine Tasche ist eben nicht nur für mich da, sondern auch für andere. Wenn jemand irgendetwas braucht, ein Taschentuch zum Beispiel, na dann bin ich gleich zur Stelle…. Also gut, gleich stimmt jetzt nicht ganz. Es kann dann schon eine Weile dauern, bis ich in den Tiefen meiner Tasche gefunden habe, wonach ich suche. Unsere Gesellschaft ist aber eh viel zu hektisch, so viel Zeit muss sein. Laut einer Statistik kramen Frauen durchschnittlich 76 Tage ihres Lebens in ihren Handtaschen rum. Bei mir sind es wahrscheinlich so um die 374 Tage. Aber immerhin mache ich in dieser Zeit keinen anderen Blödsinn. Und spannend ist es auch immer, was man da so findet – schau da zum Beispiel, ein uraltes Glückskekszettelchen: „You will find what you are looking for!“

Meine Tasche ist eben wichtig für mich und will Aufmerksamkeit. Deshalb habe ich sie immer gerne in meiner Nähe, und weil ich ja in Bosnien gelernt habe, dass man sie nie auf den Boden stellen soll, steht sie schon mal auf dem Sitzplatz neben mir. Männer regen sich ja oft darüber auf, dass Frauen ihre riesigen Taschen immer auf den Sitzplätzen in den Öffis platzieren, besonders, seitdem vor einigen Jahren eine Debatte darüber entfach ist, dass sie selbst immer so breitbeinig sitzen. Vielleicht müssen wir das einfach verstehen, da sie ja auch von Natur aus alle so wahnsinnig riesige Pakete mit sich herumtragen hüstel hüstel.

Aber keine Sorge, wenn ihr freundlich seid, nehme ich meine Tasche auch gerne zu mir auf den Schoß und mach euch das Plätzchen neben mir frei. So läuft das eben mit den Taschen einer Frau!

 

Also Ladys, welche Geheimnisse tragt ihr so in euren Taschen mit euch rum?

 

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