Mörderischer Urlaub

08. Oktober 2018

Wem der Geschichtsunterricht über die alten Griechen zu langweilig ist, sollte das neue Assassin's Creed: Odyssey spielen. Im sagenreichen Griechenland kämpfen wir als Held Alexios oder als Heldin Kassandra in den Wirren des Peloponnesischen Krieges.

Gleich zu beginn wählen wir unseren Charakter - den Spartner Alexios oder die Spartanerin Kassandra. Nach einigen Einführunsmissionen in denen wir mit der bereits vertrauten Spielmechanik vertraut gemacht werden, geht's ans eingemachte.

Neuer Weg für Assassine

 

Die größte Neuerung im Vergleich zu AC Origins ist die große Rollenspielkomponente. Das bedeutet, dass Dialoge eine größere Rolle im Spiel erhalten haben - wir als Spieler können frei entscheiden, wie wir die Story bestreiten wollen. Entscheidungen, die wir treffen, haben weitreichende Konsequenzen - wir können, in den riesigen Welt, als hilfsbereite Kassandra viele Sympathien sammeln oder als mordlustiges Biest verschrien werden.

 

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Foto: (c) Ubisoft

 

Geschichtliche Genauigkeit vs. Unterhaltung

 

Die Story von Assassin's Creed ist natürlich kein vollwertiger Geschichtsunterrichtersatz. Doch die spannende Story führt uns sanft in die Zeit die vom Krieg zwischen den Stadtstaaten Sparta und Athen gekennzeichnet ist. Als Mistios (Söldner) verdingen wir uns zunächst auf Seiten vor Sparta - eine Assassine ist manchmal stärker als ein ganzes Heer.

 

Wir erobern ganze Festungsanlagen, in dem wir geschickt und mit allerlei Taktiken und Täuschungen unseren Charakter hochleveln. Dabei geht auch wieder die allseitsbeliebte Item-Hatz los, die so viele Stunde kosten kann. Denn der nächste seltene Helm, Brustpanzer oder Bogen sind quasi gleich gefunden.

 

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Foto: (c) Ubisoft

 

Dennoch merkt man, dass das Designteam mit einer Detailverliebtheit an die Sache herangegangen ist, die ihres gleichen sucht. Das antike Griechenland wird - mit dem kommenden Museumsmodus, so wie in AC Origins - eine haptische Darstellung der antiken Lebenswelt und damit auch eine ungeahnte Bildungsressource für Interessierte.

 

Was ist zu tun?

 

Neben der Hauptgeschichte gibts unmengen von Nebenmissionen, die alle erforscht werden wollen. Diese sind entweder simpel (leg' Charakter X um) oder komplizierter (finde Item X, bringe es Y, erledige noch zwei Aufträge für Y und erhalte als Belohnung ein seltenes Schwert), machen aber dennoch Spaß aufgrund der zahlreichen Handlungsoptionen.

 

Kopfgeldjäger

 

Die Phylaken, also die Kopfgeldjäger, sind ebenfalls wieder mit von der Partie. Doch im Gegensatz zu AC Origins sind sie in Odyssey zahlreicher und in größerer Vielfalt vertreten. Sie sind eine Art Kontrollinstanz und am ehesten mit den Polizeisternen aus GTA zu vergleichen: zieht man als SpielerIn mordend durch Griechenland, steigen auch die ausgesetzten Kopfgelder auf uns. Am besten werden diese - manchmal auch sehr lästigen - Zeitgenossen vom Pferd bekämpft.

 

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Foto: (c) Ubisoft

 

Special-Moves

 

Der Fähigkeitenbaum im AC Odyssey wirkt übersichtlicher als in AC ORigins: interessanterweise sind die Assassinen-Skills nicht mehr der Schwerpunkt des Spiels - sondern sind gleichwertig neben Jäger und Krieger. Wem also das Schleichen schlichtweg zu deppert ist kann auch als "Hau-drauf"-Rambo die Welt erforschen.

 

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Foto: (c) Ubisoft

 

Zu Wasser und in der Luft

 

Wie bereits aus AC Origins und anderen AC Teilen bekannt, können wir auch Schiffe steuern. Das öffnet ungeahnte Möglichkeiten in der Interaktion mit Gegnern: mit unseren besonderen "Überredungskünsten" können wir feindliche Anführer davon überzeugen, für uns zu arbeiten. Das bringt auf dem Schiff besseres Kampfverhalten, was auf rauher See wahre Wunder bewirken kann: entern, rammen und karpern werden mit der richtigen Crew eine wahre Freude.

 

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Foto: (c) Ubisoft

 

AC Odyssey - alter Wein in neuen Schläuchen?

 

AC Odyssey erscheint knapp ein Jahr nach AC Origins und viele Fans fragen sich: ist es wieder soweit? Kommt jetzt wieder jedes Jahr ein neues AC? Die Antwort darauf lässt sich noch nicht eindeutig sagen. Einerseits sind die Neuerungen, die AC Odyssey einführt, gewaltig: das Rollenspielelement gibt dem Titel noch mehr Freiheit und noch mehr Möglichkeiten eine Geschichte zu erzählen. Dutzende, alternative Enden motivieren zum mehrmaligen durchspielen. Grafisch war bereits AC Origins Klasse, hier hat sich bei AC Odyssey nicht viel neues getan.

 

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Foto: (c) Ubisoft

 

Fazit

 

Wem AC Origins gefallen hat, kann auch bei AC Odyssey nichts falsch machen. Konsequent wurden die Stärken vom Vorgänger in AC Odyssey ausgebaut, verfeinert und verbesser. Das Ergebnis ist ein unterhaltsames RPG-Schleichspiel, der "300" gut mit dem Assassin's Creed-Erbgut kreuzt.

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