Muslime bereiten sich für Ramadan vor: Beginn der drei gesegneten Monate

31. März 2017

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Muslime bereiten sich für Ramadan vor: Beginn der 3 gesegneten Monate
Foto: pixabay.com - Putra Mosque, Malaysia

 Mit dem Anfang des islamischen Monats „Radschab“ haben für die Muslime die wichtigen „Drei gesegneten Monate“ begonnen. Außerdem begingen die Moslems in der gestrigen Nacht die „Regâib Nacht“. Aus religiös-kultureller Sicht genießen die drei Monate „Radschab, Schaʿbān und Ramadan“ ( islamischer Zeitkalender) bei den Muslimen einen besonderen Status, da sie Segen und Vergebung bringen. Viele Moslems nutzen diese Zeit, um sich stärker auf ihren Glauben und ihre Religionspraxis zu konzentrieren.  

"Der Radschab ist der Monat, um die Saat zu sähen, der Schaban ist der Monat, um die Saat zu gießen und der Ramadan ist der Monat, um die Ernte einzubringen". Dieses Zitat soll vom Abu Bakr, dem Gefährten des Propheten Muhammed (Friede sei mit ihm) stammen. Der siebte, achte und neunte Monat des islamischen Mondkalenders werden als die „Drei gesegneten Monate“ bezeichnet. Diese drei segensreichen Monate fingen dieses Jahr mit „Radschab“ am 29.03.2017 an. Außerdem liegen in diesen Zeitabschnitten noch weitere heilige Nächte wie „Miradsch - Himmelfahrt des Propheten“, „Berat – Nacht der Vergebung“ und „Qadr – Nacht der Bestimmung / Macht“. Die erste Nacht zum Freitag des Monats „Radschab“ wird „Regâib Nacht“ genannt. Sie ist der erste Halt auf dem Weg zum Ramadan und erinnert auch an die Empfängnis des Propheten Muhammed (Friede sei mit ihm).

Vorbereitungen in den gesegneten drei Monaten

Die Monate Radschab, Schaban und Ramadan gelten als segensreich und erlauben den Muslimen, sich stärker auf ihren Glauben zu konzentrieren. Sie münden in den Fastenmonat Ramadan, der seinerseits mit dem ‘Id Al-Fitr (auch als Zuckerfest bekannt) endet. An jene drei Monate sind verschiedene religiöse Praktiken wie ein freiwilliges Fasten und bestimmte heilige Nächte gebunden, die Moslems in aller Welt mit der Erinnerung an Allah und dem Lobpreis Seines Propheten (Friede sei mit ihm), begehen. Als der „Radschab“ eintrat, sprach der geliebte Prophet immer folgendes Bittgebet:

„O Allah! Segne uns die Monate Radschab und Schaban und mach uns den Ramadan zu einem besonderen Segen.“ (Quelle: Ahmad ibn Hanbal, Musnad, 1/259)

Über die Monate des islamischen Mondkalenders sagte Allah im Koran:

„Wahrlich, die Zahl der Monate bei ­Allah beträgt zwölf, so sind sie im Buch Allahs festgelegt worden seit dem Tag, da Er  Himmel und Erde erschuf. Von diesen Monaten sind vier heilig. Das ist das ewig gültige Gesetz. Darum versündigt euch darin nicht (…).“ (Sure At-Tauba, 37. Vers)

Nach Aussagen des Propheten (Friede sei mit ihm) heißt einer dieser erwähnten vier Monate „Radschab“. Über die Eigenschaften der drei gesegneten Monate sagte der Prophet Muhammad (Friede sei mit ihm):

„Radschab ist der Monat Allahs, Schabân ist mein Monat und der Ramadan ist der Monat meiner Ummah (übers.: Gemeinschaft, Nachfolger).“ (Quelle: Adschlûnî, Kaschf al-Hafâ, 1/423)

So machte er auf die Wichtigkeit der Monate und ihre besondere Stellung im Islam aufmerksam. Es ist eine Periode ‎der Barmherzigkeit und Reinigung, ‎worin die Muslime die durch Sünden erschütterten ‎Seelen und Herzen erneut aufbauen, sich selbst zur ‎Rechenschaft ziehen und vermehrt dem ‎Gottesdienst, den guten Taten, der ‎Reue und Vergebungsbitte und Wohltätigkeit hinwenden. ‎Die Nacht der Himmelfahrt „Miradsch“, worin der Prophet ‎‎(Friede sei mit ihm) das Wunder der Nachtreise und Himmelfahrt ‎erlebte, sowie die Nacht der Vergebung „Berat“ in der ‎Mitte des Monats Schaban und die Nacht der ‎Bestimmung „Qadr“ in den letzten zehn Tagen des ‎Ramadans sind in diesen drei Monaten enthalten.‎ Sowohl in „Radschab“ als auch in „Schaban“ soll man besonders viel fasten und sich auf den Ramadan vorbereiten. Gerade in diesen Zeiten wird stärker darauf geachtet, Buße zu tun, das Gebet zu verrichten, zu fasten, den Koran zu lesen und mit Bittgebeten Allah um Hilfe zu bitten.

Die Nacht der Gnade und Wünsche „Regaib Nacht“

Regâib bedeutet „das Ersehnte“, Barmherzigkeit, Segen, Gnade und Wohltat. Der Prophet Muhammed (Friede sei mit ihm) wies mit folgenden Worten darauf hin, dass in dieser Nacht die Bittgebete (Duâ) erhört werden:

„Es gibt fünf Nächte, in denen die Duâs (Bittgebete) nicht abgewiesen werden. Diese sind die Nächte auf den Freitag, die erste Freitagnacht im Monat Radschab (Regaib-Nacht), die fünfzehnte Nacht des Monats Schabân (Berât-Nacht) und die Nächte der Ramadan- und der Kurbanfesttage.“ (Quelle:  Bayhakî, Schuab al-Îmân, 5/288, Hadith Nr. 3440)

Wie auch in allen gesegneten Nächten soll man in dieser Nacht zu­sätz­liche ­Gebete verrichten und Bittgebete ­sprechen. Traditionell finden sich in Österreich viele Moslems in diesen Nächten in den Moscheen ein und verbringen die Nächte mit Gottesdiensten. Vor allem in den türkischen Moscheen wird diese Nacht als “Regaib Kandili“ begangen.

Das Wort „Kandil“, das auch für andere besondere Nächte verwendet wird, hat eigentlich mit Lampen zu tun. Es stammt davon ab, dass die Moscheen in diesen Nächten mit zahlreichen Lampen und Lichtern kunstvoll und festlich beleuch­tet werden. Wenn der erste Radschab an­fängt, trifft man sich nach dem Abendgebet in der Moschee und es wird der Koran rezitiert. Häufig wird auch das osmani­sche „Mev­lüt“, ein berühmtes Lobgedicht über die Geburt des Propheten ­gelesen. Im Anschluss hält der Imam einen Predigt über die religiöse Bedeutung ­dieser Zeiten. Es ist auch typisch, dass danach vor den Moscheen Teigwaren und Süßigkeiten wie Simit verteilt werden.

Moschee in Schwetzingen
Foto: pixabay.com - Moschee in Schwetzingen

Ich gratuliere allen Muslimen anlässlich des Beginns der drei Monate und der Regâib-Nacht. Mögen diese Monate und Nächte sowohl der islamischen Welt als auch der gesamten Menschheit Glück und Segen bescheren. Mögen sie die Geschwisterlichkeit stärken und unserer Gemeinschaft Kraft geben.

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