Negativität regiert den Mensch

22. Februar 2018

Kennt ihr diese Menschen die einfach nur so gut drauf sind – die man dann fragt, warum sie denn eigentlich so fröhlich sind, und die dann antworten: „Na, weil es keinen Grund gibt es nicht zu sein!“ ?

Ich auch nicht!

Und dabei hätten wir unzählige Möglichkeiten genau dafür in unserem Leben - um gut drauf zu sein - Tag für Tag.

Zufällige, sich ergebende Kleinigkeiten, oder einfach nur die Tatsache, dass wir nicht unheilbar krank sind. Nur so als Beispiel, damit das mal gesagt ist.

Es funktioniert aber auch mit folgenden, total simplen Dingen: Man trinkt ein Gläschen vom Lieblingssekt. Man hat ein sehr leckeres Dessert gegessen. Man hat das Privileg Sport machen zu können (weil man körperlich nicht eingeschränkt ist). Ein kleiner Vogel hat sich gerade auf dein Fensterbrett gesetzt.

Klingt peinlich? Ist es nicht. Die Liste ist unendlich lang - man kann sie fortführen, so individuell man es auch will.

Leichter gesagt als getan

Ich hab leicht reden - sitze da vor meinem Laptop und tippe was runter „..von wegen glücklich sein, einfach so…“. Aber ich denke, ich habe es nicht viel leichter oder schwerer als die meisten anderen auch.

Was ich mir mir angewöhnt habe ist, mich selbst dazu zu zwingen dankbarer zu sein – achtsamer – einfach besser aufgelegt zu sein – die vielen, klitzekleinen Gelegenheiten, die es mir in irgend einer Art und Weise ermöglichen könnten mich besser zu fühlen, zu beachten und ihnen größere Aufmerksamkeit zu schenken.

Verlieren kann man nichts dabei. Gewinnen allerdings schon. Das herauszufinden bleibt jedem selbst überlassen.

Kommentare und Meinungen

Ich schreibe ja schon lange, aber als meine Beiträge auch online veröffentlicht wurden, musste ich einmal mehr lernen, die Meinung anderer nicht zu persönlich zu nehmen. Die Anonymität des Internets macht es unheimlich einfach für ‚Trolle‘ und sonstige, wunderliche Wesen, die ihren Tag am liebsten damit verbringen andere zu erniedrigen. Also hörte ich eines Tages damit auf alle bös‘ gemeinten, absichtlich verletzenden Kommentare zu lesen. Denn genauso wie ich meine Meinung und Ansicht in meinen Beitrag kundtue, könnte es jeder andere ebenso in einem eigenen Blog machen. Passiert aber in den wenigsten Fällen.

Niemand ist verpflichtet sich fremder Zeilen anzunehmen – nicht einmal diese zu lesen.

Liebe Negativler

Nun, es ist tatsächlich möglich etwas im World Wide Web zu lesen was man nicht versteht, oder selbst nicht so sieht – und man ist nicht verpflichtet ein herablassendes Statement dazu abgeben. Einigen Menschen ist dies offensichtlich nicht bekannt.

Diese wissen anscheinend ebenso nicht, dass man die Meinung eines anderen im Internet lesen kann, und dennoch sein Leben in Ruhe weiter leben kann, ohne sich über diese Äußerung lustig zu machen, oder diese eine Einstellung niveaulos und ungefragt zu kommentieren, nur weil es nicht der eigenen Interpretation entspricht.

Fertig machen und fertig machen lassen

Aber nicht nur im Internet, auch im realen Leben sieht es nicht viel anders aus.

Warum lassen wir uns unnötigerweise den Tag verderben von der Äußerung eines anderen, oft fremden oder uns nicht nahestehenden Menschen?

Giftln tun nur unzufriedene Menschen. Jene, die mit ihrem eigenen Leben nicht wirklich glücklich und zufrieden sind.

Welcher ausgeglichene Mensch ist schon ungut zu anderen, nur weil diese etwas sagen oder tun, was nicht ihrem Geschmack entspricht?

Wir vergessen, dass jeder von uns Meinungen zu gewissen Themen aus vollkommen unterschiedlichen Erfahrungswerten heraus besitzt. Wir alle interpretieren Dinge aufgrund unserer individuellen Erfahrungen – und das sind eben andere. Es ist legitim etwas zu äußern, solange man es plausibel und mit gesundem Menschenverstand argumentieren kann, auch wenn andere es nicht so sehen.

Grantig sein

Ich habe gemerkt, dass es vielen gefällt, wenn sie etwas haben, worüber sie sich aufregen können. Sonst wäre der Alltag ja urlangweilig, oder? Man tratscht dann so schön zusammen: Die Kassadame war so langsam, das Kantinenessen furchtbar, was die Kollegin gesagt hat, einfach nur zum Kopfschütteln.

Geben wir‘s doch zu: Wir mögen es zu jammern, weil wir uns dann lebendig fühlen. Es passt uns ganz gut in den Kram, dass der Chef sich über Unnötiges aufregt, weil wir dann beim Abendessen ein Super-Thema zum Auslassen haben. Es schweißt uns enger zusammen – das gemeinsame Herziehen über andere. Und eigentlich sind die Gründe recht schwach, könnte man erst genommen nicht wirklich als tatsächliche Probleme bezeichnen. Wir suchen sie uns regelrecht.

Und auf der anderen Seite sind wir Menschen nie grundlos glücklich – immer brauchen wir starke Motive dazu. Sei es, weil wir verliebt sind, eine Gehaltserhöhung bekommen haben, oder andere, temporäre Dinge welche eine kurzzeitige Serotonin-Ausschüttung herbeiführen.

Warum eigentlich? Ist doch arm, irgendwie.

Wir brauchen tatsächlich immer einen Grund um glücklich zu sein. Dabei wäre ein gutes Argument: ‚Es gibt momentan einfach keinen Grund dafür, unglücklich zu sein.‘

Es wäre ZU einfach!

Stattdessen verbinden wir das Glück immer mit etwas Außergewöhnlichem, Besonderem, und übersehen, dass all die anderen Tage an uns vorbei ziehen, an denen wir gleichgültig und fremdgesteuert durch die Welt laufen.

Vielleicht haben wir nie gelernt einfach so glücklich zu sein.

Wir müssen nicht arbeiten gehen. Wir können. Andere suchen verzweifelt danach. Wir können reden, schlafen, und gehen ohne Schmerzen? Dann sollten wir dankbar sein. Wir sind geistig nicht eingeschränkt? Dann sollten wir uns glücklich schätzen.

Angstmodus ON

Wir Menschen streben intuitiv immer danach uns Gedanken und Sorgen zu machen, Gefahren die auf uns lauern aufzuspüren und für das Schlimmste vorbereitet zu sein. Das bringt Bedrücktheit, Schwermut und eine gewisse Angespanntheit mit sich, die wir von Kindesbeinen an erlernen und weiter kultivieren. Wenn man diese ‚Gedankenmacherei‘ nicht hat, fühlt man sich nicht komplett, wird unruhig, unrund und bekommt Angst, weil man es nicht gewohnt ist, unbekümmert zu sein.

Dabei tragen wir das Glück permanent mit uns herum.

„Jeder Tag an dem man aufsteht, und alles einfach nur in Ordnung ist, ist ein wunderbarer Tag.“ (Zitat meiner Schwester)

Blogkategorie: 

Das könnte dich auch interessieren

Erdogan Werbung G20 Protest Hamburg
Wenn die türkischen Wähler heute zur...
Reisen
Gastbeitrag von Katja Teuchmann Seit...
.
Was Jugendliche feiern, empört...

Anmelden & Mitreden