Nehammer oder Hacker. Wer gewinnt den Straßenkampf?

27. Mai 2020

Das Duell zwischen Innenminister Karl Nehammer und Gesundheitsstadtradt Peter Hacker spitzt sich zu. Nehammer spricht von einem "Corona-Tsunami", Hacker hält vehement gegen. Wer hat dabei den besseren Eindruck bei den Wienerinnen und Wienern hinterlassen? Oder doch ein Unentschieden? Wir haben uns auf der Straße umgehört.


von Emily Zens und Magdalena Zimmermann

Christa, 58

Nehammer-Hacker, Umfrage

"Für mich ist das eindeutig Wahlgeplänkel – so wie es der Nehammer gerne macht. Die Vorwürfe gegen Wien sind unverhältnismäßig und entsprechen nicht den Fakten. Wie die ÖVP die ganze Zeit gelogen hat – das ist eine absolute Schweinerei.“


Stefan, 43

Nehammer-Hacker, Umfrage

"Man sollte das ganze Thema nicht für den Wahlkampf nutzen – vor allem nicht die ÖVP, die versucht, die SPÖ als unverantwortlich darzustellen. Das wirkt komplett übertrieben.“


Claudio, 38

Nehammer-Hacker, Umfrage

"Es ist eine Wahlkampfgeschichte, in der angepatzt wird ohne Ende. Weil das können wir. Populismus. Zack, Zack, Zack. Die ganze Diskussion ist leider nicht fakten-, sondern wahlkampfbasiert. Das ist furchtbar."


Lorenzo, 55

Nehammer-Hacker, Umfrage

"Wenn man sich so umschaut merkt man:Corona interessiert keinen Menschen mehr. Da Wien mehr testet, sind hier aber natürlich auch mehr Fälle. Ich glaube beide Seiten möchten ihre Politik untermauern. Der Nehammer ist nur eine Marionette vom Kurz. Sowohl er, als auch Hacker, sind fehl an ihrem Platz."


Siggi, 54

Nehammer-Hacker, Umfrage

"Herr Hacker wirkt für mich glaubwürdiger und aussagekräftiger. Er setzt klare Statements. Her Nehammer äußert sich hingegen nur unklar.“


Tina, 38

Nehammer-Hacker, Umfrage

"Ich verlasse mich darauf, was Experten sagen und hoffe, dass die Politiker den richtigen Experten zuhören. Den Streit zwischen den beiden Herren finde ich absurd und politisch getrieben. Ich kann mich deshalb für keine Seite entscheiden."


Lukas, 31

Nehammer-Hacker, Umfrage

"Ich bin schon lange kein großer Fan von Nehammer. Ich kann ihn einfach nicht mehr ernst nehmen. Natürlich nehme ich auch an, dass das alles wieder etwas mit der Wahl zu tun hat. Ich bin sicher bei der Stadt Wien.“


Raul, 28

Nehammer-Hacker, Umfrage

"Für mich ist die Regierung ein Farbwechsel der Tapete, aber das Haus bleibt das gleiche. Der ,Corona-Tsunami' der uns nun drohen soll, ist meiner Meinung nach Angstmacherei, um die Menschen zu manipulieren. Ich bin mir nicht sicher ob wir tatsächlich eine Pandemie haben. Ich bin auch auf Demos dabei, bei denen es um Meinungsfreiheit geht."


Sabine, 45

Nehammer-Hacker, Umfrage

"Ich bin der Meinung von Hacker, mehr Menschen auf kleinen Raum führen automatisch zu mehr Infizierten. Ich glaube sicher nicht, dass eine neue Welle auf uns zukommt. Die Zahlen sprechen für sich."


Im Gegensatz zu Nehammer und Hacker sind sich die Menschen einig. Egal wer Recht hat, der Streit ist schon längst nicht mehr objektiv. Bei unserer Befragung gab es keine Message Control. Auch als wir das zweite Mal auf die Straße gingen, wollte niemand Nehammers Meinung vertreten und sein Bild vor die Linse halten. Die meisten der Befragten finden es fragwürdig, die jetzige Situation für Wahlkampfzwecke zu nutzen. Die Versöhnung der beiden wird wohl noch länger auf sich warten lassen. "Ziemlich beste Feinde" eben, wie jüngst in der "Presse" treffend formuliert.

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