„Niemand hat dasselbe Ohr wie HC Strache“ – Ibiza Preis 2020

20. Januar 2020

Am heutigen Montag, den 20.Jänner 2020 fand die erste Preisverleihung des Ibiza-Preises statt. Initiiert wurde die Preisverleihung von VERBAND Filmregie und dem Magazin DOSSIER. Der Preis zeichnet die besten deutschsprachigen Videobeiträge im Bereich Investigativjournalismus und Aufdeckung aus.

Nominiert wurde Florian Klenk mit dem Video von Falter zur Schredderaffäre. Ebenso war der Aktivist Marcus Hohenecker, der mit seinem Twittervideo auf Polizeigewalt während einer Klimademo aufmerksam machte, unter den Nominierten. Der Preis ging allerdings wenig überraschend an die SZ-Investigativredaktion (stellvertreten durch Leila Al-Serori) mit dem Ibiza-Video. Der Ibiza-Preis wurde nach der Ibiza-Affäre benannt, da dieser der prägnanteste Aufdeckungsfall des vergangenen Jahres war.

Ibiza Preis SZ

SZ-Journalistin Leila Al-Serori sagt vor ihrer Preisannahme, dass in Zusammenarbeit mit dem Falter und dem Spiegel recherchiert wurde, ob das Ibiza-Video echt war. Ein interessantes Detail ist dabei das Ohr von Heinz-Christian Strache, da Ohren wie Fingerabdrücke bei Menschen nie identisch sind und es zur Verifizierung des Videos relevant war: „Niemand hat dasselbe Ohr wie Heinz-Christian Strache.“

Ashwien Sankholkar, Jurymitglied und Chefreporter von DOSSIER erklärte in seiner Rede den Wert solcher Videos: „Gute Auflösung und Qualität sind weniger wichtig. Es geht vielmehr um das Aufdecken von Missständen, die öffentliche Relevanz und darum, gesellschaftlichen Diskurs anzuregen.“ Mit diesen Beiträgen setze auch die Zivilbevölkerung ein Zeichen.

Ashwien Sankholkar Ibiza Preis

Laut der Juryvorsitzenden Elisabeth Scharang sei das Ziel des Ibiza-Preises, den entstandenen Diskurs öffentlich zu machen. Initiativen wie diese solle es in mehreren Ländern geben, findet Scharang. Das würde den Austausch über nationale Missstände fördern und man könne leichter von Skandalen im Ausland erfahren. Außerdem sei so ein Preis besonders im Zeitalter von Social Media eine gute Möglichkeit, andere zu ermutigen, bei Ungerechtigkeiten zur Handykamera zu greifen.

Von Elena Bavandpoori und Natalia Anders

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