#PrayforAmazonia

21. August 2019

Wenn Notre-Dame in Flammen steht, kommt das auf die Titelseite jeder Tageszeitung. Brennt hingegen die Lunge der Erde, ist das keine so nennenswerte Geschichte.


Neben der Arktis und Gran Canaria brennt auch der Amazonas-Regenwald. In den Medien ist dazu bis jetzt wenig zu finden. Von dem riesigen Waldbrand erfährt man noch eher über Social Media. #PrayforAmazonia ist ein neuer Hashtag auf den sozialen Plattformen, um dem Geschehen mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Posts wie diese ziehen ihre Runden. Darunter sammeln sich Kommentare von entsetzten Menschen.

„Das ist erschreckend. So viele Spezies leben im Amazonas. Das ist wirklich schlimm. Manche Berichte sagen, dass der Wald das wahrscheinlich nicht überleben wird.“

„Hier in Sao Paulo reden alle darüber. Die Regierung interessiert sich einen Dreck dafür.“

„Ich bin aus Brasilien und wir brauchen Hilfe.“ Dieser Kommentar stammt von Melca Nykolle. In einem privaten Gespräch auf Instagram erzählt die 18-Jährige aus der brasilianischen Stadt Manaus von der Situation und dem Verhalten des Präsidenten:

Die Regierung tut nichts. Das Schweigen des Präsidenten macht Angst. Er hat den „fire day“ promotet, also haben Farmer ein Feuer im Amazonas gestartet. Es dauert schon 16 Tage und niemand, der Macht hat, tut etwas dagegen. Es hat alles im Norden angefangen und sich dann ausgebreitet. Das Feuer hat schon die Grenze zwischen Brasilien, Bolivien und der Paraguay erreicht. Es betrifft 20.000 Hektar.

Der Tag wurde zur Nacht

Die Abholzung des Regenwaldes ist unter Präsident Bolsonaro rapide gestiegen. Denn Viehzüchter und Co unterstützt er scheinbar ohne zu zögern. Dabei geht es um die Abholzung einer der wichtigsten Sauerstoffressourcen. Was für extreme Auswirkungen die Art von Landschaffung durch inszenierte Brände im Regenwald hat, zeigt sich dann, wenn der Wald mehrere Wochen nicht aufhört zu brennen.

Unter anderem berichtet das Nachrichtenportal Watson von der derzeitigen Situation. Es handelt sich um die schlimmsten Waldbrände seit Jahren und mehrere hundert Quadratkilometer sind betroffen. Den Rauch konnte man zwar schon auf amerikanischen Satellitenaufnahmen sehen, aber aufmerksam wird die Welt erst, als sich der Himmel über Sao Paulo Anfang der Woche mitten am Tag schwarz färbt.

Das kann kein „normales“ Feuer sein, wenn Kilometer davon entfernt eine Stadt im schwarzen Rauch verschwindet. Wenigstens schenkt eine Handvoll Menschen dem Regenwald mit #PrayforAmazonia die Aufmerksamkeit, die er verdient.

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