Roll mit Jasko47

28. Juni 2019

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Jasko47
In seinem Track "Roll mit mir" thematisiert Jasko47 zum ersten Mal sein Leben als Rollstuhlfahrer. Foto: Jasko47

Am Freitag droppt Jaskos Single „Roll mit mir“. Wir haben den Wiener Rapper getroffen und mit ihm über seinen neuen Track, den 10. Bezirk und seine Vorbilder gesprochen.

Jasko47 ist ein Rapper mit bosnischen Wurzeln aus Mazedonien, der in Wien Favoriten lebt. Mit zehn Jahren kam er nach Österreich. Damals sprach er kein Wort Deutsch, heute macht er Deutschrap aus Leidenschaft. In seinem Musikvideo „Ljubavni Ubica“ schmeißt er mit Geld um sich, eine leicht bekleidete Frau wackelt mit dem Hintern und räckelt sich auf dem Bett. Drohnenaufnahme über Wien, fette Autos im Bild. Jasko47 entspricht auf den ersten Blick dem klassischen Klischee des Gangsterrappers. Trotzdem sieht er sich nicht als Straßenrapper, hat sogar immer bewusst versucht, sich von dieser Szene abzugrenzen. „Ljubavni Ubica“ ist sein erster Track auf Bosnisch. „Ich habe gemerkt, dass viele Leute aus der Balkan-Community meine Musik hören, deshalb wollte ich einen Song für sie in meiner Muttersprache machen."

„Jeder kann seinen Traum verwirklichen“

Mit der neuen Single „Roll mit mir“, die am Freitag, den 28.06. erscheint, zeigt Jasko47 eine neue Seite von sich. Denn „Roll mit mir“ bezieht sich nicht wie man es bei einem Rapper annehmen könnte, auf einen teuren Benz, sondern auf das Leben im Rollstuhl. Nie zuvor hat der Rapper seine Beeinträchtigung in seiner Musik thematisiert. Auch auf Social Media hat er sich mit Bildern lange zurückgehalten, die ihn im Rollstuhl zeigen. Doch der bevorstehende Song hat eine besondere Message: „Ich will mit dem Track ein Zeichen setzen. Ich will zeigen, dass man auch als Rollstuhlfahrer oder generell mit einer Beeinträchtigung seinen Traum verwirklichen kann. Ich wollte das vorher nie so präsent machen, aber jetzt mach ich das einfach zu meiner Stärke“, verlautet Jasko47 selbstbewusst.

Mein Bezirk, mein Viertel, meine Gegend

Gerappt hat Jasko schon mit 14 Jahren. Damals noch mit einem Headset im Zimmer, heute macht er professionell Musik. Um seine Videoclips aufzunehmen, mietet er sogar Studios, aber auch live performt der Künstler gern. Sein Idol ist 50 Cent, zu seinen musikalischen Vorbildern gehört der deutsche Rapper Shindy und natürlich Nazar aus der Heimatstadt. Und wie es sich für einen Wiener gehört, liebt Jasko47 seinen Bezirk innig: „Man hat im 10.  alles in der Nähe und mit dem Rollstuhl ist es hier auch viel besser, alles ist zugänglicher. Ich habe davor im 16. Bezirk gewohnt, da ist es oft sehr steil. In Ottakring auf der Straße unterwegs zu sein ist viel schwieriger."  Jasko47 verrät, dass es er als Rapper im Rollstuhl oft anders behandelt werde. „Viele verknüpfen den Rollstuhl oder eine Behinderung mit Mitleid. Dabei sagt ein Rollstuhl nichts über das Können einer Person aus“, stellt Jasko47 klar.

Zieht euch am Freitag um 18 Uhr auf Youtube „Roll mit mir“ rein. Jasko47 verspricht echten Rap mit Oldschool-Garantie, 100 Prozent eigene Stimmkraft und 0 Prozent Autotune.

 

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