Syrische Flüchtlinge helfen spontan bei Gartenarbeit

17. September 2015

In meiner Heimatstadt Oberhausen in Deutschland halfen syrische Flüchtlinge einer Frau ihre Hecken zu schneiden. 

Heidi Körner wollte ihren Garten winterfest machen. Da bekam sie unerwartete Unterstützung. Aus der gegenüberliegenden Flüchtlingsunterkunft sind vier Syrer auf die 60-Jährige aufmerksam geworden und eilten ihr sofort zu Hilfe. Gemeinsam schnitten sie ihre Hecke und schleppten Blumenkübel. Dies rührte die Frau zu Tränen und wollte sich mit einem Geschenk bei den aufopfernden Männern bedanken. Doch sie lehnten ab. Ihre Botschaft übersetzten sie über Ihr Handy und sagten voller Überzeugung: „Du Nachbar! Nein!!!“

Flüchtlinge
Foto: Heidi Körner

Für Heidi Körner war diese Begegnung so einprägend, dass sie daraufhin mit einem Facebook-Post diese positive Erfahrung mit Flüchtlingen teilen und gegen Vorurteile, Angst und Ablehnung vorgehen wollte. Der Post im Wortlaut:

„Ich hatte vorgestern ein einschneidendes Erlebnis, welches vor allem in der momentanen Situation mit Deutschland geteilt werden sollte.

Viele Vorurteile, Ängste, (anerzogene) Ablehnungen und blauäugiges Glauben von Hetzgerüchten prägen den deutschen Alltag, während zig Tausend Flüchtlinge um ihr Leben kämpfen.

Ich lebe seit vielen Jahren in Osterfeld (Stadtbezirk in Oberhausen) und vor wenigen Tagen wurde die Hauptschule Eisenheim, die sich genau gegenüber von meiner Whg. befindet, von 170 Flüchtlingen bezogen. Am Tag darauf stellte ich mich mit Heckenschere und mühsam zusammengesammelter Motivation in meinen Vorgarten, um dort die Hecke zu schneiden und das gesamte Grundstück ein bisschen auf Vordermann zu bringen.

Flüchtlinge
Foto: Heidi Körner

Leute, es dauerte keine 10 Minuten, da rief mir ein Syrer vom Fenster aus zu, dass er zu mir kommen würde. Er trommelte noch 1,2 Freunde zusammen und ehe ich mich versah, standen 4 traumatisierte Flüchtlinge motiviert und hilfsbereit in meinem Vorgarten und ackerten, was das Zeug hält. Ich dacht, ich träum!!! Überaus dankbar wollte ich ihnen im Anschluss daran eine Kleinigkeit als Dank geben, was sie allerdings vehement ablehnten. Über ein Handy übersetzten sie ihre Botschaft und sagten nur voller Überzeugung „Du Nachbar! Nein!!!!“.

Freunde, legt bitte endlich eure Vorurteile, eure Skepsis, eure Wut und eure Angst ab! Geht offen auf die neue Situation zu und ihr werdet sehen, dass sich all der Ärger nicht lohnt.

Flüchtlinge
Foto: Heidi Körner

Ich bin so glücklich, dass ich dieses Erlebnis hatte und ich wieder in meiner Einstellung bestätigt wurde. Wir sind alles Menschen mit guten und teilweise auch mit schlechten Werten, aber dies ist vollkommen unabhängig von Nationalität und Herkunft!

Ps. Die Fotos darf ich posten. Ich habe die Jungs vorher gefragt.“

 

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