Urlaub in Corona-Zeiten: Wo geht heuer die Sommerparty für die muslimische Community ab?

13. Juli 2020

coffee-5120330_1920.jpg

Dieser Kaffee könnte sich auch auf einer Almwiese befinden. Foto: Pixabay.com
Dieser Kaffee könnte sich auch auf einer Almwiese befinden. Foto: Pixabay.com

Sonne, Meere, Berge, Seen, Strand und Corona. Die Sommerferien sind da und die Urlaubssaison ist eröffnet. Doch wo kann es heuer überhaupt hingehen? Wir haben für euch in der muslimisch-österreichischen Gemeinschaft nachgefragt: Der Großteil plant auch heuer die Heimatländer zu besuchen. Genau da kann man die Frage nach der Heimat nicht überspringen.

Coronabedingt hat die ganze Welt heuer ein schmaleres Urlaubsbudget. Dennoch werden intensiv die Sommerurlaube geplant und gebucht. Klar ist, dass heuer besonders viel Wert auf Sicherheit gelegt wird und ein Großteil der Fernreisen ausfallen werden müssen. Genau da tauchen die Fragestellungen auf: Wo ist die Ferne? Wo fühle ich mich sicher? Wo kann ich am besten den Sommer genießen? Fix ist für heuer, dass eigentlich nichts fix sein kann.

Grundsätzlich sind zwei Begriffe für die muslimische Community in Österreich entscheidend, wo sie sich allgemein befinden möchten: „Sicherheit“ und „kostbare Lebensmittel“. Diese Wörter können wir nicht ohne Erklärung stehen lassen. Die Auslegung wird folgen. Manche haben es auf den Bergen gern, einige fühlen sich am Meer wohl und ein Teil möchte noch unbedingt ihre Bekannten im Ausland besuchen. Die Geschmacksrichtungen unserer Muslime sind ebenfalls unterschiedlich. Dazu kommt es, dass die Preis-Leistung-Verhältnisse ebenfalls ausschlaggebend für die Sommerferien sind. Nachdem man all diese Faktoren in Betracht zieht, wird für den Großteil unserer muslimischen Bürger das Reiseziel klar: Die Heimatländer.

Sicherheit, kostbare Lebensmittel und „kulturelle Geschmacksrichtung“

Wenn wir den Begriff „Sicherheit“ für den Sommerurlaub zerlegen, treten viele Punkte auf. Dazu gehören beispielsweise „Gesundheit“, „öffentliche Sicherheit“ und „Erreichbarkeit“ aber auch „Verwandte / Bekannte“, „Häuser oder andere Immobilien in Besitz“ und „kulturelles Wohlbefinden“. Wie euch vielleicht schon aufgefallen ist, können wir nicht von einer „homogenen“ Gruppe sprechen, wenn wir über unsere muslimische Gesellschaft in Österreich schreiben wollen. Zu den „kostbaren Lebensmittel“ zählen für viele Muslime natürlich die „islamisch-erlaubten“ Halal-Nahrungsmittel. Über die islamischen Speisevorschriften, die den jüdischen Koscher-Regeln ähneln, kann man sich auf vielen Internet-Seiten informieren. Im Grunde genommen, gibt es viel mehr Halales (Erlaubtes) als Harames (Verbotenes). Was das Essen und Trinken anbelangt, ist die Sauberkeit natürlich ein weiterer bestimmender Punkt. Was die „kulturelle Geschmacksrichtung“ angeht, fällt mir ein türkisches Sprichwort ein, die man auch gut in unserer deutschen Sprache verwendet: „Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten“ Schlussendlich sind die zur Verfügung stehende Budgets bzw. die Preise der Dienstleistungen und Waren für die Bestimmung der Sommerorte ebenfalls bedeutend.

Die Heimat muss weder nah noch fern sein

Jetzt kommen wir zur Thematik „Urlaub in der Heimat“. Darüber könnte man eigentlich Bücher schreiben, doch ich möchte jetzt nicht so lange philosophieren. Wo fühlt sich die muslimische Community daheim? Wir können annehmen, dass alle Muslime sich in europäischen Ländern (Deutschland, Türkei, Österreich, Bosnien,..) daheim fühlen, da sie ja sonst nicht hier wohnen würden. Zusätzlich können unsere österreichischen Muslime sich auch in nicht-europäischen Ländern (Tunesien, Pakistan, Marokko, Usbekistan,..) zu Hause fühlen. Sie haben dort vielleicht Bekannte, Verwandten oder Ferienwohnungen oder sie möchten einfach die „ferne Welt“ näher kennenlernen. Andere möchten vielleicht auch diese Länder neu entdecken. Jedenfalls möchten die Moslems nüchtern handeln und achten darauf, dass die „Corona-Zahlen“ in den Urlaubsgebieten so ungefährlich wie möglich sind. Daher ist es auch gut möglich, dass ein Teil der österreichischen Muslime heuer in Österreich und Deutschland oder auch in den Nachbarländern, wie z.B. Balkan-Staaten, ihren Sommerurlaub verbringen. Zu den „ferneren“ Ländern, wie z.B. in die Orientalischen, wird gerne geflogen, da man sonst mit dem Auto oder mit dem Schiff viel Weg vor sich haben würde. Über die Existenz von „Halal“-Tourismus könnte man heute theoretisch in allen Ländern der Welt sprechen. Wir wissen auch, dass für die arabischen Touristen, der Ort Zell am See mit seinen Bergen, Seen, saftigen Wiesen und grünen Tälern ein beliebtes Urlaubsziel ist. Für unsere muslimische Gemeinschaft in Österreich könnten diese Orte jedoch auch langweilig sein, weil sie diese oder ähnliche Orte schon so oft gesehen haben. Am leichtesten und vielleicht auch am schönsten ist es wahrscheinlich, wenn man sich überall auf der Welt heimisch und zufrieden fühlen kann.

Foto: Pixabay.com
Foto: Pixabay.com

Blogkategorie: 

Das könnte dich auch interessieren

Foto Bereitgestellt von Jad Turjman
Während sich in Österreich manch einer...
.
Im Rahmen der Biber Summer School haben...
Belgrad, Proteste, polizei
Seit Dienstagabend brennt Belgrad....

Anmelden & Mitreden