Was du als weiße Person gegen Rassismus tun kannst

02. Juni 2020

Am 25. Mai starb der Afroamerikaner George Floyd, weil ein Polizist neun Minuten lang auf seinem Hals kniete. Floyd hatte sich zuvor widerstandlos festnehmen lassen, und trotzdem musste er sterben. Weil er schwarz ist. Und weil die Diskriminierung, die Benachteiligung und der Rassismus gegenüber schwarzen Menschen noch immer stattfindet, Tag für Tag. Nicht nur in Amerika, auch in Österreich, und auf der ganzen Welt. Und wenn sich weiße Menschen nicht endlich damit auseinandersetzen, sich solidarisieren und rassistische Strukturen bekämpfen, wird sich nichts ändern. Hier eine Liste mit Dingen, die du als weiße Person gegen Rassismus tun kannst.

1. Höre zu.

Du wirst niemals verstehen können, wie es ist, wegen seiner Hautfarbe diskriminiert zu werden. Aber du kannst zuhören. Höre deinen schwarzen FreundInnen und ihren Erfahrungen mit Rassismus zu. Schaffe ein Bewusstsein für die rassistischen Strukturen, die Tag für Tag stattfinden, auch wenn du sie selbst nicht erlebst. Aber beachte, dass schwarze Menschen nicht dafür verantwortlich sind, dich über Rassismus aufzuklären. Das ist dein Job.

2. Bilde dich weiter. 

Was man nicht versteht, kann man nicht bekämpfen. Lese Bücher („Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten“ von Alice Hasters) oder höre Audiobücher („Exit Racism“ von Tupoka Ogette). Schaue Dokumentationen („Der 13.“) oder Serien („When they see us“). Informiere dich täglich durch seriöse Nachrichten. Das Lernen hört niemals auf. Wenn es um Menschenrechte geht, sind Ignoranz und Unwissen fatal. 

3. Leiste Widerstand.

Es sollte nicht nur die Aufgabe von Schwarzen sein, rassistische Strukturen anzukämpfen. Mach den Mund auf und werde laut, wenn es um Rassismus geht. Und zwar nicht nur auf Social Media, sondern auch im Alltag. Stelle Familienmitglieder, FreundInnen und Fremde zur Rede, wenn sie rassistisch sind. Du musst nicht von Rassismus betroffen sein, um ihn bekämpfen zu wollen. 

4. Werde dir deiner Privilegien bewusst.

Wer weiß ist, ist privilegiert. Das bedeutet nicht, dass weiße Menschen keine Hürden in ihren Leben haben. Aber es bedeutet, dass jene Hürden nicht aufgrund der Hautfarbe entstehen. Niemand wird dich jemals fragen, woher du kommst. Du wirst dich immer repräsentiert fühlen, ob in einer Werbung oder in einer Universität. Die Ungleichheit zwischen Weißen und Schwarzen, was Bildung, Einkommen, soziale Schicht oder Gesundheit betrifft, ist erschreckend. Werde dir dessen bewusst. 

5. Nutze deine Privilegien.

Egal wie sehr du gegen Rassismus aktiv wirst – als weiße Person profitierst du weiterhin von dem System, in dem wir leben. Trete mit deinen Privilegien für jene ein, die keine haben. Nutze deine Zeit, dein Geld, deine Reichweite und deine Macht, um Möglichkeiten für andere zu schaffen. Unterschreibe Petitionen, spende Geld, gehe auf Demonstrationen und leiste Hilfe, wann immer es geht. 

6. Rede mit anderen Weißen.

Es braucht ein kollektives Bewusstsein, um Rassismus zu bekämpfen. Rede mit deinen weißen FreundInnen, die sich ihrer Privilegien nicht bewusst sind. Kläre sie über die soziale Ungleichheit aufgrund von rassistischer Strukturen auf. Führe Diskussionen und teile dein Wissen mit ihnen. Und nochmals: stelle sie zur Rede, wenn sie rassistisch sind. Bleibe bei Rassismus niemals leise, auch wenn es deine Freundinnen sind. 

7. Lass es unangenehm werden.

Rassismus wird nicht über Nacht verschwinden. Du wirst dein Leben lang lernen und hart daran arbeiten müssen, Diskriminierungen und Ungerechtigkeiten zu bekämpfen, während du weiterhin von ihnen profitierst. Stell dich darauf ein, dass du Fehler machen wirst und es unangenehm wird. Aber es geht hier nicht um dein Wohlbefinden. Werde besser. Und leiste mehr. Es ist das Mindeste, was du tun kannst.  

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