Wie es mir als TikTok-Newbie geht

30. Januar 2023

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Egal wo wir sind, unser Handy und damit auch die sozialen Medien sind immer dabei. Foto: Olivier Bergeron, Unsplash

TikTok ist derzeit die Social-Media-Plattform überhaupt. Die mehr als 1,5 Milliarden aktiven Accounts produzieren täglich Content. Ständig gibt es neue Trends und Clips, die plötzlich jeder zu kennen scheint – außer mir. Meine Erfahrungen nach einer Woche TikTok.

Seit der Corona-Pandemie nutzt jeder zweite in meinem Bekanntenkreis TikTok und erklärt sich mit Sätzen wie, „das ist viel unterhaltsamer als Instagram“ oder „das hat jetzt jeder“. Ich habe mich vehement dagegen gewehrt. Vor allem, weil mein Social-Media-Konsum eh schon überhandgenommen hatte und mich keine zusätzliche App dazu verführen sollte, noch mehr am Handy zu hängen. Auf meinem Handy findet man an Social-Media-Apps derzeit WhatsApp, Snapchat, BeReal, LinkedIn, Facebook, Instagram und seit einer Woche tatsächlich auch TikTok.

Warum plötzlich doch?

Im Journalismus ist es aber leider unerlässlich geworden, sich mit sozialen Medien auseinanderzusetzen. Jeder weiß, welch Rolle sie bei Trends und vor allem bei News spielen, die dort oft schneller verbreitet werden als in klassischen Medien.

Jedes Medium, das was auf sich hält, ist Teil von Facebook, Instagram, Twitter und jetzt eben auch TikTok. Als Redakteurin gehört es ebenso zu meinem Beruf zu recherchieren, zu schreiben wie Content für alle Social-Media-Plattformen zu generieren. Wie ich feststellen musste, lässt sich das nur schwer umsetzen, wenn man eine dieser Plattformen komplett verweigert und keine Ahnung hat, wie sie funktioniert – welche eine Überraschung.

Nach ewigem Hin und Her habe ich mich dann also doch dazu durchgerungen, mir die potenziell nächste Sucht herunterzuladen. Parallel habe ich mich innerlich schon darauf eingestellt, nun noch mehr Lebenszeit mit sinnfreien Videos zu verschwenden als es durch Instagram und Co. eh schon der Fall war.

Ein TikTok-Frischling in freier Wildbahn

Und ich bin maximal überfordert. Kaum öffnet man die App, springen einem laute Videos entgegen und alles geht rasend schnell. Das Ganze nennt sich For You Page, auf der automatisch ein Video nach dem anderen abgespielt wird, von denen TikTok glaubt, sie könnten dir gefallen. Meine For You Page ist das reinste Chaos, nichts passt zusammen und von den Trends, von denen meine Freunde und Kolleginnen permanent sprechen, bekomme ich trotzdem nichts mit. Natürlich liegt das auch daran, dass ich die App erst seit kurzem habe und ich durch Videos liken meine For You Page quasi erst gestalten muss, aber dennoch.

Bisher habe ich auf TikTok nur übermäßig viel sinnlosen Content gesehen, der mich größtenteils nur nervt und meinen Humor nicht im Ansatz trifft. Die Trends landen entweder nicht bei mir oder ich verstehe sie nicht – so oder so gibt mir TikTok plötzlich das Gefühl mit 25 Jahren zu alt dafür zu sein.

TikTok-Star werde ich in diesem Leben nicht mehr

Natürlich hat auch das biber einen TikTok-Account. Biber nutzt seine Plattform dort für lustige Videos aus dem Redaktionsalltag genau so wie für die Verbreitung von wichtigen Themen, über die wir schreiben. Als eine Kollegin also dann das erste Mal zu mir meinte: „Hey, cooler Beitrag letztens, mach doch ein TikTok darüber!“, war ich maßlos überfordert. Ein TikTok drehen. Ich. No way!

Ich hatte keinen Schimmer, wie ich das angehen sollte und vor allem, wie ich es schaffen sollte, dass die TikTok-User in ihrem Swipe-Mechanismus innehalten und sich tatsächlich kurz das Video ansehen. Mir war zu dem Zeitpunkt nämlich schon aufgefallen, dass viele TikToker ihre Videos mit Sätzen wie „bitte nicht weiterswipen“ beginnen. Nicht gerade beruhigend.

Nun habe ich es also probiert und musste ernüchternd feststellen, dass es erstens viel schwieriger ist als es aussieht und ich mich zweitens absolut unwohl vor der Kamera fühle. Was sage ich? Was mach ich mit meinen Händen? Wo stelle ich die Kamera am besten auf? Oder nutze ich besser den Selfie-Modus? All diese Fragen schwirrten mir vor meinen ersten Gehversuchen mit TikTok im Kopf herum.

Ich habe mittlerweile einen Heidenrespekt vor jedem TikToker und Influencer. So selbstbewusst in die Kamera zu sprechen und dabei auch noch oft unterhaltsam zu sein, ist beeindruckend. Wie ich die Trends mitbekomme, finde ich in den nächsten Wochen hoffentlich noch raus, damit ich es zumindest schaffe, Ideen für Content zu liefern, wenn ich schon nicht vor die Kamera gehe. Klar ist, TikTok-Star werde ich in diesem Leben nicht mehr.

 

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