Wiener Moslems und andere Religionsvertreter bilden Kette für Frieden

20. September 2017

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Wiener Moslems und andere Religionsvertreter bilden Kette für Frieden
Foto: Islamisches Zentrum Wien

Friedensveranstaltung in „Sudžuk-Style“: Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften organisierten am Wochenende eine Menschenkette vom Islamischen Zentrum Wien zur Pfarre Bruckhaufen. Wie meine Wenigkeit, konnte jeder an der Kette teilnehmen und ein Zeichen für das Miteinander der Religionen setzen. Außerdem wurde auch gegen die ethnische Säuberung in Myanmar protestiert.

Muslime, Christen, Juden und Buddhisten setzten am Freitag in 21. Bezirk Wiens ein Zeichen für den Frieden. Es war schön seine Universitätskollegen auf dem Event zu treffen. Zum Spaßen rief ich meinen Freund dort an, den ich direkt von meinem Platz sehen konnte. "Bruder, Wo bist du? - Ich bin größte Moschee von Wien Bruda. Wir machen eine Sudzuk-Reihe bis zur Kirche" genau so klang unser lustiges Telefongespräch. In der Einladung, die an alle gerichtet war, hieß es: „Gemeinsam wollen wir ein Zeichen setzen und aufzeigen, dass ein friedliches Zusammenleben nicht nur möglich, sondern bereits gelebte Realität ist und dass nur im Miteinander die Chance eines Zusammenhalts liegt Unterschiede in der Religion, Kultur und Ethnie sind eine Bereicherung für uns alle, weshalb es gilt, diese Bereicherung weiterhin zu behalten“

Wiener Moslems und andere Religionsvertreter bilden Kette für Frieden
Foto: Islamisches Zentrum Wien

Von der größten Moschee Wiens zur Kirche

Auf Initiative der der römisch-katholischen Pfarre Bruckhaufen, der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich und dem Islamischen Zentrum Wien kamen Religionsvertreter unterschiedlicher Gemeinschaften und hunderte Menschen zusammen.  Bischofsvikar Dariusz Schutzki, Richard Tatzreiter von der Pfarre Bruckhaufen, der Präsident der IGGÖ, Ibrahim Olgun, der Präsident der Österreichischen Buddhistischen Religionsgesellschaft, Gerhard Weißgrab sowie der Imam Salim Mujkanovic vom Islamischen Zentrum Wien unterstrichen in ihren Ansprachen alle die Wichtigkeit, die Glaubensüberzeugung und Weltanschauung anderer respektvoll zu achten und sich gemeinsam aktiv für Zusammenhalt und Solidarität einzusetzen. Die Vertreter der verschiedenen Religionen ließen weiße Friedenstauben fliegen. Im Anschluss daran wurde eine Menschenkette, die vom Islamischen Zentrum zur Pfarre Bruckhaufen St. Elisabeth führte, gebildet.  Die Symbolik hinter der Kette (dem „Sucuk-Style“): Alle Menschen sind Teil eines einzigen Gliedes und gehören zusammen, ganz gleich welcher Religion, Kultur oder Ethnie sie angehören. Verbunden waren die Teilnehmer durch rote und weiße Bänder, welches ein Bekenntnis zur Heimat Österreich ist. 

Wiener Moslems und andere Religionsvertreter bilden Kette für Frieden
Foto: Islamisches Zentrum Wien

Wiener Moslems und andere Religionsvertreter bilden Kette für Frieden
Foto: Islamisches Zentrum Wien

Verurteilung der blutigen Attacken in Myanmar gegen muslimische Minderheit

Während der Veranstaltungen hielten manche Teilnehmer Plakate wie „STOP KILLING ROHINGYAS“ in der Hand. Seit Jahrzehnten unterdrückt die Regierung Myanmars die am stärksten verfolgte Minderheit der Welt: Rohingyas Muslime. In den letzten Zeiten wird die muslimische Minderheit dort im buddhistischen Myanmar mehr verfolgt und ausgegrenzt. Wie derStandard berichtete, sind nach Angaben der UNO in drei Wochen bereits mehr als 400 000 Muslime aus dem Land geflohen. Die genaue Anzahl der gestorbenen Opfer will die Regierung nicht bekannt geben. Laut UNO-Schätzungen gab es allein in den letzten Wochen tausende Tote.

Wiener Moslems und andere Religionsvertreter bilden Kette für Frieden
Foto: Islamisches Zentrum Wien

Dialog mit den Anderen: „Weltanschauung anderer respektvoll achten“

Der Pfarrer von Bruckhaufen, Richard Tatzreiter, erklärte vorab in einer Stellungnahme „Richtig verstandene Religionsfreiheit bedingt auch die Verpflichtung, die Glaubensüberzeugung und Weltanschauung anderer respektvoll zu achten, ohne ihr in allem beipflichten oder sich ihr anschließen zu müssen“. Wie auch der christliche Glaube, verpflichtet auch der Islam zum Dialog mit andersdenkenden und -glaubenden Menschen. Im Koran heißt es im 13. Vers der 49. Sure:„O ihr Menschen! Wir haben euch von einem männlichen und einem weiblichen Wesen erschaffen, und Wir haben euch zu Völkern und Stämmen gemacht, damit ihr einander kennenlernt.“ Laut ORF versammelten sich die Muslime bereits vor vier Monaten am selben Ort. Imame aus ganz Österreich unterschrieben am Islamischen Zentrum Wien eine Deklaration, in der sie sich in aller Klarheit gegen Extremismus, Gewalt und Terror stellten.

Wiener Moslems und andere Religionsvertreter bilden Kette für Frieden
Foto: Islamisches Zentrum Wien

Wiener Moslems und andere Religionsvertreter bilden Kette für Frieden
Foto: Islamisches Zentrum Wien

Als ein Austro-Moslem bedanke ich mich persönlich ganz herzlich bei allen TeilnehmerInnen und OrganisiererInnen der Aktion und freue mich, dass es immer wieder solche Friedensveranstaltungen gibt! Ich hoffe, dass es das nächste Mal auch einen echten Sudzuk zum Essen gibt :)

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Kommentare

 

"Außerdem wurde auch gegen die ethnische Säuberung in Myanmar protestiert"
Die seit einigen Jahren anhaltenden Massaker der muslimischen Rohingya an den Buddhisten in Myanmar sind unvorstellbar. Massenmorde, Massenvergewaltigungen, Babies und Kinder werden geköpft, lebendig begraben oder verbrannt. Im Internet finden sich viele Bilder dazu. Die Welt soll nur sehen, wie diese kleine muslimische Minderheit die Buddhisten alleine wegen ihres Glaubens terrorisiert und mordet.
Auf jeden Fall haben sich die europäischen Medien schon "positioniert"; es sind Rebellen.
Ob diese "Rebellen" demnächst wie in Syrien in "moderate Islamisten" umbenannt werden bleibt abzuwarten.
Wie man so hört gibt es Verbindungen der "Rebellen" nach KSA, Pakistan und Afghanistan. Derartige Verbindungen lassen nichts Gutes vermuten.

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