Terror in Christchurch: Je suis Charlie und Ali

15. März 2019

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stv. Chefredakteur Amar Rajkovic
"Nicht zuletzt heimische Politiker wie Bundeskanzler Kurz und Vizekanzler Strache sahen in Australiens Vorgangsweise ein Vorbild für europäische Staaten."

Der Schock sitzt tief. In der neuseeländischen Stadt Christchurch kamen bei offenbar koordinierten Angriffen auf zwei Moscheen rund 50 Menschen ums Leben. Einer der Täter filmte das Massaker und veröffentlichte zuvor ein Manifest im Netz, das laut Behörden nur so von Hass trieft. Regierungschefin Jacinda Ardern sprach von einem Terroranschlag, ebenso der australische Premier Scott Morrison.

Der Täter ist australischer Staatsbürger und Gegner der "außereuropäischen" Migration. Australien brüstet sich mit seiner Flüchtlingspolitik, die sehr umstrittene Methoden anwendet. Man fängt die Menschen auf Booten ab und inhaftiert sie auf pazifischen Inseln - unter Verwendung von Milliarden von Steuergeldern. Nicht zuletzt heimische Politiker wie Bundeskanzler Kurz und Vizekanzler Strache sahen in Australiens Vorgangsweise ein Vorbild für europäische Staaten. 

Ausgerechnet in Neuseeland - mögen sich viele gedacht haben als sie heute früh von dem Terroranschlag erfuhren. Eines der Länder mit der größten Lebensqualität, mit knapp 1% muslimischer Bevölkerung, weit weg von den Kriegsschauplätzen in Syrien oder Somalia. Es gibt Anzeichen dafür, dass sich der Täter auch von deutschsprachigen Faschisten und Rassisten inspirieren ließ. Die Zahl "1683" stand auf einem der Waffenmagazine geschrieben. Das Jahr, in dem Kriegsherr Sobieski, Wien vor den Osmanen befreite. Das Jahr, das in vielen rechtsextremen Kreisen als der Sieg  gegen das Morgenland gefeiert wird. Nicht nur dort: FPÖ veranstaltete mit viel Tamtam eine Gedenkfeier 2016 unter dem Titel: "12. September 1683 - Abendland beschützen, damals wie heute."

All die Mitleidsbekundungen der Politiker (auch Vizekanzler HC Strache hat per Twitter den Anschlag verurteilt. Auf Facebook mit knapp 800.000 Fans allerdings noch nicht) werden die Opfer nicht zurückholen oder die Angehörigen vertrösten können. Man denke aber an die unzähligen Anschläge in der Vergangenheit, die von radikalen Muslimen verübt wurden. Aus allen Ecken kamen sofort die Forderung, sich von der Tat ihrer Glaubensbrüder zu distanzieren. Logo, nur Menschenhasser und verblendete Idioten würden von solchen furchtbaren Verbrechen nicht Abstand nehmen. Aber Terror hat viele Gesichter und wir sollten fair und ausgewogen sein. Daher warte ich auf die Warnung der FPÖ vor dem Rechtsextremismus - nicht nur in Neuseeland, sondern auch in Europa, Österreich. 

 

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Kommentare

 

wie die Tat von A. Breivik. Mit Kriegswaffen auf wehrlose und unschuldige Menschen schiessen. Was für ein Feigling.
Eine Frage die schon bei A. Breivik aufgeworfen wurde: Wenn man schon derart von Hass erfüllt ist, warum wird dieser nicht zielgerichtet auf die Hassprediger gerichtet, die in den Moscheen zum Kampf und Mord gegen Andersgläubige aufrufen?

 

Ich denke, Hass auf jemanden zu richten, ist nie die richtige Lösung. Aber natürlich würde es mehr Sinn machen, würde man Nazis gegen Islamisten in einem Ring gegeneinander antreten lassen, um so viele unschuldige Opfer auf beiden Seiten zu vermeiden. Deswegen ist es wichtig für alle in Österreich zu sehen - Muslime leiden genauso unter Extremisten wie "wir" das tun und deswegen sind wir alle gleich, nicht nur in dieser Sache. 

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