Ölige Träume

01. Februar 2012

„Oida, ich werde studieren und Manager. Nur um Mal so ein Auto zu fahren.“ Wie Probesitzen in den Prachtboliden der Wiener Automesse deine Karriere fördern kann.

 

In der Eingangshalle liegt ein betörender Duft in der Luft – der wunderbare unverwechselbare Geruch von Reifengummi und frischem Leder! Mehr als 400 heiße Schlitten von 40 Herstellern treffen sich bei der Automesse in Wien. Manche zum Probesitzen und Kaufen, andere zum Bewundern und Träumen.

 

Der Superstar

Der Bugatti Veyron ist so ein Traumauto. 1001 PS, hellbeige Sportsitze, dicker Auspuff, fette Felgen. Anschauen erlaubt, fotografieren erlaubt. Nur einmal ganz kurz sitzen? Nicht erlaubt!

Der Grund:  Die Jeanshose könnte auf die hellbeigen Sportsitze abfärben und außerdem ist er schon verkauft. Das heißt, jemand hat tatsächlich mehr als zwei Millionen Euro für den Boliden bezahlt. Um das Geld könnte man sich 200 Hyundai i20 oder 70 neue 3er BMW kaufen. Aber wer will das schon, wenn man das schnellste Auto der Welt haben kann.

 

Prominenz in Lack und Leder

Superstar Veyron ist in prominenter Begleitung: Rechts zwei Bentleys, links zwei Lamborghinis. Insgesamt also fünf Millionen Euro auf einem Haufen. Menschenmassen schwirren mit ihren Handykameras um die Autos. Männer berühren das Auto und streichen ehrfürchtig über die besondere Hochglanz-Lackierung und fachsimpeln über den speziellen Motor. Die Damen sammeln sich am Informationsstand und schlürfen ein Glas Champagner und beraten mit Freundinnen über das neue Wunschauto. Von der Wirtschaftskrise ist hier nichts zu merken. Einige dieser Autos werden bald irgendwo draußen neben einem Gehsteig parken.

 

Futuristische Vehikel

Ebenfalls ein Publikumsmagnet ist das Concept-Auto von Mercedes für die A-Klasse. Das  ausdrucksvolle und auffällige Design erinnert an ein Auto aus Zukunftsfilmen. Um dieses Auto annährend beschreiben zu können, braucht es Wörter wie: mächtig, kräftig, elegant oder eben ausdrucksvoll.

„Oida, ich werde studieren und Manager. Nur um Mal so ein Auto zu fahren“, prophezeit ein Junge seinen Freunden,. Er sitzt gerade im roten Mercedes SLS AMG probe – dem Ass von Mercedes, das direkt neben dem Concept-Auto steht. Auto-Gott Michael Schumacher himself fährt dieses Modell.

 

Schneller, besser, kräftiger. Das ist die Devise.

Auch Opel, Hyundai und andere Marken, die normalerweise eher für ihre sparsamen und sicheren Autos bekannt sind, haben mindestens einen Flitzer im Sortiment. Opels Corsa OPC mit 210 PS etwa ist eine extrastarke getunte Variante.

Dementsprechend hoch war das Interesse an dem kleinen „Giftzwerg“.

Nach der Messe, als ich zu Hause war, schaltete ich als Erstes meinen Computer ein und suchte nach günstigen Sportwagen. Im Moment sprengt aber sogar das billigste Modell mein Budget. Aber ich sag es euch: „Oida, irgendwann bin ich Manager und dann ist es soweit!“

 

Von Teoman Tiftik 

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