Österreichischer Presserat zu biber: Keine tendenziöse Berichterstattung zum Thema Islam

16. April 2012

Eine "tendenziöse bis bewerbende Art beim Thema Islam", warf uns Cahit Kaya vom sogenannten Zentralrat der Exmuslime vor. Dem Artikel "Der Exorzist aus Liesing" konnte er nur wenig abgewinnen:

 

Die Vorwürfe gegenüber biber:

Erstens meldete Herr Kaya gegenüber dem Österreichischen Presserat Bedenken an, "dass ein Laie darin erkennen könnte, trotz psychischer Probleme den offiziellen Weg zu verlassen und sich stattdessen einem Prediger ohne jegliche medizinische Kompetenz anzuvertrauen." Seiner Meinung nach wurde "keine kritische Position dazu befragt, die vor etwaigen Risiken warnen würde."  Der zweite Punkt der Beschwerde: "ist die Schleichwerbung im Artikel. Die Auto-Firma des "Exorzisten" wird mehrmals namentlich genannt, samt Adresse. Der Artikel ist mit einem großen Bild versehen, auf dem zusätzlich die Telefonnummer dieser Firma zu sehen ist."

 

Die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft:

Neben der Beschwerde beim Presserat bracht Cahit Kaya zudem eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft gegen Scheich Mohamed Farag wegen Kurpfuscherei ein. So etwas ist bisher nicht einmal der FPÖ eingefallen.

Hier das Statement des Presserats: Senat 2, Fall 2012/44

Ein Leser kritisierte den Artikel "Der Exorzist aus Liesing" erschienen in der März-Ausgabe des Magazins "Das Biber" auf den Seiten 16-21. Der Leser ist der Meinung, dass sich manche Menschen nach der Lektüre des Artikels an den dort vorgestellten islamischen Geiseraustreiber wenden und zweifelt an dessen Qualifikation. Der Bericht sei unkritisch. Überdies wird beanstandet, dass auf einem Foto im Hintergrund groß der Name der Autofirma des Exorzisten und die Telefonnummer dieser Firma zu sehen ist. Dabei handle es sich um Schleichwerbung.

Der Senat 2 des Presserats hat in dieser Angelegenheit kein selbstständiges Verfahren eingeleitet. Der Artikel ist ein Porträt über einen in Liesing ansässigen islamischen Exorzisten. Dass ein Artikel über Exorzismus bei manchen Lesern möglicherweise Hoffnungen weckt, ist nicht zu verhindern. Will man einen derartigen Effekt mit Sicherheit ausschließen, könnte man über das Thema überhaupt nicht mehr berichten. In welchem Moscheeverein der Geisteraustreiber tätig ist, wird im Artikel bewusst nicht angeführt.

Im konkreten Fall wird das Thema "Exorzismus im Islam" anhand  eines persönlichen Porträts aufgearbeitet. Nach Meinung des Senats ist die Reportage durchaus ausgewochen ausgefallen. Zum einen sagt sogar der Exorzist selbst, dass er nicht in jedem Fall helfen kann. Zum anderen wird auch bei einem Psychiater des AKH nachgefragt. Es liegt in der Natur der Sache, dass in einem Portät den Aussagen des Porträtierten entsprechend viel Raum eingeräumt werden.

Zum Vorwurf der Schleichwerbung:
Das Foto, das im Vordergrund den Exorzisten und im Hintergrund das Firmenschild samt Telefonnummer zeigt, ist nicht weiter zu beanstanden. Es wird dadurch Lokalkolorit vermittelt und ist nicht als verdeckte Werbemaßnahme zu bewerten. (Noch ein Hinweis: Im Text wird sogar darauf hingewiesen, dass die Geschäfte des Porträtierten in der kalten Jahreszeit nicht gut gehen).

www.presserat.at
Wir freuen uns über die positive Beurteilung und versprechen auch weiterhin ausgewogenen Journalismus und brisante Reportagen zu machen! Für alle, die unseren super Artikel über den Exorzisten aus Liesing noch nicht kennen, um den so viel Wind gemacht wird, hier zum Nachlesen

 

 

 

iesing

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