3 Minuten mit... Michael Häupl

18. Mai 2018

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Er war 24 Jahre Bürgermeister von Wien. Zum Abschied ging biber mit Michael Häupl noch auf ein Burek ins Pitawerk.

 

Herr Häupl, vermissen Sie das Rathaus?

MICHAEL HÄUPL: Ich vermisse Menschen dort, die ich mag.


Bereuen Sie Ihren „Lehrer-Sager“: Wenn ich 22 Stunden in der Woche arbeite, bin ich Dienstagmittag fertig“?

Definitiv nicht. Das war nicht gegen Lehrer gerichtet, sondern gegen einen Lehrer-Gewerkschafter, der sich jeder Reform verweigerte.

 

Gibt es einen Spruch, den Sie bereuen?

Der Begriff „mieselsüchtige Koffer“ war keine Sternstunde meiner Rhetorik.


Was geht Ihnen nach Ihrem Rücktritt nicht ab?

Die 24-stündige Verfügbarkeit, die ich seit 30 Jahren lebe, wird mir sicher nicht abgehen. Die Spitzenpolitik ist auch nicht gerade familienfreundlich. Es ist ja kein Zufall, dass ich zum dritten Mal verheiratet bin.


Am Höhepunkt der Flüchtlingskrise 2015 haben Sie bereitwillig Flüchtlinge aufgenom- men. Sie haben damals Luther zitiert: „Hier stehe ich – ich kann nicht anders“. Würden Sie das wieder tun?


Ja, natürlich. Ich erinnere mich, wie wir traumatisierte Mädchen aus Traiskirchen rausgeholt haben. Hätten wir sie dort lassen sollen?

 

Sie sind ja auch Großvater. Wie legen Sie diese Rolle an?
Ich war ein für damalige Zeiten recht moderner Vater. Als Großvater bin ich eher altmodisch. Also Babys wickeln würde ich nicht mehr wollen.


Wie gefällt es Ihnen hier im Pitawerk?
Die Hüttn gfallt ma echt guat. Ich komme wieder.

 

Interview: Simon Kravagna Foto: Marko Mestrović

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