Arbeitsmarktchancen für "Migranten" - Ergebnis negativ

03. April 2011

Migranten am Arbeitsmarkt, altes Thema mit neuen Daten. Haben so genannte Migranten am Arbeitsmarkt gute Chancen oder werden sie sogar massiv benachteiligt? Sofia Khomenko von mokant.at hat sich diese Frage gestellt - biber kommt dabei auch vor.

Die Chancen am Arbeitsmarkt sinken mit dem Migrationshintergrund und eigenen Namen

Menschen mit Migrationshintergrund haben auf dem österreichischen Arbeitsmarkt schlechtere Chancen als gleich qualifizierte Einheimische. So lautete das Ergebnis einer Studie der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung). mokant.at wollte diesem Ergebnis auf den Grund gehen und machte den Praxis-Test: Praktikums-Anfragen mit dem simplen Text „Ich hätte großes Interesse an einem Praktikum. Bitte senden Sie mir diesbezügliche Informationen zu.“ wurden von zwei Bewerberinnen an jeweils zwanzig Unternehmen verschickt. Einziger Unterschied zwischen den Anfragen: der Name. Und das Ergebnis? An der Anfrage von Anna Berger zeigen neun Unternehmen Interesse, von nur zwei erhält sie eine Absage. Aysun Cetinkaya erhält hingegen nur vier positive Antworten und sechs Absagen, von allen anderen bekommt sie gar keine Rückmeldung.

 

Das Zünglein an der Wage
mokant.at bat die Unternehmen um eine Stellungnahme. Lediglich von zwei gab es überhaupt eine Antwort und die fiel knapp aus. Ein Unternehmen erklärte, dass bei der Anfrage von Aysun die Bewerbungsfrist schon abgelaufen gewesen sei. Das zweite Unternehmen meinte, dass sie grundsätzlich keine Praktika anbieten, weshalb Aysun eine Absage erhalten habe. Als die Anfrage von Anna Berger kurz darauf kam, hatte gerade in dem Moment ein Kunde gefragt, ob sie einen Praktikanten hätten, deshalb die positive Antwort an Anna.

Das Gesamtergebnis macht dennoch nachdenklich. Es deckt sich mit der OECD-Studie und ist Ergebnissen aus Deutschland ähnlich, die eine Benachteiligung von Bewerbern mit ausländischem Namen feststellen, das deutsche Magazin „Stern TV“ berichtete darüber. „Studieren/Arbeiten wir so genannten ‚Migranten‘ alle umsonst? Oder ist dieser Artikel nur unbegründete Panikmache eines Nachrichtenmagazins?“ kommentierte der biber-Redakteur Toumaj Khakpour, der selber iranische Wurzeln hat, den Beitrag. mokant.at beantwortet er seine eigene Fragen: „Grundsätzlich haben es die sogenannten Migranten am Arbeitsmarkt schwerer, ein Vor- oder Nachname kann bei der einen oder anderen Bewerbung zum ‚Zünglein an der Waage‘ werden. Umsonst studieren sie aber nicht, gerade für die Wirtschaft sind sie wichtig und können den Migranten-Bonus auch ausnutzen, weil viele europäische und internationale Unternehmen ‚einheimische‘ Migranten mit einer Zweit- oder Drittsprache für Geschäfte und Kundenkontakte nach Osten und international brauchen.“ Es komme also drauf an, der Migrationshintergrund könne sowohl ein Vorteil, als auch ein Hindernis sein.

Nur ein Zufall?
Auch eines der befragten Unternehmen betonte, dass die Beschäftigung von Menschen unterschiedlicher Nationalitäten sehr wichtig sei, wenn man international tätig ist. Positiv beantwortet wurde aber dennoch nur die Anfrage von Anna Berger, Aysun Cetinkaya hatte gar keine Antwort erhalten. „Das ist aber wirklich ein Zufall“, beteuert eine Mitarbeiterin im Gespräch. „Sie wurde anscheinend nicht weitergeleitet und scheint untergegangen zu sein. Bei uns ist es ziemlich mulit-kulti-durchgemischt, wir beschäftigen auch viele türkische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es gibt überhaupt keinen Grund, warum wir sie diskriminieren sollten".....

gesamter Artikel auf mokant.at

Kommentare

 

Hatte letzten Di. einen Vortrag auf der FH von Dr. Busek (EX Abgeordneter, EX Vize-Bürgermeister in Wien und EX Minister) über CEE! Zur Zeit hat er irgendwie seine Finger in verschiedenen Dingen, so auch in einem Institut welches Schulungen für Angestellte von Unternehmen anbietet welche in CEE Staaten geschäftlich tätig sind!!!

Meine Meinung dazu: Wie DUMM ist der österreichische Arbeitsmarkt, wenn er die Vorteile der Migranten nicht nützt die aus eben solchen Staaten kommen!

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