Burkacouture

30. Oktober 2015

Biber-Redakteur Ata Demirel wundert sich. Frauen mit Kopftuch werden auf der Straße angepöbelt und auf dem Laufsteg bejubelt

 

Eine Szene in der Straßenbahn in Wien. Eine Frau wird als Terroristin bezeich- net, nur weil sie eine Burka anhat. Die Leute hegen Vorurteile gegenüber verschleierten Frauen. Die Burka wird zurecht als Unterdrückungssymbol gesehen. Ich aber kenne genügend Frauen, die sich aus eigener Überzeugung heraus verschleiern.

Hidschabs und Burkas sind der letzte Schrei auf den Laufstegen dieser Welt. Ich bin Stylist, ich weiß, wovon ich rede. Auf den Fashion Weeks in Berlin, Paris oder Dubai sind Burkas nichts Neues.

2009 ließ Givenchy zum ersten Mal ein Model mit einer Burka auf den Laufsteg. Daraufhin präsentierte Chanel eine ganze Resort-Kollektion in Dubai. Orientalisch angehauchte lange Gewänder und Halbmond-Schmuck sind im Trend, das ist Burka-Couture, Baby.

MODE IST FREI

Aktuell sorgt die neueste Kampagne von H&M für Aufsehen. In dem kurzen Werbespot ist für ein paar Sekunden eine stylische Frau mit Kopftuch zu sehen. Was bedeutet das jetzt? Die Leute kommen mit dem Kopftuch positiv in Berührung. Bis dato bildeten die Medien Kopftuchträgerinnen immer dann ab, wenn es um komplexe Themen wie Integration und Zuwanderung ging. Frauen mit Kopftuch sind bald in allen Mode-Katalogen
zu sehen, die Menschen verbinden endlich auch leichte und angenehme Assoziationen wie Fashion mit dem Kopftuch und das wiederum bringt Tole- ranz und Akzeptanz mit sich. Das schöne an Mode ist doch, dass sie frei ist. Man trägt, was einem gefällt - ob Bauchfrei oder Burka. 

Manish
Yoan Valat/ EPA/ picturedesk.com

Manish Aurora 2016, Paris. Der indische Designer mag es bunt und auffällig. Wer sagt denn, dass eine Burka schwarz sein muss?

chanel
picturedesk.com

Chanel Resort Collection 2015, Dubai. Karl Lagerfeld faszinierte die Modeszene in Dubai mit arabischem Flair. Haremshosen on top. 

givenchy
Francois Guillot/ AFP/ picturedesk.com

Givenchy Fall 2009, Paris. Zum ersten Mal sah man eine Burka in einer Haute Couture Show in Paris. Selbst die traditionelle Gesichtsmaske wurde beachtet. Burkacouture eben. 

HM
H&M

H&M Kampagne, Close the Loop. Hijab und stylisch geht eben doch. Auch mit kleinerem Budget. 

 

Ata Demirel ist an der Akademie bei Biber und arbeitet als Stylist. Er hat bereits für GQ in Istanbul gearbeitet und ist sonst freiberuflich international tätig. Er besucht regelmä- ßig die Fashion Weeks in London, Paris, New York, etc. 

 

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Kommentare

 

ums kopftuch herrscht jede menge bigotterie. bei der "gewöhnlichen" kopftuchträgerin fragen sogenannte religionskritiker ad nauseam nach der freiwilligkeit.

diese frauen auf dem laufsteg beweisen eindeutig, dass am kopftuch nichts zwang ist. schließlich haben sie es nach der show abgesetzt, ganz ohne dass sie gesteinigt wurden.
BB

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