Die Heldin in DIR!

07. März 2016

Frauen brauchen keine Beschützer, sondern Respekt. Wir ziehen unseren Hut vor den Superheldinnen des Alltags.

Von Doina Boev, Suzana Knezevic, Veronika Lukashevich

 

Caroline, die Rastlose
Physiotherapeutin und Softball-Spielerin, 30
Als Obfrau der Vienna Wanderers, desgrößten Baseballund Softballvereins Österreichs, weiß sie sich in Männerdomänen durchzusetzen. Benachteiligung – kennt sie nicht.

Frau, Baseball
Foto: Stephan Doleschal

biber: Was gilt für dich als weiblich?
Caroline: Ich glaube wir denken oft viel zu sehr in Stereotypen. Attribute wie Stärke oder Schönheit sind nicht ausschließlich Männern oder Frauen zuzuordnen.


Kann man eine gute Mutter sein, wenn man beruflich erfolgreich ist?
Klar. Das habe ich so vorgelebt bekommen. Voraussetzung ist wohl ein gutes Zeitmanagement und eine gewisse Konstanz und Willenskraft.


Verdienst du genauso viel wie deine männlichen Kollegen?
Ja. Wir haben in meinem Beruf als Physiotherapeuten im Angestelltenbereich denselben Verdienst und in der Freiberuflichkeit kann jeder sein Honorar frei wählen.


Wann hast du dich als Frau das erste Mal benachteiligt gefühlt?
Kann mich an keine Situation erinnern, in der ich bewusst eine Benachteiligung gegenüber Männern erfahren musste. Ich habe mich schon immer auf die Hinterbeine gestellt und gewusst, wie ich mich behaupten kann.


Wie wichtig ist dir dein Aussehen?
Es ist mir wichtig fit zu sein und dafür tu ich dann auch gerne was. Mein Beruf hält mich fit und das Mehr, das für meinen Sport notwendig ist, erledige ich am Sportplatz und mit Workouts.

 

Janet, die Meisterin der Balance
Tänzerin & Kaufmännische Angestellte, 21
Wichtiger als das Aussehen ist ihr die Ausgewogenheit zwischen Körper und Geist – der Tanz dient dabei als das verbindende Element.

Janet, Supergirl, Tänzerin, Portrait
Foto: Tobias Schenk

biber: Was gilt für dich als weiblich?
Janet: Das Weibliche wird wohl eher als fühlend, dass Männliche eher als das Logische angesehen. Wenn Männer gesagt bekommen, sie dürfen nicht weinen, weil Männlichkeit gleich Stärke ist und Frauen schwach und hilfsbedürftig sein sollen – dann ist beides falsch. Jeder soll entscheiden, welche Attribute er annimmt.


Kann man eine gute Mutter sein, wenn man beruflich erfolgreich ist?
Ja. Ich denke, es geht darum, ob du glücklich bist – mit deinem erfolgreichen Karriereleben oder deinem Dasein als Hausfrau. Erst dann kannst du eine gute Mutter sein. Die Balance ist wichtig.

Verdienst du genauso viel wie deine männlichen Kollegen?
Im Moment gibt es in meinem Beruf nur einen Mann – das ist der Manager. Der verdient natürlich mehr. Im Tanz verdienen ausnahmslos alle gleich viel, ja.

Wann hast du dich als Frau das erste Mal benachteiligt gefühlt?
In sehr jungen Jahren habe ich schon gemerkt, dass Jungs das machen, was sie wollen und dafür nicht verurteilt werden. Wenn sie sich schlecht benehmen, ist das lustig. Als Frau ist man nicht so frei. Ob es nun um
Manieren geht oder um Sexualität.


Wie wichtig ist dir dein Aussehen?
Ich finde es wichtig, mich äußerlich gut zu fühlen. Wichtiger ist mir jedoch mein Inneres – zu reflektieren, mich sehr viel mit allgemeiner Psychologie auseinanderzusetzen. Ich versuche immer die beste Version meiner selbst zu sein – dazu gehört Sport, Ernährung, Schminke, Style und das Innere.

 

Sabine, der Silberstreif am Horizont
Psychotherapeutin und ehemalige Pilotin, 58
Als Pilotin und Inhaberin einer Flugcharterfirma weiß Sabine, wie man abhebt, ohne den Boden unter den Füßen zu verlieren.

Sabine, Supergirl
Foto: Nuša Košar

biber: Was gilt für dich als weiblich?
Sabine: Dies ist in der Biologie der unterschiedlichen Geschlechtsmerkmale begründet, Männer befruchten mit ihrem Samen die weiblichen Follikeln, Frauen tragen die daraus entstehenden Kinder aus und gebären sie. Der Rest ist eine Übereinkunft von Geschlechterrollen.


Kann man eine gute Mutter sein, wenn man beruflich erfolgreich ist?
Selbstverständlich. Beruflich erfolgreich zu sein heißt, dass Mütter und Väter über ausreichend finanzielle Ressourcen verfügen, um professionelle Unterstützung beim Heranwachsen der Kinder zu lukrieren und um die Freizeit als qualitätsvolle Familienzeit auszufüllen.


Verdienst du genauso viel wie deine männlichen Kollegen?
Wahrscheinlich nicht, da ich aber selbständig berufstätig bin, kann ich das nicht genau evaluieren. Das „Wahrscheinlich“ liegt darin begründet, dass ich auf Grund meiner töchterlichen Rolle in meiner Familie nicht angehalten wurde, mögliche Karrierechancen zu erkennen und diese auch konsequent zu verfolgen.

 

Wann hast du dich als Frau zum ersten Mal benachteiligt gefühlt?
Ich entstamme einer Unternehmensfamilie, in der es seit Generationen selbstverständlich war, dass der 1. Sohn dieses übernehmen wird, die ältere Schwester für die Rolle der Angestellten als Unterstützerin des Bruders vorgesehen ist. In der jetzigen Generation ist dies kein Dogma mehr.


Wie wichtig ist dir dein Aussehen?
Leider sehr, ich würde mein Aussehen gerne entspannter sehen.

 

 

Iulia, die Vagabundin
Straßenmusikerin, 31
Als Iulia erfuhr, dass es den weiblichen Aborigines verboten war auf dem Didgeridoo zu spielen, dachte sie sich: Jetzt erst recht!

Iulia, Supergirl, Didgeridoo
Foto: Zoe Opratko

biber: Was gilt für dich als weiblich?
Iulia: Wir leben in einer Gesellschaft, in der die Weiblichkeit und Männlichkeit sich ineinander vermischen. Grundsätzlich assoziiere ich die Weiblichkeit mit dem mütterlichen Gefühl und die Männlichkeit mit der Jagd.


Kann man eine gute Mutter sein, wenn man beruflich erfolgreich ist?
Vielleicht kann eine Frau eine gute Mutter sein, während sie beruflich erfolgreich ist, aber nicht ich. Ich habe zurzeit keine Kinder, aber kenne eine Japanerin, die Künstlerin ist, vier Kinder hat und eine super Mutter ist.


Verdienst du genauso viel wie deine männlichen Kollegen?
Wenn man als Straßen-Musiker arbeitet, dann verdient man grundsätzlich das Geld draußen, auf der Straße, da gibt´s keine Unterschiede.

Wann hast du dich als Frau das erste Mal benachteiligt gefühlt?
Ich bin sehr viel alleine gereist. Mehrmals wurde mir Sex angeboten, den ich selbstverständlich absagte. Das würde einem Mann nicht passieren.


Wie wichtig ist dir dein Aussehen?
Die Gesellschaft hat die Vorstellung konstruiert, dass eine Frau gepflegter als ein Mann sein muss. Als Straßenmusikantin ist es sehr wichtig, gepflegt auszusehen. Wenn man zerfetzte Klamotten trägt, da könnten die Menschen denken, dass man eine Bettlerin ist.

 

Nathalie, die exzessive Sportlerin hat ihr eigenes Sportmodelabel gegründet
Sportskanone und Jungunternehmerin, 24
In einem Kraftsport wird man als Frau oft belächelt, doch Nathalie lacht sich ins Fäustchen, denn: „Ich weiß ja, was ich kann!“

Supergirl, Modedesignerin, Athletin, Nathalie
Foto bereitgestellt

biber: Was gilt für dich als weiblich?
Nathalie: Weiblichkeit ist für mich Einfühlungsvermögen, sensibel sein, Anmut, eine besondere Ästhetik, ein runder Po, unlogisch denken, lange Wimpern. Ich glaube Stärke und Taff-sein sind Eigenschaften, die dem weiblichen Geschlecht mindestens genauso wie dem männlichen zuzuschreiben sind.


Kann man eine gute Mutter sein, wenn man beruflich erfolgreich ist?
Ich denke, man kann dann eine wirklich gute Mutter sein, wenn man glücklich (in der Situation) ist und dazu gehört auch die Möglichkeit sich selbst zu entfalten.


Verdienst du genauso viel wie deine männlichen Kollegen?
Ach, ja ich denke ich verdiene als (studierende) Selbstständige kurz nach meinem ersten Gründungsjahr gleich wenig wie meine männlichen selbstständigen Kollegen. Die Möglichkeit das beruflich auszuleben, was schon seit vielen Jahren tief in einem brennt, ist mit Geld nicht aufzuwiegen.


Wann hast du dich als Frau das erste Mal benachteiligt gefühlt?
Ich hatte immer starke Frauen als Vorbilder in meiner Familie und konnte mich und meine Ideen immer verwirklichen. Obwohl man als Frau in einem Kraftsport auch oft nicht ernst genommen, unterschätzt oder belächelt wird, stört mich das nicht.


Wie wichtig ist dir dein Aussehen?
Mein Aussehen ist mir ehrlich gesagt wichtig. Ich habe ein Faible für Ästhetik, Farben und Mode. In meinem Sport geht es zwar viel um Leistungserfolge, aber natürlich auch um den Wohlfühl-Faktor, den Körper fit und straff zu halten und sich in der eigenen Haut wohl zu fühlen.

 

WILDEWOD
www.wildewod.com

 

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