Face of the month:  Haftender (Ein-)Druck

07. Juli 2010




Drückt man Ardan Özmenoğlu ein paar Packerl Post-its in die Hand, darf man sich nicht wundern, wenn daraus ein Kunstwerk entsteht.  

Von Linda Say (Text) und Lucia Bartl (Foto) 
 

Knalliges Pink, leuchtendes Gelb und schrilles Grün. Dazu tausende Post-it-Zetteln und die Konterfeis von Franz Kafka, Ludwig van Beethoven und Suleyman des Großen: Das ist der Mix, mit dem Ardan Özmenoğlu die Ausstellungssäle füllt. Und das nicht nur in Istanbul, wo die 30-Jährige herkommt, sondern auch in Berlin, New York sowie Alexandria. Und jetzt auch noch in Wien.

Die junge Türkin setzt auf Massenproduktion: Mittels Siebdruck druckt sie traditionelle Darstellungen auf hunderte nebeneinander geklebte Post-it-Zetteln. Mitunter löst sich ein Klebezettel und fällt in der Galerie auf den Boden – das verändert das ursprüngliche Bild. 

Mehr als ein Hobby

Als Tochter aus einer Ärztefamilie tanzt Özmenoğlu ganz schön aus der Reihe. Statt einer medizinischen Karriere entschied sie sich für das Ungewisse – die Kunst. Ungewiss deshalb, weil Kunst in der Türkei mehrheitlich als ein Hobby verstanden und kaum gefördert wird. „Wenn du willst, dass dein Land in einem guten Licht steht, dann musst du die Kunst fördern“, ist die 30-jährige Künstlerin überzeugt.

Wien ist für sie eines der kunstorientiertesten Städte der Welt: „Es hat eine große Vorbildfunktion“, erklärt sie. „Wenn man in der Türkei ‚Wien‘ sagt, stehen fließende Gewässer still.“ Eingeladen wurde Özmenoğlu von KulturKontakt Austria. Das Programm ermöglicht jungen Talenten aus Ost-und Südosteuropa einen kostenlosen Aufenthalt in Wien. Und das mit eigenem Atelier, Wohnmöglichkeit, Versicherung und einem Stipendium von 1000 Euro.

Das trifft sich gut, denn Özmenoğlu will von ihren Werken leben können. „Ich habe mir geschworen, mit Kunst alleine mein Geld zu verdienen, und daran halte ich mich.“ 

biber wünscht viel Erfolg! 

INFO: Ardan Özmenoğlu zeigt ihre Kunst gemeinsam mit Tea Hatadi aus Kroatien und Heldi Pema aus Albanien bis 30. Juli in der Galerie ArtPoint (Universitätsstraße 5, 1010 Wien, Mo-Fr, 14.00-18.00 Uhr). www.ardanozmenoglu.net  

 

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