Zwischen den Geschlechtern: Eine Fotoreportage über Transgender in Istanbul

21. März 2017

Sina Niemeyer
Rojda in der Chianti Bar. Sie liebt Musik und singt auch gerne selbst. Am Liebsten hört sie Fasil, die Musik der türkischen Roma.

Rojda, das bedeutet Sonnenaufgang auf Kurdisch. Diesen Namen wählt Wuslat für sich nach dem Coming Out und träumt von einem Neuanfang: endlich in dem Körper leben, nach dem sie sich sehnt. Doch wie reagieren die Menschen in der Türkei, wenn ein Mann sich entscheidet als Frau zu leben? Zu ihren Eltern hat Rojda seit dieser Entscheidung keinen Kontakt mehr. Um sich die teure Geschlechtsoperation in Thailand leisten zu können, prostituiert sie sich. Erst danach wird sie - zumindest offiziell - als Frau anerkannt. Viele Transgender sehen sich in der Türkei gezwungen, als Prostiuierte zu arbeiten, da sie in der Gesellschaft nicht akzeptiert und oft keinen anderen Job bekommen. Obwohl sich die kurdische Partei HDP und einzelne NGOs für die Rechte von LGBT (Lesbian, Gay, Bi-sexual, Trans*) - Individuen einsetzen, bleiben die meisten lieber in Beyoglu oder Kadikoy - den beiden aufgeschlossensten und tolerantesten Bezirken Istanbuls. Angst vor gewaltsamen Übergriffen haben sie dort trotzdem. In ihrer Fotoreportage zeigen Wiebke Nordenberg und Sina Niemeyer das Leben zwischen den Geschlechtern in Istanbul 

von Wiebke Nordenberg und Sina Niemeyer (Fotos)

Foto: Sina Niemeyer
Eine Zeit lang arbeitete Rojda in einem Bordell als "Puff-Mutter", wie sie es selbst beschreibt. Sie kümmerte sich nicht nur um die Buchhaltung, sondern auch darum, dass es den Mädchen gut geht.
An der Tarlabasi Caddesi gibt es eben Sexshops zahlreiche Perückenläden, die vorwiegend von Transfrauen besucht werden
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Normalerweise sitzen die Prostituierten im Fenster des Bordells und locken so mögliche Freier an. Da die Straße mitten im Szeneviertel Beyoglu liegt, verirren sich oft auch TouristInnen hierher.
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Ebru Kiranci im Büro des Vereins Istanbul LGBTT. Neben Rechtshilfe und Beratung organisiert der Verein regelmäßig Kundgebungen und Demonstrationen.
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