Häusliche Gewalt in Zeiten von Corona – hier findest du Hilfe

23. März 2020

Für Opfer häuslicher Gewalt ist die Zeit gerade besonders gefährlich. Während der Isolation und Quarantäne sind viele Frauen (und Männer) für die sonst das Hinausgehen und der Alltag außerhalb der Wohnung eine Zuflucht war, mit ihren gewalttätigen Ehepartnern zuhause quasi gefangen. In China haben sich in den letzten Wochen dreimal so viele Betroffene häuslicher Gewalt an Hilfestellen gewandt, als vor der Pandemie. Auch in Österreich sei ein Anstieg der Fälle zu erwarten. Wer zum Beispiel in einer kleinen Wohnung lebt, ist durch die momentanen Einschränkungen noch schlimmer betroffen. „Leider steht zu befürchten, dass durch die belastende Situation, die Bewegungseinschränkung, die Existenzangst, die Unsicherheit – auch das Risiko steigt, dass Frauen und Kinder verstärkt von Gewalt im familiären Bereich betroffen sind“, so Sonja Mille von der Frauenberatung Mostviertel. „Keine Frau, kein Mensch muss häusliche Gewalt erdulden“ teilte Justizministerin Alma Zadic Sonntagabend in der ZIB2 mit. Es gebe trotz des Notbetriebs der Gerichte eine gesicherte Hilfe für Betroffene. Hier kommen auch Frauen- und Mädchenberatungsstellen ins Spiel.

Häusliche Isolation ist kein rechtsfreier Raum

„Ob Prävention, akute Hilfe oder Nachbetreuung – wir unterstützen Frauen und Mädchen in allen Phasen“, erklärt Hannah Steiner, Koordinatorin des Netzwerks österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen. Das ist ein Dachverband, der über 60 Anlaufstellen in ganz Österreich hat. Sozialarbeiterinnen, Beraterinnen, Juristinnen, Psychologinnen und Psychotherapeutinnen begleiten euch während der Coronakrise und natürlich auch danach in schwierigen Lebenssituationen. Das können psychische Probleme sein, existenzielle Ängste, familienrechtliche Fragen, berufliche Fragen, Probleme in der Partnerschaft oder mit den Kindern, genauso wie häusliche oder sexualisierte Gewalt.

Auch Frauen- und Integrationsministerin Susanne Raab will darauf aufmerksam machen. So appeliert sie in einem Interview mit dem kurier vom 19.3: „Mir ist eines ganz besonders wichtig: Die Quarantäne und die häusliche Isolation sind kein rechtsfreier Raum! Eine Krise wie jetzt ist auch kein Freibrief für Gewalt. Frauen müssen über die bestehenden Hilfsangebote Bescheid wissen.“ Raab merkt dazu an, dass die 24-Stunden-Helpline finanziell und personell aufgestockt und die Onlineberatung für von Gewalt bedrohte Frauen ausgebaut wurde. Anträge auf die Erlassung einer Einstweiligen Verfügung gegen einen gewalttätigen Partner sollen künftig auch online bei der Polizei eingebracht werden können, so dass die oder der Betroffene dafür nicht außer Haus muss. 

Wenn du selbst betroffen bist, oder jemanden kennst, der sich in dieser äußerst schwierigen Lage befindet, kontaktiere eine der unten aufgelisteten Telefonnummern. Viele davon sind auch per Chat oder Mail zu erreichen. 

An wen kann ich mich wenden? 
 
 
 
 
 
 

 

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