„Ice Cube hatte diesen Killerblick!“

30. November 2020

„Jay & Arya“ haben 1,19 Millionen Abonnenten auf YouTube und versorgen Film-Freaks mit lustigen Filmfehlern oder trashigen Filmkopien. Arya Lee ist einer der beiden Filmemacher, erzählt über seine Zeit im Flüchtlingsheim und verrät uns seine Film- und Serientipps für den Lockdown.

Arya Lee
Arya Lee

BIBER:Wie seid ihr zu eurem YouTube-Kanal gekommen und wie waren eure ersten Schritte beim Filmemachen?

Arya Lee: Wir wollten schon immer Regisseure werden und Filme für ein internationales Publikum machen. Angefangen haben wir mit Kurzfilmen, dann haben wir aber auch eine „Film-Show“ bei YouTube gemacht. Sowas in der Art gab es in Deutschland zu der Zeit noch nicht. Unser Channel ist dann immer weiter gewachsen und das hat uns wiederum Türen in die Filmbranche geöffnet.

 

Was macht YouTube so besonders und welche Vorteile hat das für kreative Köpfe?

Es ist eine unglaublich einzigartige Plattform die einem Möglichkeiten, gibt die man sonst nicht hat. Wir können alles machen und bestimmen, was unsere Videos angeht. Wir kreieren den Content den wir wollen und können unserer Kreativität freien Lauf lassen. Außerdem können wir alles selbst übernehmen: Das schneiden der Videos, die Moderation und Regie.

 

Ihr habt mit Kevin Hart und Ice Cube einen Kurzfilm gedreht, wie war der Dreh mit den beiden?

Das war relativ am Anfang unserer YouTube-Zeit, deshalb war es dann noch überwältigender mit den beiden arbeiten zu können. Als wir die Zusage hatten war ich ziemlich nervös, obwohl ich eigentlich nie nervös werde. Ice Cube höre ich seit meiner Kindheit und Kevin Hart schaue ich auch seit Ewigkeiten. Ice Cube war total freundlich, hatte aber diesen berühmten Killer-Blick, den man von ihm kennt. Kevin Hart war total bodenständig und bescheiden, die beiden waren sich für keine Anweisung die wir ihnen gegeben haben zu schade, haben alles mitgemacht und waren allgemein sehr cool drauf! Der Dreh mit den beiden war auf jeden Fall ein erster Schritt Richtung Hollywood.

Jay und Arya
YouTube "Jay & Arya"

Wie divers ist die deutsche Filmbranche?

Leider nicht all zu divers. Es sind immer wieder dieselbe Art von Filmen und Gesichtern, die sich bewähren. Es werden leider zu wenig Risiken eingegangen. Es gibt aber eine neue Welle an Filmemachern und Schauspielern, die in Zukunft coole Sachen veröffentlichen werden.

 

Arya, drei Filme und Serien für alle, die Langeweile im Lockdown haben?

Filme die man unbedingt geschaut haben muss: Der unsichtbare Gast, The Accountant und Mollys Game. Die gibt es alle auf Netflix. Was Serien angeht kann ich Dark, Death Note (Anime) und auf jeden Fall noch Um die Welt mit Zac Efron empfehlen. Dann noch etwas, was mehrere Leute sehen sollten: The Social Dilemma (Deutsch: Das Dilemma mit den sozialen Medien). Ebenfalls alles auf Netflix zu sehen.

 

Du bist mit deinen Eltern aus dem Iran geflüchtet und ihr habt die ersten Jahre in Ulm im Flüchtlingsheim gewohnt. Wie war die Zeit dort?

Deutschland ist meine Heimat. Und das ist jetzt keine Floskel eines „Vorzeigemigranten“,sondern ernst gemeint. Ich würde mich im Iran glaube ich nicht wohlfühlen, würde ich dort leben. Ich würde da auch keinen Fuß reinsetzen, solange es dort keine Freiheit gibt. Abgesehen davon liebe ich das Leben in Deutschland, ich spreche Deutsch besser als Farsi und mag viele deutsche Werte. Das Einzige was ich vermisse ist meine Familie, das Land an sich aber nicht. Ich bin mir sicher, ich könnte das was ich heute mache, dort jetzt nicht tun.

 

Hast du Tipps für junge Leute, die selbst mal mit YouTube oder in der Filmbranche anfangen wollen und vielleicht ähnlichen Background haben wie du?

Woher ihr kommt bestimmt nicht wohin ihr gehen könnt. Ich hatte als Kind selbst auch negative Glaubenssätze wegen meiner Herkunft und Identität, diese loszuwerden hat viel Zeit und Arbeit an mir selbst gekostet. Solange du nicht an dich glaubst und dir selbst zum Beispiel denkst: „Ich bin doch nur ein Migrant, das schaffe ich sowieso nicht“ kommst du nicht voran. Das was andere über dich sagen und denken ist nicht das Wichtige, sondern was du über dich denkst.

Was das Filmemachen angeht: Lasst euch von fehlendem Budget oder Equipment nicht entmutigen! Das hatten wir anfangs auch nicht. Eure Idee ist das Wichtigste, fangt mit euren Handykameras an, die sind heute besser als unsere Kameras damals. Ihr könnt euch online super viel selbst beibringen, Jay und ich haben nie eine Filmschule besucht. Und wenn wir das schaffen konnten, könnt ihr das auch!

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