Interview mit FPÖ-Lazar: IZMIR STATT ISLAM

04. Februar 2011

Während Jörg Haider noch Saddam Hussein die Hand schüttelte und den Freund der Araber gab, fährt H.C. Strache lieber nach Israel. In allen Fragen rund um das Judentum stets an seiner Seite: der Wiener Gemeinderat David Lasar. Der jüdische FPÖ-Politiker hat zwar etwas gegen den Islam, urlaubt aber gerne in Izmir: „Dort ist es sehr schön“.

Von Monika Bratić, Anna Thalhammer und René Wallentin (Fotos)

Gastfreundlich ist David Lazar. Zum Interview gibt’s Kaffee und Kuchen. Nur wenn’s dann um die „Ausländer“ geht, wird der Ton doch rauer. Straches Verbindungsmann zu Israel über die FPÖ, das Judentum und den Koran.

 

 

 


 

 

 

biber: Sind Sie der „Alibi-Jude“ in der FPÖ?

DAVID LASAR: Ich mag das Wort „Alibi-Jude“ nicht. Gerade von Journalisten will ich das nicht hören. Ich finde, das ist mehr als antisemitisch. Ich denke, es wäre auch einmal wichtig meine politische Arbeit zu bewerten, nicht immer nur meine Religion. Außerdem unterstützen auch etliche andere Juden die FPÖ.

Sind Sie Bindeglied zwischen jüdischer Glaubensgemeinschaft und Partei?

Wir trennen Politik und Religion strikt. Wenn ich in die Synagoge gehe, dann rede ich auch nicht von der Arbeit.

Dafür dass die FPÖ angeblich zwischen Religion und Politik trennt, ist der Islam aber recht oft auf ihren Plakaten zu finden.

Der Islam ist nicht nur eine Religion, sondern Gesetz und Leben zugleich. Soweit ich weiß gibt es das in keiner anderen Religion. Wir haben hier Gesetze, die der Staat macht und an die man sich zu halten hat. Wir wollen keine Parallelgesellschaften.

Aber wenn man sich etwa die orthodoxen Juden in Wien anschaut, hat man auch das Gefühl, dass diese gerne unter sich bleiben.

Das stimmt so nicht. Aber nach wie vor ist es so, dass man sich als Jude schützen muss: In Wien sind alle Einrichtungen 24-Stunden bewacht. Auch weil wir von Moslems bedroht werden. Vielleicht entsteht deswegen dieser Eindruck.

Glauben Sie, dass die wahren Antisemiten die Moslems sind?

Na schauen Sie mal in den Koran hinein, da steht, dass Juden erschlagen werden sollen und was weiß ich was! Sagen Sie mir bitte, was hier für das Judentum positiv ist!

Was ist, wenn Ihr Sohn eines Tages mit einem muslimischen Mädchen nach Hause kommt?

Gar kein Problem! Ich hab noch nie ein Problem mit dem Glauben gehabt, für mich zählt der Mensch! Aber Deutsch können und gut integriert wäre schön. (lacht)

Haben die Moslems auch was Gutes?

Ja, ich esse gern türkisches Essen und fahre jedes Jahr in die Türkei nach Izmir auf Urlaub. Dort ist es sehr schön.


Waren Sie mit dem H.C. Strache schon in einem Kosher-Restaurant?

Ja war ich. Im Alef-Alef im ersten Bezirk. Wenn Sie Lust haben, gehen wir doch mal gemeinsam kosher essen. Oder türkisch! Ich bezahle!

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Kommentare

 

Als Jude müsste er es besser wissen, was Leute aus dem Rechten Lager mit seinen Leuten gemacht haben und was sie bereit wären jederzeit wieder zu wiederholen!
Ausserdem ist Judentum dem Islam sehr nahe, und ist auch nicht nur eine Religion sondern eine Einstellung, eine Lebensweisheit oder was auch sonst noch so darunter verstanden wird!

lg

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