„Lachen lernst du nicht auf der Uni“

22. Februar 2019

Soso
Foto: Soza Almohammad

BIBER: Am 15. März ist dein erster Auftritt bei Dancing Stars. Was bedeutet das Tanzen für dich?

SOSO MUGIRANEZA: Tanzen ist für mich die Möglichkeit, Gefühle, die man in sich trägt, körperlich auszudrücken.

Zu welcher Musik tanzt du am liebsten?

Wenn ich runterkommen möchte, höre ich Reggae. Wenn ich die Sau rauslassen will, dann Afro-Beat, Old School Hip-Hop oder Dancehall.

Warum bist du Comedian geworden?

Ich war immer der Klassenclown mit dem Drang, Menschen zu unterhalten.

Was machst du, um glücklich zu sein?

Luft atmen und Lachen haben für mich denselben Stellenwert, es ist die beste Therapie. Wenn wir Menschen uns sagen, dass wir über bestimmte Themen nicht lachen dürfen, geben wir zu, dass dieses Thema uns unter Kontrolle hat. Und dann akzeptiert man in manchen Situationen auch diese Opferrolle, was Negativität verbreitet. Viele Menschen, vor allem in Wien, ticken ja so. Deswegen sind wir ja auch die zweitunfreundlichste Stadt der Welt.

Und ist das gut? Darf man also über alles lachen?

Wenn ich über etwas lache, heißt es ja nicht, dass ich es unterstütze. Lachen ist etwas Natürliches, es ist wie Furzen. Und diese ganze Diskussion von wegen „Darf ich überhaupt über das oder das lachen?“ ist komplett überbewertet. Wenn du mal traurig bist und zufällig trotzdem etwas Witziges passiert, sollte man nicht sagen: „Oh, ich bin jetzt traurig, es wäre eigentlich lustig, aber ich lache nicht, ich trau mich nicht“. Weil du durchs Lachen am besten die Trauer verarbeitest. Das ist ein gratis Geschenk, das uns Menschen gegeben wurde. Diese Dinge lernt man nicht auf der Uni, sondern im wahren Leben.

Was gefällt dir in Wien am meisten?

Dass die Schere zwischen arm und reich nicht so groß ist. Ein Arzt wohnt im dritten Stock, die Putzfrau im Erdgeschoss.

Wer fährt den Mercedes?

Die Putzfrau. (lacht)

Nervt es dich, dass dir Menschen immer wieder dieselben Fragen rund um Rassismus stellen?

Die Medien wollen damit Emotionen erzeugen, indem sie mich über meine rassistischen Erfahrungen fragen. Auch linke Zeitungen denken, sie bekämpfen Rassismus, indem sie ihm viel Aufmerksamkeit schenken aber in Wirklichkeit ist es das Gegenteil. Da geht man hin mit der Erwartung, über etwas Spaßiges und Geiles wie Dancing Stars zu reden und dann ist die erste Frage: „Wie geht’s dir mit Rassismus in Österreich?“. Kann mich irgendwer einladen, wenn es um etwas Schönes geht? Zum Beispiel eine Pandababy-Geburt.

Anmelden & Mitreden