Maria Vassilakou: „Schönheit bringt dir 14 Tage Vorsprung.“

13. Mai 2008

Die Grüne Klubobfrau Maria Vassilakou über ihr Foto-Shooting mit der griechischen Vogue, Aberglaube, Integration und warum sie auch orthodox geheiratet hat.

Das leicht entrückt wirkende Model mit dem kleinen Hund vor dem Museum ist erst auf dem zweiten Blick erkennbar. Wie es bei einem Mode-Shooting üblich ist, wurde Maria Vassilakou zuvor perfekt gestylt und dann gekonnt in Szene gesetzt. Ein Fotograf der Vogue war nach Wien gekommen, um die Politikerin abzulichten. Im Anschluss daran gab sie der Zeitschrift ein Interview über ökologische Fragen. Biber hat mit der Grünen über ihren Ausflug in die Fashion-Welt geredet.

BIBER: Frau Vassilakou, in der April-Ausgabe der griechischen Vogue wird Ihnen viel Raum eingeräumt.  Warum ist eine österreichische Politikerin so interessant?
Maria Vassilakou: In Griechenland war es für viele Medien eine Sensation, dass eine griechischstämmige Person in der österreichischen Politik tätig ist. Noch dazu eine Frau. Und zudem noch eine Vertreterin der Grünen Partei, die es bis vor kurzem in Griechenland gar nicht gab. Ich war und bin vor allem in ökologischen Fragen eine beliebte Ansprechperson.  

Frauenmagazine beschäftigen sich so gut wie immer mit Schönheit. Aber welche Rolle spielt Schönheit oder Attraktivität in der Politik?
Ein altes chinesisches Sprichwort sagt: „Schönheit bringt dir einen Vorsprung von 14 Tagen!“
Sicher! Attraktiv zu sein bringt Vorteile im Leben.  

Männern und Frauen gleichermaßen?
Selbstverständlich werden Frauen in der Politik anders betrachtet. Bei Männern wird seltener kommentiert, wie sie aussehen. Bei Frauen wird sehr genau darauf geschaut, wie sie aussehen, und Ja, wie alt sie sind. Erst in zweiter Linie ist dann wichtig, ob und was sie zu sagen haben. Dennoch ist der Schönheitskult in unserer Gesellschaft auch bei den Männern angekommen.

Wer ist denn von den österreichischen Politikern ihrer Meinung nach attraktiv?
(überlegt)…O mein Gott! Mir fällt gerade niemand ein, der mir in meiner politischen Laufbahn so derart aufgefallen ist, der so attraktiv war, dass er alles andere aus meinem Wahrnehmungsradius verdrängt hat.

Also ist der Schönheitskult bei Österreichs männlichen Politikern nicht angekommen?
Bei einigen schon. Ex-Finanzminister Grasser hat in seiner Amtszeit bewusst mit seiner angeblichen Attraktivität gespielt und galt als der Schönling der Nation. Ich finde, wenn ein Politiker attraktiv ist, darf er es zeigen, die eigentliche Botschaft und politische Handlung dadurch aber nicht verdrängen. Mit erotisierenden Bildern kann man sicher nicht punkten wenn es um das politische Überzeugen von Menschen geht.

Versuchen Sie auf Plakaten mit Attraktivität zu punkten?
Sicher werde ich nicht die „schierchsten“ Bilder für meine Plakate nehmen. Als Politiker soll man Menschen auf verschiedensten Kanälen zu erreichen versuchen. Also machen wir auch solche Fotos, wenn wir glauben, dass wir damit unsere Inhalte transportieren können. Ich persönlich galt ja übrigens in meiner Jugend in Griechenland als Allerweltsgesicht! Erst in Österreich sagte man mir eine Attraktivität nach. Ich habe mich aber nie als etwas Besonderes gesehen, was sehr gut war und ist.

Welchen Bezug haben Sie zur Heimat?
Ich bin seit 22 Jahren in Österreich, habe hier meine Freunde, habe hier studiert und geheiratet. Nach Griechenland fahr’ ich auf Urlaub. Und sicher, in meiner Pension will ich an einen sonnigen Ort leben, also vielleicht auch in Griechenland. Aber das will ein Durchschnittsösterreicher auch.

Haben Sie noch die griechische Staatsbürgerschaft?
Ja. Laut österreichischem Recht musst du deine alte Staatsbürgerschaft ablegen, um die neue zu bekommen. Die griechische Politik ist aber nun mal so, dass sie sich weigern, einen aus dem Staatsverband zu entlassen.

Interessant! Sie könnten auch in Griechenland Politikerin sein?
Theoretisch könnte ich das. Ich bin aber der Meinung, dass man sich dort politisch engagieren soll, wo man lebt – und das unabhängig von der Staatsbürgerschaft. Das ist meine tiefe politische Überzeugung. Wenn ich Zeit aufwenden kann, versuche ich aber auch in Griechenland ökologische Themen voran zu treiben.

Und wie sieht es mit der Akzeptanz seitens der Österreicher aus? Wie gut kann man hier als migrantische Politikerin Fuß fassen? Irgendwelche negativen Erfahrungen?
Ich muss die Österreicher für ihre Toleranz loben. In Griechenland wäre es undenkbar, dass jemand aus dem Ausland politisch erfolgreich ist. Dass ich hier keine Ablehnung gespürt habe, könnte aber auch damit zu tun haben, dass die Griechen den Österreichern nicht so fremd erscheinen, wie es andere vielleicht sind. Die Durchschnittsreaktion ist dann eben dieses leicht gesungene „Ah eine Griiechin“, mit dem langen Begeisterungs-I. Kann sein, dass mein Leben anders verlaufen wäre, wenn ich aus einem anderen Land käme, oder eine andere Hautfarbe hätte. Früher bin ich allerdings auch mit rassistischen Anfeindungen konfrontiert gewesen. Ich trage ja kein T-Shirt, wo „Achtung Griechin“ darauf steht.

Was bedeutet für Sie Integration?
Erstens: Die Landessprache zu beherrschen, da wir in einer Aufnahmegesellschaft leben. Zweitens hat es ein Mensch leichter, wenn er einen höheren Bildungsgrad hat und ökonomischen Erfolg vorweisen kann. Niemand würde etwa bei Attila Dogudan die Frage stellen, ob er integriert ist. Höchstwahrscheinlich kann man sich als erfolgreicher Mensch
leichter emotional der Gesellschaft öffnen und wird auch leichter akzeptiert. Wenn ich aber als Migrant oder Migrantin das Gefühl bekomme, dass ich mich „schleichen“ soll, dann würde ich auch nichts anderes tun, als mich zu verschließen.

Sie haben einen Österreicher geheiratet! Wie haben Sie Hochzeit gefeiert?
Standesamtlich in Wien und kirchlich in Griechenland. Eine griechische
Hochzeit hat die Ausmaße einer mittleren Demo, deshalb war es uns auch
wichtig, ein großes Fest in Griechenland zu feiern, wegen der "Hetz".

Sie sind griechisch orthodox, Ihr Mann ist katholisch! Welche Rolle spielt Religion in Ihrem Leben?
Ich bin nicht besonders religiös. Meiner Familie war es nie besonders wichtig, zur Messe zu gehen oder zu fasten. Ich sehe aber auch keinen Grund, aus der Kirche auszutreten.

Mir sind Ihre Armbänder aufgefallen. Da sind doch kleine Bilder von Heiligen drauf?
Ich bin ein abergläubischer Mensch, typisch griechisch. Ich glaube an Glück und Pech, und die Armbänder sollen mir Glück bringen. Mein Hund Rico hat auch ein Glückshalsband.

Würden Sie denn Ihre Kinder taufen? Und wenn ja, welches Bekenntnis?
Ich würde auch mein Kind orthodox taufen lassen. Ich denke, dass so ein Fest ein wichtiges gesellschaftliches und traditionelles Ereignis sein kann, vorausgesetzt es steckt kein Zwang dahinter. Und orthodox, weil mein Mann und ich wissen, dass es meinen Eltern viel bedeutet.

Jetzt die wichtigste Frage Frau Vassilakou. Wer ist Ihr Favorit bei der EURO 2008?
Griechenland natürlich!

Und für Ihren Mann?
Ich glaube mein Mann hält auch zu den Griechen, weil jeder bei den Siegern sein will (lacht).

 

 

von Ivana Martinović

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Kommentare

 

das foto schaut ur bedrückend aus,
sie schaut aus als würd sie weinen, ivana schaut ur ernst drein, ivana sonst grinst du ja auch auch auf allen fotos ;)) warum schaust so ernst?

 

stimmt!
uur org.. wie bei so ner frauenberatungsstelle..
hm ;)

 

aaah wenn ihr wüsstet, was da so für ernste themen waren :)) frau v. hat ja wirklich ausm nähkästchen geplaudert. nur wie es eben bei interviews is, muss viel gekürzt werden. wahrscheinlich hat sie mir grad das geheimnis ihres lebens anvertraut und ich nur baaaaam oidaaaa. :))und simon knips knips und des foto woar im kastn. foischer augenblick. und bäääää dreingschaut :))

 

haha ivana ...du schaust immer bäää rein :P

 

sag ich dooooch herst. du musst es wissen kanki. was glaubst woher die autobranche den bösen blick her hat. ha ?

 

poaa hahaha :D na vom Fritzl you know who i mean

 

vadaammt da fritzl is wiakli ärga drauf als i...
boa ich hasse es zu verliarn

 

emm was soll ich sagn ....schach matt?
nja dafür siehst ur viele stars aufm life ball...;)
space und weltraum solln die hauptthemen sein...
ich finde die ganze evranstaltung irgend wie ...net wirklich meins ...
da sitz ich lieber daheim und guck die eurovision:)

is eh am selbn tach od?

 

waaaaaaaaaas kackeeee jetz verpass ich die eurovision. naja man kann net alles haben...kanki du weißt, dass du irgendwie mit dabei am lifeball bist. deine kamera, deine bilder, dein lifeball hahaah

 

hahaha hey genau wannn holst du die kamera ab???

tshirt hab i net gefunden :(
is eh wurst...

 

hahaha ...sing dort für mich ...skim si sinoc dale...gacice:P

 

Ich finde, wenn ein Politiker attraktiv ist, darf er es zeigen, die eigentliche Botschaft und politische Handlung dadurch aber nicht verdrängen. Mit erotisierenden Bildern kann man sicher nicht punkten wenn es um das politische Überzeugen von Menschen geht. WASTE DISPOSAL LONDON

 

oiii des ham mi meine lehrer auch immer gefragt, warum ich so ernst schau. leitln des is net absicht. falls ich net unbedingt von ohr zu ohr grinse, wirke ich etwas ernst. :)) "wirke" bins aber net.

und die frau v. war so vertieft in das gespräch, da konnt ich sie net durch hihihi und hahaha störn :))

 

ge heast des mocht jo nix, i wollts da nur sagen, dass du da so böse ausschaust ;)
aber wir wissen ja dass du ansonsten ein strahlemann bist ;))

 

x, i wollts da nur sagen, dass du da so böse ausschaust ;)
aber wir wissen ja dass du ansonsten ein strahlemann bist Get your training

 

ja, im arhiv hätt ma nich adrettere fotos von der vassilakou gehabt, aber mit denen gabs technische fehler. und die rechte für die vogue-pics hamma nur fürs print gehabt. für onlinr war ka geld mehr da..

iv.cucu.

 

kommt es nur mir so vor,oder schaut die arme maria wegen dem bösen blick demütig nach unten?

 

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sie schaut aus als würd sie weinen, ivana schaut ur ernst drein, ivana sonst grinst du ja auch auch auf allen fotos ;)) warum schaust so ernst? twitter.com

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Maida Dedagic ist ehemalige biber-...
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