Meine Kopftuchevolution

08. Juni 2016

Redakteurin Mona hat sich im Laufe der Jahre entwickelt, verändert und ist als Person gereift. Genauso ergeht es ihrem Kopftuch, das durch die Jahre eine Hijab-Evolution durchgemacht hat.

Von Mona Shama


Kopftuchevolution
Foto by Sophie Kirchner

Seit meinem fünfzehnten Lebensjahr trage ich mein geliebtes Kopftuch. Damals interessierte ich mich für den Hijab nur aus modischer Perspektive. In meinem Freundeskreis trugen alle das Kopftuch und ich wollte nicht als Außenseiterin dastehen. Also habe ich mir Frauen aus meiner Heimat Ägypten als Inspiration herangezogen. Doch das wurde mir auf Dauer zu eintönig, also habe ich alle paar Monate etwas Neues ausprobiert. Logisch, man trägt ja nicht die gleiche Frisur ein Leben lang. Oder die gleichen Air-Max.
Heute bin ich zwanzig und weiß: Das war nur ein kleiner Vorgeschmack, was auf mich zukommen sollte. Die Evolution meines Kopftuches ist längst nicht vorbei. Wer weiß, wie mein geliebtes Stück Stoff in zehn, zwanzig Jahren auf meinem Kopf aussehen wird. Nicht nur Menschen entwickeln sich, auch die Mode und somit mein Kopftuch.

 

Das Kamel-Kopftuch

Kopftuchevolution
Foto by Sophie Kirchner

Warum Kamel? Unter diesem gemusterten Kopftuch verbergen sich noch stolze neun Kopftücher. Es war DER ägyptische Trend damals. Es galt: Je mehr, desto besser. Und natürlich konnte ich nicht wiederstehen.

 

Rich rich bitch

Kopftuchevolution
Foto by Sophie Kirchner

 

Es kam die Bandagen-Mode. Das waren kleine Stoffteile, die man unterm Kopftuch trug. Hier war sie allerding noch harmlos. Ich hatte damals nur zwei von denen oben, was danach kam, ist eine andere Geschichte.


Wanna be no Hijabi

Kopftuchevolution
Foto by Sophie Kirchner

 

Man nehme sich seine ganze Bandagen-Sammlung und setze sie sich auf den Kopf. Man sah die zwar nicht ganz, aber die paar Millimeter reichten, um der Welt zu zeigen, dass du dir alle Farben davon gekauft hast.


Die „ Ich hänge mir lauter Schmuck auf den Kopf“-Phase

Kopftuchevolution
Foto by Sophie Kirchner

 

Ich war damals 16 und kam mir vor, wie Geri Halliwell von den Spice Girls. Also kamen nur knallige Farben und auffälliger Schmuck in Frage. Aufgabe war: So gut wie möglich aufzufallen. Plastikblumen verleihten dem Look noch einen „extra Touch“

 

Leopardenmuster everywhere

Kopftuchevolution
Foto by Sophie Kirchner

 

Die wilde Phase ging weiter und kam in den nächsten Level. Viele Farben, viel Glitzer, vielleicht ein paar Blumen, schlicht und einfach eine Beleidigung für jedes Mädchen, das sich stylisch nennt.


I am a simple Lady

Kopftuchevolution
Foto by Sophie Kirchner

Von der Schmuckphase verabschiedete ich mich, denn „schlicht“ war der neue Trend. So kam ich auf den Turban.
Lange trug ich ihn nicht, aber ab und zu war diese Art ein Segen im Sommer. Ganz so islamisch war es nicht, es war aber um einiges unauffälliger, als die anderen davor.

 

 Schlicht und einfach

Kopftuchevolution
Foto by Sophie Kirchner

Das jetzige Kopftuch ist angenehm und mühelos zum Binden. Mit nur zwei Nadeln sitz das Tuch schon. Mittlerweile hat jede muslimische Frau ihren eigenen Stil entwickelt. Man schaut auch nicht mehr auf den Stil des Herkunftslandes.


Laut der Ausstellung „Chapeau“ ist die Kopfbedeckung das sichtbarste visuelle Zeichen von Identität und so finde ich es schön, wenn diese Identität auch ihre eigene Evolution erlebt. „Chapeau“ ist von 9.6.-30.10. im Wien-Museum zu bestaunen.

 

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Kommentare

 

braucht in Europa an ausnahmslos allen Schulen flächendeckenden islamischen Religionsunterricht, damit allen Jugendlichen die friedlichen Regeln des wahren Islam nähergebracht werden kann.

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