"Mischt euch da nicht ein!"

12. Mai 2018

Seit Wochen diskutieren in Österreich Experten und Politiker über ein Kopftuchverbot in Kindergärten und Volksschulen. Aber was sagen eigentlich jene Mädchen und ihre Familien, die von dem Verbot betroffen wären? Ein exklusiver Einblick in den Alltag junger kopftuchtragender Musliminnen. 

Text: Melisa Erkurt, Mitarbeit: Bilal Albeirouti

Fotos: Zoe Opratko

 

Alle Fotos wurden nachgestellt. Dieses kleine Mädchen trägt normalerweise kein Kopftuch.

Fatima* ist außer Puste. Sie kommt gerade vom Fußballspielen im Park und hat das Entscheidungstor geschossen. Sie trägt ein Liverpool-Dress, ihre Lieblingsmannschaft. „Fatima spielt besser Fußball als die Jungs“, sagt ihr Schulfreund Muhammed*. Fatima grinst stolz.  „Jetzt muss ich aber nach Hause - Hausübung“, sagt die 9-Jährige und schnappt sich ihren Roller. Zuhause wirft sie als erstes ihren Rucksack in die Ecke, wäscht sich und geht mit ihrer Mutter beten. Fatima kommt aus einer religiösen Familie. Ihre Eltern sind vor zehn Jahren aus Somalia nach Österreich geflüchtet, Fatima ist in Wien geboren. Sie trägt seit sie sieben ist ein Kopftuch.

„Ich musste schon mit fünf ein Kopftuch tragen. Ich habe Fatima zwei Jahre länger Zeit gelassen“, sagt Fatimas Mutter Amina*. Der Vater lächelt verlegen, dann wechselt er das Thema: „Fatima ist so eine fleißige Schülerin und sie hat so viele Freunde, wir sind sehr stolz auf sie“, sagt er und streicht seiner Tochter liebevoll über das Haar. Denn zuhause trägt Fatima kein Kopftuch, auch wenn sie es laut religiöser Vorschrift müsste, weil gerade männliche Gäste, die nicht mit ihr verwandt sind, zu Besuch sind. Doch es geht Fatimas Eltern nicht darum, dass Fatima ihr Haar bedeckt. „Sie soll sich langsam an das Kopftuchtragen gewöhnen“, sagt Amina. „Sonst wird es später, wenn sie es offiziell tragen sollte, vielleicht komisch für sie.“ Mit offiziell meint Fatimas Mutter den Eintritt der Menstruation. Ab diesem Zeitpunkt sollten sich nach Interpretation einiger Muslime die Mädchen im Islam bedecken. „Ich bin Taxi-Fahrer“, sagt Fatimas Vater, „ich habe oft betrunkene junge Frauen unter meinen Fahrgästen. Ich möchte nicht, dass Fatima eines dieser Mädchen wird“, sagt er nachdenklich. Denn mit dem Kopftuch geht ein keuscher Lebensstil einher.

In Fatimas Klasse ist sie das einzige Mädchen mit Schleier. Als sie in der ersten Klasse mitten im Schuljahr auf einmal das Kopftuch aufsetzt, äußern sich weder LehrerInnen noch die Direktorin dazu. Nur manche von Fatimas Freundinnen sind verwundert. „Meine türkische Freundin wollte wissen, wieso ich ein Kopftuch trage und sie nicht, sie ist ja auch Moslem“, sagt Fatima. Eine Antwort hat Fatima darauf nicht wirklich: „Bei uns ist das so“, sagt die 9-Jährige.

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Im Koran wird Eltern empfohlen, ihre Kinder ab dem siebten Lebensjahr zum Gebet anzuleiten. Einige streng religiöse Muslime nehmen das als Anlass, auch das Kopftuch ab sieben Jahren zu verpflichten. „Das hat mehr etwas mit unserer Kultur zu tun, als mit dem Islam“, sagt Amina. „In Somalia ist es üblich, dass Mädchen so früh Kopftuch tragen.“ In Österreich dagegen ist das nicht üblich. Hierzulande wird seit Wochen über ein Kopftuchverbot an Kindergarten und Volksschule diskutiert. Bundeskanzler Sebastian Kurz und Vizekanzler Heinz-Christian Strache sehen das Kopftuchverbot als Integrationsmaßnahme, die jungen Mädchen eine freie Entwicklung ermöglichen soll. Fatimas Eltern ärgert diese Sonderbehandlung: „Wieso unterscheidet man die muslimischen Kinder von den anderen? Das Verbot wäre für uns okay, wenn alle religiösen Symbole davon betroffen wären.“ Tritt das Kopftuchverbot in Kraft, wird die Familie es trotzdem akzeptieren: „Dann legt Fatima das Kopftuch eben ab, wenn sie die Schule betritt und gibt es beim Läuten wieder rauf“, sagt ihr Vater. Fatima zuckt mit den Schultern, sie will jetzt eigentlich nur in Ruhe ihre Hausübung machen.

„Ich habe Angst um meine Kinder“

Dounia* dagegen könnte sich niemals vorstellen, ihr Kopftuch abzulegen, nicht einmal für einen Schultag. „Mein Kopftuch gehört zu mir“, sagt die 12-Jährige. Sie besucht mittlerweile die zweite Klasse einer privaten muslimischen Mittelschule in Wien und trägt das Kopftuch seit der vierten Klasse Volksschule. „Ich wollte das Kopftuch schon seit der ersten Klasse Volksschule tragen, aber meine Mutter hat mich nicht gelassen“, sagt Dounia und schielt trotzig zu ihrer Mutter rüber. Ihre Mutter Samira* nickt: „Es ist einfach zu früh gewesen. Für die Verschleierung braucht man die geistige und körperliche Reife, die hat man mit sieben noch nicht.“ Außerdem hatte sie Angst um ihre Tochter: „Die Mädchen mit Kopftuch werden auf der Straße und in den Öffis beschimpft und bespuckt, das wollte ich ihr ersparen“, sagt die Kindergartenpädagogin. 

 

Foto: Zoe Opratko

Doch mit zehn setzt sich Dounia durch und legt das Kopftuch an. Ihre um fünf Jahre ältere Schwester trägt auch ein Kopftuch, wie viele jüngere Geschwister eifert Dounia ihr und ihrer Mutter, die seit 2005 Kopftuch trägt, nach. Dounia hat eine zehnjährige Schwester, die jetzt in die vierte Klasse Volksschule geht. Auch bei ihr wiederholt sich dieselbe Diskussion. Sie würde so gerne Kopftuch tragen, aber die Mutter erlaubt es nicht. „Wieso dürfen es meine Schwestern tragen und ich nicht?“, jammert die 10-Jährige. Doch dieses Mal ist Amina strenger als bei Dounia und setzt sich durch, denn die Zeiten haben sich geändert. Denn während viele Österreicher Angst vor dem Kopftuch und dem Islam haben, haben auf der anderen Seite auch die Muslime große Angst: „Seit der neuen Regierung und der Kopftuchverbots-Debatte haben die Übergriffe auf Musliminnen zugenommen. Vor allem wenn die Kinder alleine unterwegs sind, trauen sich die Menschen alles Mögliche. Ich habe Angst um meine Kinder“, sagt Samira.

Zwang oder Vorleben?

Alle ihre Kinder haben eine private islamische Gesamtschule in Wien besucht. Diese ist für viele Muslime ein geschützter Raum. Doch draußen, vor allem in den öffentlichen Verkehrsmitteln, werden ihre kopftuchtragenden Töchter fast täglich Opfer von islamophoben Übergriffen. „Erst vorhin hat mir eine ältere Frau ‚scheiß Fetzen’ entgegengerufen“, sagt Dounia traurig. „Manchmal machen fremde Leute in der U-Bahn Fotos von mir oder sagen andere gemeine Dinge“, so die 12-Jährige. Auch die Dokustelle für Islamfeindlichkeit und antimuslimischen Rassismus verzeichnet für das Jahr 2017 eine Zunahme an Übergriffen, die sich gegen Muslime richten. Was besonders auffällt: 98 Prozent der Angriffe richteten sich 2017 gegen Musliminnen. Das Kopftuch ist in den meisten Fällen das Symbol des Angriffs. Im Oktober 2017 wurden besonders viele Angriffe auf Musliminnen gemeldet. Die Dokustelle führt das auf das Inkrafttreten des Anti-Gesichtsverhüllungsgesetzes zurück. Das würde erklären, wieso seit der Diskussion um das Kopftuchverbot an Kindergarten und Schule die Übergriffe in Dounias Alltag zugenommen haben. „Kommt das Kopftuchverbot, wird es noch schlimmer“, ist sich Dounia sicher.

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Weil sie die meisten Angriffe und Beschimpfungen in den öffentlichen Verkehrsmitteln erlebt, hat sich Samira mittlerweile ein Auto zugelegt. Trotzdem kann sie ihre Kinder nicht vor allem beschützen. „Ich habe seit einigen Monaten so ein ungutes Gefühl, wenn die Kinder alleine unterwegs sind.“ Samira hat Dounia gesagt, dass sie das Kopftuch abnehmen soll, wenn sie alleine in Wien unterwegs ist. Doch Dounia ist ein selbstbewusstes Mädchen, sie lässt sich nichts vorschreiben und trägt das Kopftuch trotz allem. Von einem Zwang wollen Mutter und Tochter nichts wissen. „Es wäre unislamisch meine Kinder zu etwas zu zwingen, sie müssen das selbst für sich entscheiden. Doch der Soziologe Kenan Güngör spricht hier von einem Konformitätsdruck: Wenn das gesamte weibliche Umfeld Kopftuch trägt, fällt es schwer, sich für eine andere Lebensweise zu entscheiden. „Es ist ein Vorleben“, sagt Samira dazu. „Eltern leben den Kindern immer ein gewisses Verhalten vor.“ Von Zwang hält die siebenfache Mutter genauso wenig wie von Verboten: „Seit dem Burkaverbot sind meine Nikab tragenden Freundinnen nur zuhause, was hat das Verbot also gebracht?“, fragt sie. Dounia nickt. „Meine Schulkollegen, deren Mütter Burka tragen, werden seit dem Verbot nur noch von ihren Vätern abgeholt, die Mütter sieht man gar nicht mehr“, sagt die 12-Jährige. Das Argument vieler Feministinnen wie Alice Schwarzer, ein Kopftuch würde die Mädchen sexualisieren, finden die beiden absurd. „Ich trage das Kopftuch nicht, um meine Haare vor Männern zu bedecken, ich trage es, um mich näher zu Gott zu fühlen“, argumentieren Samira und Dounia. Auch die Feministin und Juristin Brigitte Hornyik, die im Vorstand des österreichischen Frauenrings ist, kann dem Argument der Sexualisierung nichts abgewinnen: „High Heels, Hotpants und Schminke sexualisieren die Mädchen doch auch. Aber „unsere“ Mädchen lassen wir ausprobieren. Sie dürfen ihre pubertären Freiheiten leben. Also müssen wir den muslimischen Mädchen auch ihr Kopftuch lassen.“

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„Jeder soll tragen, was er will“

„Für Männer gibt es im Islam bestimmte Vorgaben für Hosen- und Bartlänge. Aber alle reden nur über das Kopftuch“, sagt Samira. „Es heißt immer, wir Muslime bilden Parallelgesellschaften und bleiben unter uns. Aber durch solche Verbote bewirkt man genau das, dass Muslime in Privatschulen gehen oder zuhause bleiben.“ Ob das Kopftuchverbot auch für Privatschulen gelten wird, ist noch nicht geklärt. Das hängt von dem Gesetzesentwurf ab, den die Regierung bis zum Sommer vorlegen wird.

„Das Kopftuchverbot an Kindergarten und Volksschule wäre mir eigentlich egal, da die Kinder in diesem Alter auch laut Islam kein Kopftuch tragen müssen. Die Frage, die ich mir stelle, ist nur: Wohin führt dieses Verbot?“, fragt Samira. „Zuerst sind es die Kindergärten und Volksschulen und dann die höheren Schulen, schließlich wird ein Kopftuchverbot an Universitäten kommen“, ist sich die Muslima sicher. Tatsächlich hat sich Vizekanzler Strache bereits für ein allumfassendes Kopftuchverbot in Bereichen des öffentlichen Schulsystems aber auch an der Universität und im öffentlichen Dienst ausgesprochen. Das wäre für die 12-jährige Dounia, die später einmal studieren will, furchtbar. Die Frage, ob sie das Kopftuch im Falle eines Verbots absetzen würde, überfordert das Mädchen. Dounia ist es leid, dass die Öffentlichkeit das Kopftuch zu so einem großen Thema macht. Die Schülerin fühlt sich seit der Diskussion um das Kopftuchverbot nicht mehr wohl in Österreich. In ihrer zweiten Heimat Tunesien fühlt sie sich mittlerweile freier. Die Frage, wieso sie überhaupt ein Kopftuch trägt, versteht Dounia nicht ganz. „Es gehört zum Islam. Es gehört zu mir – mischt euch da nicht ein!“, sagt die NMS-Schülerin. In der zweiten Klasse der islamischen Mittelschule, die Dounia besucht, gibt es nur ein Mädchen, das kein Kopftuch trägt: „Wir mischen uns bei ihr auch nicht ein. Jeder soll tragen, was er will“, sagt die 12-Jährige.

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Samira, die selber jahrelang in einem islamischen Kindergarten gearbeitet hat, sieht in der Kopftuch-Debatte ein konstruiertes Problem: „Ich habe in unserem islamischen Kindergarten noch nie ein Mädchen gehabt, das Kopftuch getragen hat.“ Drei ihrer Töchter besuchen aktuell eine islamische Volksschule: „Selbst dort gibt es nur vereinzelt Mädchen, die Kopftuch tragen“, sagt die Pädagogin. Ibrahim Oglun, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft, spricht im Interview mit der Austria Presse Agentur von 15 Prozent der Mädchen, die in islamisch-konfessionellen Volksschulen Kopftuch tragen. Die Hälfte der Mädchen würde das Kopftuch aber nur ab und zu tragen, die Mehrheit ab der dritten und vierten Klasse.

Für jede Haarsträhne 100 Jahre Hölle

Offiziell gibt es gar keine Zahlen darüber, wie viele Mädchen in Österreich in Kindergarten oder Volksschule ein Kopftuch tragen. Laut dem Soziologen Kenan Güngör ist die Zahl dieser Mädchen verschwindend klein. Es gäbe aber eine Tendenz der Zunahme. Er fordert das Verbot aller stark sichtbaren, dominanten Symbole in der Schule, darunter würden dann neben dem Kopftuch auch die Kippa oder ein groß angebrachtes Kreuz im Klassenzimmer fallen. Ansonsten widerspräche das Verbot laut Güngör dem Gleichheitsgesetz.

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Beim Kopftuch stellt sich für Güngör die Frage, was eigentlich freiwillig und was Zwang ist. Der Soziologe nennt ein Beispiel von einem jungen Mädchen, dem von ihren Eltern gesagt wurde, Mädchen würden für jede sichtbare Haarsträhne 100 Jahre in die Hölle kommen. „Viele Eltern arbeiten mit einer schwarzen Pädagogik und sagen den Kindern, ‚Wer kein Kopftuch trägt, ist ein unanständiges Mädchen und kommt nicht in den Himmel’“, so Güngör. Dieses Argument verwendet auch Ali, um die Verschleierung seiner kleinen Schwestern zu legitimieren. Der 16-jährige Schüler hat eine sieben- und eine zehnjährige Schwester, beide gehen in eine öffentliche Volksschule und tragen Kopftuch: „Vor dem jüngsten Gericht stehen die Eltern für ihre Kinder gerade. Wenn die Kinder ihren Pflichten nicht nachgehen, indem sie kein Kopftuch tragen, kommen die Eltern dafür nicht in den Himmel“, erklärt der gebürtige Tschetschene, warum es seinen Eltern wichtig ist, dass beide Schwestern seit ihrem siebten Lebensjahr Kopftuch tragen. „Es ist auch meine Pflicht als Muslim, sie auf ihre Pflichten als Musliminnen hinzuweisen“, sagt Ali. „Heutzutage sehe ich schon Volksschulkinder, die sich küssen. Kein Wunder, dass die dann mit 13 schwanger werden. Man muss die Mädchen früh daran gewöhnen, Kopftuch zu tragen, damit sie erst gar nicht auf solche Ideen kommen“, so der Schüler. Sein Freund Alen* nickt. Der 17-Jährige hat eine vierjährige Schwester. Noch trägt sie nur in der Moschee Kopftuch. „Meine Mutter sagt aber, dass sie ab der ersten Klasse Volksschule ein Kopftuch tragen wird, um sich daran zu gewöhnen“, sagt Alen, der vor vier Jahren mit seiner Familie aus dem Sandzak, der muslimischen Region von Serbien und Montenegro, nach Österreich gekommen ist. Das Kopftuchverbot an Kindergarten und Volksschule lässt Alen und seine Eltern kalt. „Wenn das Verbot kommt, geht meine Schwester in eine Privatschule“, sagt der 17-Jährige nüchtern. „Problem gelöst.“

*Namen von der Redaktion geändert


Eine Rechtsproblematik

Die Juristin und Feministin Brigitte Hornyik sieht im Kopftuchverbot an Kindergarten und Volksschule eine Grundrechtsproblematik. „Das Verbot zielt auf das Kindeswohl ab, aber durch ein Verbot geraten diese Kinder in ein Spannungsverhältnis. Einerseits wollen sie Kopftuch tragen, oder ihre Familie will es, und auf der anderen Seite steht dann in der Schule der Schulwart oder die Lehrerin und sagt, dass sie es abnehmen müssen.“ Weiters sieht die Juristin in dem Verbot eine Verletzung der Menschenrechte: „Die Kinder haben ein Recht auf Bildung und die Eltern haben das Recht darauf, dass ihre religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen in ihrer Erziehung und im Unterricht nicht angegriffen werden.“ Hornyik hält es für konstruktiver, das Gespräch mit den Mädchen und deren Eltern zu suchen. Denn ein Verbot würde jenen Mädchen, die tatsächlich zum Kopftuchtragen gezwungen werden, nicht helfen. „Die müssten dann zuhause bleiben“, so Hornyik. Selbst wenn die Regierung das Kopftuchverbot ausweitet, damit es nicht nur Muslime betrifft, so wie es beim Burka-Verbot der Fall war, ist das Problem für Hornyik nicht gelöst: „Das Burka-Verbot ist ein abschreckendes Beispiel für dieses Gleichheitsproblem. Es musste als Anti-Gesichtsverschleierungsverbot erweitert werden und jetzt haben wir so absurde Fälle, dass Maskottchen oder kranke Personen mit Mundschutz bestraft werden, weil sie gegen das Gesetz verstoßen“, so die Juristin. Im Gespräch mit biber meinten einige Familien, dass sie ihr Kind im Falle eines Verbots an eine Privatschule schicken. Doch auch dort könnte das Verbot gelten - das hängt vom Gesetzesentwurf ab, der im Sommer präsentiert wird.

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