Sparpaket: Senioren und Studenten müssen die Staatsschulden zahlen.

23. Oktober 2010

Ich denke, es war nicht schlecht, dass mit der Verkündung des neuen Budgets bis nach der Wahl gewartet wurde, sonst hätte die SPÖ wahrscheinlich drastisch weniger Wählerstimmen gehabt.
Denn was sich der Staat hier jetzt leistet ist wirklich letztklassig und wo da die Sozialdemokratie bleibt, das frage ich mich wirklich.

- Die Familienbeihilfe wird gekürzt und man sie wird nur mehr bis zur Vollendung des 24. Lebensjahres ausbezahlt. Wer etwa studiert und eh schon kein Geld hat, der wird den Gürtel wohl noch ein bisschen enger schnellen müssen. Auch wer nach der Schule mit 18 Arbeit sucht, bekommt ab sofort kein Geld mehr. Eine riesen Belastung für Familien mit mehreren Kindern.

- auch nicht sehr viel besser geht es den Alten: auch hier wurde beim Pflegegeld - das eh schon nix ist, gespart.

- außerdem werden Benzin und Zigaretten teurer.

Aber dennoch, ein riesiger Erfolg wird gefeiert: die Unis und die Schulen bekommen jetzt um je 60 Mio Euro mehr - haha!

Stehen bleibt nun wahrscheinlich Folgendes: Die blöden Studenten mit ihren gewalttätigen Protesten ruinieren die Unis und bekommen dann auch noch was sie wollen - auf Kosten der Familien und der Alten - und regen sich trotzdem noch auf, weil sie jetzt weniger lang Familienbeihilfe bekommen. Man kann bis 24 auch wirklich sein Studium fertig haben, das find ich aber wirklich auch! - wenn man mit 18 Matura macht, nicht zum Heer muss, Stipendium bekommt, darum nicht arbeiten muss und in Mindeststudienzeit fertig wird, dann schon. Das passiert leider selten. Was also den Studenten dann an Geld fehlt, werden sie entweder reinarbeiten müssen, oder es werden wieder die Eltern zur Kasse gebeten.

Ich frage mich: Wie kann so etwas in einer Regierung passieren, in der die SPÖ die Hosen anhaben sollte? Wie kommen sie darauf, sich auf die sozial schwächsten zu Stürzen? Ich kann einfach nicht glauben, dass es sonst keine besseren Lösungen gibt, das Staatsbudget zu sanieren. Ich habe das Gefühl, man stürzt sich auf die, die sich eh nicht wehren können.

Ich habe die SPÖ gewählt, weil ich dachte, dass sie sich für die sozial Schwachen einsetzt und nicht auf ihnen rumtrampelt. Diese Partei hat das letzte Mal meine Stimme bekommen, ich fühl mich total verarscht!

Kommentare

 

...bereits vor dem sommer nicht, was mit den sozialdemokraten los ist.

wer kann sich noch an den fackelzug gegen strache erinnern, der von der sozialistischen jugend organisiert wurde? für den abend hat die SJ den italienischen Star-DJ Gabry Ponte engagiert, um den fackelzug des 30. Mai musikalisch ausklingen zu lassen. gut.

anscheinend war der SJ nicht bewusst einen DJ engagiert zu haben, der ein Kampflied der faschistischen Bewegung Italiens remixed hat und in der italienischen neofaschistischen Bewegung heute noch von besonderer Beliebtheit ist.
"Das Lied heißt "Faccetta Nera" (Italienisch für "Schwarzes Gesichtchen),das Lied verherrlicht die italienischen Invasionsabsichten, ist eins anlässlich des Italienisch-Äthiopischen Krieges 1935 von Giuseppe Micheli geschaffenes Marschlied der italienischen Truppen bzw. der faschistischen Milizionäre." Liebe SJ, das nächste Mal genau darauf achten, wen ihr als DJ engagiert.

(sorry, dass ich nicht zum eigentlichen blog stellung genommen habe, musste es aber los werden...)

 

hast du ihnen ein email geschrieben! ich find das super! klassischer fall von fettnäpfchen!!!!

 

...eh nicht. Ich glaube auch nicht, dass Gabry Ponte ein Faschist ist. Er hat sich einfach dem Zeitgeist in Italien angepasst (in Italien ist es mittlerweile Mode,Faschist zu sein, klingt irre, ist aber wahr) und ein faschistisches Lied remixed. Ihm hätte aber bewusst sein sollen, dass man sowas nicht verharmlosen darf. Anscheinend hat er sich für Geld "verkauft" und etwas produziert, das ihm viel Kohle einbringt. Wir wissen es ja: "Für Kohle tut man alles", oder? Leider verdibt Geld den Charakter...

 

heute in der U-Bahn...

sitzen zwei Studenten mit nem Transparent und Bierdosen in der Hand (anscheinend auf dem Weg zur Demo am Stephansplatz) Sie diskutieren mit einem älteren Pärchen, über die Kürzung der Familienbeihilfe...

sagt der eine Student: "unser Leben ist vorbei (macht dabei eine horizontale Handbewgung an seinem Kehlkopf), wir wissen nicht was wir machen sollen, es trifft uns ziemlich..."

hallo, wie kann man nur so dramatisch sein, als ob das Leben jetzt zu Ende wär, nur weil man keine Beihilfe mehr bekommt... Arschbacken zam kneifen und geht schon. (mach ich auch)

aber das Beste kommt noch, dass ältere Pärchen: "ja, unseren Leuten kürzen sie alles und den Zuwanderern stecken sie alles hinten rein."

aha...???
schon bemerkenswert, wie schnell "die Zuwanderer" als Sündenböcke missbraucht werden. Also, wenn die Republik Österreich Sparmassnahmen einführt, wer ist dann schuld? eh klar, die Zuwanderer!

und ich, suchend und verzweifelnd... wo sind meine verdammten Kopfhörer, damit ich mir die Depperten net anhören muss.

 

...ich finde es schlecht, wenn studenten keine beihilfe mehr bekommen. kein geld vom staat zu bekommen, bedeutet enorme studienverzögerung. Warum sollen studenten, die weniger geld haben, länger studieren müssen als jene, die von haus aus mehr haben? wenn der staat in bildung einspart, dann ist er selbst schuld, wenn es schlechter ausgebildete akademiker gibt.
ein beispiel: eine bekannte von mir, die sehr wohlhabend ist, hat von den eltern pro Monat 1000 Euro "Taschengeld"+ Wohnung zur verfügung bekommen. Das Studium hat sie natürlich fast unter der MIndestdauer abgeschlossen. Ich bin mir sicher, wenn sie nebenbei arbeiten hätte müssen, dann wäre sie über die Minidestzeit gekommen.
Anstatt den teils korrupten Banken das Geld hineinzustecken, sollten sie vielmehr auf die Zukunft der Studennten und Jugendlichen schauen.

 

...gute aussichten sind.

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