Warum Superfoods nicht für jeden super sind

03. Juni 2019

Superfoods enthalten wichtige Nährstoffe, entgiften den Körper und sind perfekt für die Instastory. Aber oft findet man heimische Alternativen, die nicht nur günstiger sind und dieselben Nährstoffe liefern – sondern auch viel nachhaltiger sind. Wir haben den Check gemacht:

Von Cecilia Tradowsky und Anna Caterina Helm

Goji-Beeren

Goji-Beeren sind beliebt, weil sie reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien sind. Und machen sich auch noch wunderbar in Acai-Bowls auf Instagram. Allerdings sind die Superbeeren überwiegend Importprodukte aus China, wo der Einsatz von Pestiziden nicht eindeutig geregelt ist. Heimische Alternativen: Brombeeren, Erdbeeren oder die schwarze Johannisbeere – alle drei haben sogar einen höheren Vitamingehalt als die Gojis.

Superfoods
Avocado, Chia und Goji: Für die hippen, umweltschädlichen Superfoods gibt es auch gesunde, heimische Alternativen. (c) Marco Mestrovic

Avocado

Das grüne Gold wird überwiegend in Mexiko angebaut. Es ist mild, cremig und reich an ungesättigten Fettsauren. Wäre bloß die Ökobilanz nicht so schlecht. Ein Kilo Avocados braucht rund 1.000 Liter Wasser. Dass die Frucht in Ländern mit Wasserknappheit angebaut wird, scheinen viele zu vergessen. Um unseren Avocadohunger zu stillen, werden allein im mexikanischen Michoacán jährlich bis zu 4.000 Hektar Waldflache gerodet. Heimische Alternative: Walnüsse enthalten auch gesunde Fettsauren!

Quinoa

Quinoa wächst hauptsächlich in Peru und Bolivien. Schon bei den Inkas war es aufgrund seiner Nährstoffe ein Grundnahrungsmittel und war lange Zeit das Essen der Armen. Die steigende Nachfrage nach Quinoa hat aber zu einer Erhöhung der Preise geführt. Deshalb müssen die Bauern auf weniger nahrhafte, dafür günstigere Alternativen wie Reis zurückgreifen. Um unsere Bowls stets mit Quinoa zu füllen, werden die Ruhepausen der Felder nicht mehr eingehalten. So werden diese auf lange Sicht geschädigt bis hin zur Unfruchtbarkeit der Böden. Heimische Alternative: Hirse! Sie ist die Königin der Eisenlieferanten.

Chiasamen

Als Topping für den Porridge oder in Smoothies sind Chiasamen nicht mehr wegzudenken. Sie enthalten reichlich Omega 3-Fettsauren, hochwertige Aminosäuren und Antioxidantien. Somit reihen sich die Samen eindeutig in die Kategorie Superfood ein. Nachhaltig ist die Chiapflanze aber keineswegs, denn sie wachst nicht in unseren Regionen. Zudem hat der Importschlager aus Lateinamerika einen stolzen Preis: Ungefähr 15 Euro pro Kilo. Heimische Alternative: Leinsamen. Weisen die gleiche Wertigkeit wie Chiasamen auf, können genau gleich verwendet werden und sind vor allem günstiger: Ungefähr 3 Euro pro Kilo.

Mandelmilch

Süß und beliebt: Die pflanzliche Milchalternative ist nicht nur schwer gefragt, sondern auch stark umweltbelastend. Zur Bestäubung der Mandelbaume ist der Einsatz von Milliarden gezüchteter Bienen notwendig. Dafür werden die Bienen auf mehreren Plantagen verteilt und sind einer pestizidbelasteten Umgebung ausgesetzt. Die Produktion von Mandelmilch ist somit Mitverursacher des Bienensterbens. Heimische Alternative: Hafermilch! Wachst bei uns und tut keiner Biene was zuleide.

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