"Wir regeln das unter uns"

04. Juni 2021

Der Konflikt zwischen Afghanen und Tschetschenen in Wien droht erneut zu eskalieren. Magomed und Navid sind ehemalige Rivalen, die einst eng in den ewigen „Straßenkampf“ verwickelt waren. Heute zeigen sie sich geläutert aber warnen: In beiden Communities brodelt es wieder.

Von Aleksandra Tulej, Illustrationen: calimaat

 

„Auf einmal kam eine Horde Afghanen mit Messern und Eisenstangen auf uns zugerannt. Fünf von uns wurden niedergestochen, zwei sind auf der Intensivstation gelandet. Wir waren zehn Leute und hatten nicht einmal einen Nagelzwicker dabei“, erzählt der 22-jährige Tschetschene Magomed* emotionslos. „Ja weil ihr vorher mehr wart, darum haben unsere Leute Verstärkung geholt“, entgegnet der 24-jährige Afghane Navid*. „Außerdem, ihr beginnt mit fünf Jahren, Kampfsport zu machen. Deshalb ist es klar, dass ihr uns oft körperlich überlegen seid“, zuckt er mit den Schultern. „Wir mussten uns halt anders helfen, deshalb haben wir damals zu Waffen gegriffen. Kampf ist Kampf. Wenn ich eine Faust in die Fresse bekomme, verliere ich ja auch meine Zähne. Dann ist auch schon egal, ob man mit einem Messer zurücksticht.“

Illustration: caalimat
Illustration: caalimat

„Straßenkampf der Jugendbanden“

Österreichische Boulevardmedien titeln seit Jahren Schlagzeilen wie „Bandenkrieg“, „bewaffnete Schlägerei am Praterstern“, „Straßenkampf der Jugendbanden“ – darin in den meisten Fällen verwickelt: Afghanen und Tschetschenen. Der Konflikt zwischen den beiden Volksgruppen ist gefundenes Fressen für Rechtsgesinnte und Boulevard, auch innerhalb der Communities wächst der Zorn. Die beiden Volksgruppen stehen unter Generalverdacht. In Österreich leben derzeit 43.000 Menschen mit afghanischer Staatsbürgerschaft und rund 40.000 Menschen tschetschenischer Herkunft. Die Kriminellen wie so oft die lautesten. In den Konflikt sind genauso Jugendliche albanischer, somalischer, österreichischer, rumänischer oder polnischer Herkunft involviert – den Ton geben aber die Afghanen und Tschetschenen an. Mediale Aufmerksamkeit erlangte 2015 die tschetschenische Goldenberg-Bande, deren Kern damals zerschlagen wurde, und die Massenschlägerei im März 2016 am Handelskai, bei der es mehrere Schwerverletzte gab. Die Vorfälle liegen einige Jahre zurück. Wie auch die ORF-Reportage „Kampf im Park“, die den Konflikt beleuchtet und 2016 gesendet wurde. Einfache Antworten, die die österreichische Justiz und vor allem der Boulevard gerne hätten, gibt es hier nicht. Der jüngste Vorfall Mitte März in Wien Floridsdorf, bei dem eine Schlägerei zwischen Afghanen und Tschetschenen einen WEGA-Großeinsatz forderte, zeigt: Auf Wiens Straßen lebt der Konflikt weiter. Das bestätigt auch Sozialarbeiter Fabian Reicher von der Beratungsstelle Extremismus: „Coronabedingt steigt die Perspektivlosigkeit unter den jungen Menschen. Besonders diejenigen, die zuhause in kleinen Wohnungen sitzen brauchen den öffentlichen Raum – und werden dort von der Polizei vertrieben. Viele sind wütend und frustriert, anderen ist einfach richtig fad und da sind Anlässe, bei denen es Action gibt, natürlich spannend. Mich wundert es ehrlich gesagt, dass es nicht zu mehr Vorfällen wie jenem zu Silvester in Favoriten gekommen ist.“

 

„Viele glauben, dass dieser Konflikt etwas mit Religion, Drogen, oder Mädchen zu tun hat – das stimmt alles nicht“

Magomed und Navid kennen sich „von früher.“ Vor genau fünf Jahren waren die beiden in der bisher größten Messerstecherei am Wiener Handelskai, bei der rund 40 Jugendliche aufeinander losgegangen sind, beteiligt. Sie waren damals eng in den tschetschenisch-afghanischen Konflikt auf Wiens Straßen verwickelt. Heute sitzen sich die einstigen Feinde gegenüber und beteuern: „Uns unterscheidet heute nichts mehr. Wir sind beide Muslime. Wir haben dieselbe Vergangenheit und wissen jetzt, dass das alles einfach nur kompletter Blödsinn gewesen ist.“ Aufgrund ihrer Vorgeschichte sind die beiden vorsichtig. Beide sind keine unbeschriebenen Blätter. Sie wollen nicht erkannt werden deshalb muss ihre Identität für die Geschichte unkenntlich gemacht werden. Magomed ist der Selbstbewusste der beiden: Er spricht offen und klar, achtet aber auf jedes Wort, das aus seinem Mund kommt. Navid ist vorerst zögerlich, blickt mir nicht in die Augen. Er möchte nicht, dass ich ihn beim Interview aufnehme – er könne ja nicht wissen, ob ich ihn nicht bei der Polizei „verrate.“ Aufgrund seiner Vergangenheit fällt es ihm schwer, Fremden zu vertrauen. Trotzdem sagen sie nach einigen klärenden Gesprächen mit ihrem Sozialarbeiter unserem Treffen zu. Dass sich die beiden locker miteinander unterhalten, sich gegenseitig „Bruder“ nennen, und über ihre – paradoxerweise gemeinsame - Vergangenheit sprechen, wäre vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen. Damals waren sie Rivalen – nicht, weil sie persönlich was gegeneinander hatten, sondern weil sie den verfeindeten Gruppen angehörten. Ob die Afghanen oder die Tschetschenen „begonnen haben “? Das wissen die beiden nicht, und es hat auch nie eine Rolle gespielt. Klar ist, dass die Landesgeschichte beider Volksgruppen durch Kriege geprägt ist. Kriege, vor denen sie nach Österreich geflohen sind und nun meinen, ihren eigenen vermeintlichen "Krieg", wie er oft betitelt wird, auf Wiens Straßen austragen zu müssen. „Das ist ja immer dasselbe Kräftemessen zwischen den Afghanen und den Tschetschenen: Wer hat mehr Krieg gesehen, wer ist stärker, wer ist ein Feigling? Und wir haben uns als Jugendliche einfach verarschen lassen und sind da reingeraten“, resümiert Magomed. „Man will sich behaupten und sich nicht unterkriegen lassen. Da geht es nur um eines: Wer ist stärker“, pflichtet ihm Navid bei.

Illustration: caalimat
Illustration: caalimat

„Klopf nicht an die Gefängnistür – irgendwann machen sie dir auf.“

„Es handelt sich hier oft um junge Männer, die hier in Österreich sozial marginalisiert und entwurzelt sind. Ihre Familiengeschichte ist geprägt durch Krieg und Zerstörung. Und Jugendliche gehen viel exzessiver damit um. Wenn die Gesellschaft sie nicht annimmt, holen sie sich ihr Selbstwertgefühl eben woanders“, so Soziologe Kenan Güngör. Jene, die dafür empfänglich sind, würden sich laut Güngör bei jedem noch so kleinen Knistern in ihrem Stolz verletzt fühlen und dann ginge es darum, ihre Männlichkeit und Kampfbereitschaft zu beweisen. „Dazu kommt noch der räumliche Konflikt: Diese Jugendlichen hängen oft an denselben Orten ab, in Jugendzentren oder in Parks. Es handelt sich auch um Revierstreitigkeiten, darum, das eigene Revier zu markieren.“ Güngör merkt an, dass die Gewaltkurve bei jungen Männern im Alter von 14-23 am höchsten sei, danach flache sie aber wieder ab. „Insgesamt geht die Gewalt in Österreich zurück. Es fällt uns hier nur so stark auf, da in unserer Gesellschaft Gewalt stark geächtet wird.“ Dazu kommt laut Güngör noch die Tatsache, dass viele Afghanen hier ohne ihre Familien nach Österreich kommen – und hier durch ihre Peer-Gruppe in diese Konflikte gezogen werden. Bei tschetschenischen Jugendlichen seien die Eltern oft besorgt, aber auch machtlos. „Die Tschetschenen waren zuerst da. Die sind aber mit ihren Familien hier. Die können noch jemanden enttäuschen. Wir Afghanen kommen oft alleine, ohne Eltern. Ich musste schauen, wie ich zu Geld komme.“ Navid selbst ist als Kind alleine aus Afghanistan zu Fuß nach Österreich gekommen und ist hier schnell in falsche Kreise geraten. „Ich war aber auch kein unbeschriebenes Blatt, bevor ich in diese Afghanen-Tschetschenen-Sache reingeraten bin“, gibt Magomed zu, der schon Jahre zuvor mit seiner Familie aus dem Tschetschenienkrieg nach Österreich gekommen war. „Mein Vater hat mir damals gesagt: Klopf nicht an die Gefängnistür – irgendwann machen sie dir auf.“ Und genau das ist passiert – Magomed landete für mehrere Monate im Jugendarrest. Schlägereien und Anzeigen wegen Körperverletzung standen in seiner Jugendzeit an der Tagesordnung.

 

„Uns war klar, dass es ein Nachspiel geben wird.“

So auch beim Eklat 2016. Auslöser der Massenschlägerei war ein Streit zwischen einem Araber und einem Afghanen. Es kam zu einem verbalen Austausch, in dem sie gegenseitig ihre Mütter beschimpft hatten. Daraufhin wollten die beiden Jugendlichen Kräfte messen und haben sich zu einem Eins-gegen-eins in einem Park in Brigittenau verabredet. Zu dem Zeitpunkt waren die Tschetschenen in der Überzahl, insgesamt waren ungefähr 30 tschetschenische und zehn afghanische Jugendliche vor Ort, die anfangs zugeschaut hatten. Der Afghane gewann den Kampf. Das wiederum hat einem tschetschenischen Freund des Unterlegenen nicht gefallen und ging daraufhin auf einen anderen Afghanen los, brach ihm die Nase und dann begann das Chaos. Über Whatsapp und Mundpropaganda verbreitete sich schnell die Nachricht von der Massenschlägerei. Immer mehr Jugendliche kamen hinzu. Der Kampf ging in die zweite Runde.

Navid war gerade in der Millennium City, als er erfuhr, was gerade los war. „Da gab es viel hin und her, irgendwann standen dann ur viele Leute da.“ Und dann eskalierte der Konflikt komplett: Es flogen Fäuste, Messer, Eisenstangen. „Einer von uns hat einen Messerstich in die Lunge bekommen, und bei dem anderen wurde das Herz knapp verfehlt. Die Afghanen sind abgehauen, bevor die Polizei gekommen ist.“ Magomed und seine Freunde haben die Schwerverletzten in ein nahegelegenes Jugendzentrum getragen. Es gab keinen Gewinner und keinen Verlierer, die Anzahl der Beteiligten auf beiden Seiten änderte sich laufend. Es wurde schwer, die Übersicht zu bewahren. Auch für die Polizei. „Uns war aber klar, dass es ein Nachspiel geben wird“, erklärt Magomed. „Wir wollten das aber unter uns regeln.“

Ein „unbeteiligt“ gab es ab da nicht mehr

Vor allem deshalb, weil die Täter nur milde Bewährungsstrafen erhalten hatten, und das, obwohl fast Menschen gestorben sind, die an dem ursprünglichen Konflikt gar nicht beteiligt waren. Ein „unbeteiligt“ gab es ab dem Vorfall am Handelskai dann aber nicht mehr: Du stehst entweder auf der einen oder auf der anderen Seite. Die Gruppen stachelten sich immer weiter an: „Meine Freunde und ich haben unsere Probleme früher mit Fäusten geregelt. Das war unser Ehrenkodex damals. Irgendwann habe ich mich in Wien durch diese ganze Szene, in der ich war, aber nicht mehr sicher gefühlt und habe mir eine Pistole besorgt, die ich immer dabei hatte, wenn ich rausgegangen bin“, gibt Magomed zu. „Das war aus heutiger Sicht komplett behindert, ich wäre für mein halbes Leben ins Gefängnis gewandert, wenn man mich damit erwischt hätte“, schüttelt er den Kopf. Eingesetzt hat er die Waffe nie. Er hat die Kurve gekratzt, genau wie Navid.

Bei beiden war ihre Religion, der Islam, ein Faktor, der sie von ihren Fehlern weggebracht hat. „Gewiss, das Gebet hält davon ab, das Schändliche und das Verwerfliche zu tun. Diese Sure (29 Vers 45) aus dem Koran hat Navid damals zum Nachdenken gebracht und ihn wieder auf die richtige Bahn geleitet. So war es auch bei Magomed, der einen Hadith (anm. d. Red: Hadithe sind Überlieferungen über die Lebensweise des Propheten Mohammed) zitiert, auf den er sich bis heute bezieht: „Der wahre Starke ist nicht derjenige, der im Zweikampf siegt, sondern der, der die Kontrolle über sich selbst bewahrt.“

Aber in der Szene dreht sich das Rad immer weiter: Ehre, Stolz und Kräftemessen stehen über jeglicher Vernunft. Zumindest bei den Jugendlichen. Der afghanische Kulturverein hat nach dem Eklat 2016 mit dem tschetschenischen Kulturverein Kontakt aufgenommen. Es wurde versucht, zu deeskalieren, den Jugendlichen klarzumachen, dass sie ein schlechtes Licht auf ihre Volksgruppen werfen. Eltern haben mit anderen Eltern versucht zu vermitteln. „Das war für uns aber nur Gelaber. Wir wollten damals nicht auf die Älteren hören“, so Magomed. Tatsächlich gibt es innerhalb der beiden Communities sogenannte Streitschlichter, die gerufen werden, wenn es Konflikte gibt, die unlösbar scheinen. Da geht es viel um die Perspektive der Opfer und Wiedergutmachung durch Entschuldigungen, aber auch Entschädigungszahlungen, wenn es beispielsweise Arztkosten gibt. „Die Vorgehensweise ist eigentlich sehr nahe an dem, was wir in Österreich als außergerichtlichen Tatausgleich kennen“, so der Sozialarbeiter Reicher. „Um diesen Konflikt zu lösen, müssen wir aktiv mit den Communities zusammenarbeiten.“ Und das wünschen sich die Älteren in den Communities auch: „Dieser Konflikt hat uns früher viele Sorgen bereitet, deshalb haben wir versucht, dass sich die Jugendlichen auf eine positive Art näher kommen“, erzählt Ghoussudin Mir, Vorstand des afghanischen Kulturvereins AKIS. Gemeinsam mit dem tschetschenischen Kulturverein Ichkeria wurden Sportveranstaltungen, gemeinsame Essen und Gespräche mit Gelehrten angeboten, bei denen sich die Jugendlichen von beiden „Seiten“ begegnet sind. Aber Hussein Iskhanov von Ichkeria weiß, dass das allein nicht ausreicht: „Wir dürfen aber keine Zeit verlieren. Es wächst mittlerweile eine neue Generation heran, die gute Vorbilder braucht und keine solchen, die ihnen mit Beispielen wie Drogendealen und Schlägereien im Park vorangehen“, so Iskhanov.

Illustration: caalimat
Illustration: caalimat

„Dieser Kindergarten, den wir da aufgeführt haben, bereitet uns bis heute Probleme.

Magomed aber ist sich sicher, dass die Jugendlichen, die heutzutage in den Konflikt verstrickt sind, genauso wenig auf die Erwachsenen aus ihren Communitys hören wollen: "Wenn sie auf jemanden, der ihre Kultur, oder das, was sie da glauben zu repräsentieren, hören werden, dann auf uns."  Und ich kann nur sagen: Diese Scheiße wirkt sich negativ auf das restliche Leben aus: Studium, Lehre, Arbeit – wer soll dich mit so einer Vergangenheit nehmen?“ Er selbst hatte Schwierigkeiten, aufgrund seines Leumundszeugnisses und seiner Vorstrafen, einen Job zu finden. „Du musst wie der ärgste Bettler herumlaufen, bis dich jemand nimmt.“ Navid sieht das genauso: „Dieser Kindergarten, den wir da aufgeführt haben, bereitet uns bis heute Probleme. Es zahlt sich einfach nicht aus. Dazu kommt noch, dass die meisten Afghanen hier nur subsidiär schutzberechtigt sind – es ist ja jedem klar, was das heißt.“ Ein Fehltritt führt zurück in die Heimat. Die rivalisierenden Jugendlichen sind sich ähnlicher, als sie glauben: Beiden Gruppen droht in so einem Fall die Abschiebung. Dort erwartet sie Krieg, Terror, Elend und Aussichtslosigkeit – Kabul und Grozny sind nicht vergleichbar mit dem, was hier in Wien als „Krieg" betitelt wird. Abschiebungen nach Tschetschenien und Afghanistan stehen in Österreich an der Tagesordnung. Sitzblockaden und Solidaritätsdemos nützen dann auch herzlich wenig. Dazu kommt, dass die rivalisierenden Gruppen beiden Communities in Wien das Leben schwer machen, indem sie Vorurteile bestätigen und nicht mit sich reden lassen. Das führt wiederum dazu, dass immer neue Jugendliche in diesen Konflikt hineingezogen werden. Auseinandersetzungen werden sich häufen und mit ihnen negative Schlagzeilen, Asylanträge werden abgelehnt werden, die Wut der Jugendlichen und der Unmut in den Communities wird steigen.

„Die sollen mit uns reden, anstatt immer nur über uns“

Deshalb wollen Magomed und Navid in den eigenen Reihen für Ordnung sorgen. Wenn Jugendliche nicht auf die Erwachsenen hören oder sich nicht an Gesetze halten wollen, kommen sie als „große Brüder“ ins Spiel. „Die beiden versuchen heute gemeinsam mit Sozialarbeitern Jüngere aufzuklären, damit diese nicht dieselben Fehler machen, wie sie. „Ich frage mich dann, was so einem Jugendlichen fehlt. Fehlt es ihm an Adrenalin? Dann sage ich ihm: „Passt, dann geh ins Gym und zeig, was du drauf hast. Fehlt es dir an Geld? Dann frag ältere Leute, ob du ihnen im Garten aushelfen darfst. Es gibt immer einen Weg“, sagt Magomed selbstbewusst. Damit es aber funktioniert, braucht es doch noch die Hilfe von Außen. Magomed hat deshalb einen klaren Appell an die österreichische Politik. Denn das Verhalten der Jugendlichen ist seiner Ansicht nach eine Reaktion auf die Aktionen von oben. „Anstatt gegen bestimmte Ethnien zu arbeiten, würde es viel mehr bringen, mit ihnen zusammen zu arbeiten.“ Nach Magomed bräuchte es Experten aus den Communities, die mit der Politik und der Polizei kooperieren und „denen mal erklären, wie manche Dinge in den Communities wahrgenommen werden. Anstatt dass die noch mehr in Abschiebeflugzeuge investieren“, wie er resümiert. „Die sollen einfach mit uns reden, anstatt immer nur über uns“, fügt Navid leise und zustimmend hinzu. Solange es aber zu keinem Austausch kommt, versuchen sie das Versagen der Politik auf eigene Faust wieder wettzumachen. Wenn keiner genau hinschaut, dann eben alleine. „Wir regeln das unter uns“, meint Magomed, blickt kurz rüber zu Navid, der ihm zustimmend zunickt. Aber diesmal bedeutet dieser Satz nicht, gegeneinander zu kämpfen, sondern als geschlossene Front zusammenzuwirken und zu appellieren, dass diese sinnlosen Machtkämpfe aufhören müssen. Denn schlussendlich gehen beide Seiten als Verlierer aus diesem ewigen, nutzlosen Straßenkampf hervor.

 

*Namen von der Redaktion geändert

 

 

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