32 Stunden durch Europa

In diesen Sommerferien bin ich mit meinen Eltern in die Türkei gefahren. Am Morgen unserer Abreise bin ich dann immer schon sehr aufgeregt. Endlich ist der Moment da: Wir fahren in die Türkei! Obwohl ich nie gut aufstehen kann, stehe ich direkt auf und ziehe ich meine schönsten Sachen – ein cool bedrucktes Hemd, eine edle Hose und meine teuersten Schuhe - an und setze mich zu meiner Familie an den Tisch zum Frühstück. An diesem besonderen Morgen essen wir zum Frühstück Menemen, Pommes, Sucuk mit Eiern und dazu macht meine Mutter den Tee.

Wir haben zwei Autos, einen Audi Q5, den ich geil finde, und einen Peugeot Passat, den mein Vater für seine Arbeit als Maler und Anstreicher verwendet. Aber die Sache war folgende: Unser Audi Q5 hatte ein Problem mit dem Motor und er hätte keine lange Autofahrt durchgehalten.
Also mussten wir leider den nicht so coolen Passat nehmen, um 32 Stunden in die Türkei zu fahren. Ich wäre natürlich lieber mit dem Q 5 in die Türkei gefahren. Wir waren nicht alleine unterwegs, mein Onkel und der Freund meines Vaters sind mit ihren Autos uns hinterher gefahren.
Um ca. 16 Uhr sind alle unsere Verwandten, die in Wien wohnen, zu unserer Wohnung im 12. Bezirk gekommen und haben uns verabschiedet. Ich habe geholfen, die Koffer bis nach unten zu tragen, was ziemlich mühsam war, weil wir Kleidung für einen Monat und zusätzlich Schokolade, Tee oder andere Snacks für unsere Freunde und Familie in der Türkei mit eingepackt haben.
Endlich waren wir im Auto und die Reise konnte losgehen. Mein Onkel und der Freund meines Vaters waren immer hinter uns auf der Autobahn. Erst nach zweieinhalb Stunden waren wir über der österreichischen Grenze und in Tschechien. Während der Fahrt haben uns unsere Verwandten schon angerufen und uns gesagt, wie sehr sie sich auf uns freuen. In Ungarn hat mein Vater an der Tankstelle eine Vignette gekauft, damit wir auf der ungarischen Autobahn fahren können. Gott sei Dank konnten wir auch eine Toilettenpause machen, schließlich waren wir schon ein paar Stunden unterwegs. Danach führte uns unsere Fahrt nach Serbien, nur habe ich davon wenig mitbekommen, weil ich eingepennt bin. Auf halbem Weg bin ich dann langsam wieder wach geworden und habe die Landschaft, die die Autobahnen umgab, beobachtet. Es schaut schon sehr anders aus in Serbien. Danach kamen wir nach Bulgarien, wo mir dann schon ziemlich langweilig wurde. Lange Autofahrten halte ich dann immer nur aus, wenn ich meine Airpods dabei habe und Musik hören kann. Aber die Aufregung war trotzdem groß! Endlich fuhren wir über die bulgarisch-türkische Grenze, allerdings hatten wir da erst die Hälfte unseres Weges geschafft. Alle waren müde, vor allem die Fahrer, also mein Vater, der Freund meines Vaters und mein Onkel, die die ganze Fahrt über am Steuer gesessen sind.  Insgesamt hat es 16 Stunden gedauert bis zur türkischen Grenze gedauert. Damit wir uns ausruhen konnten, haben wir in Edirne 4 Stunden lang in einem Hotel gepennt. Dann erst ging es weiter nach Samsun, der Heimatstadt meiner Eltern. 32 Stunden lang waren wir unterwegs, durch fünf Länder ging unsere Reise und neun Leute waren in unserer Reisegruppe. Wir waren eine richtige Auto-Kolonne.
Nach dieser anstrengenden Fahrt habe ich mich erstmal ins Bett gelegt und richtig ausgeruht, ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie gut sich das angefühlt hat.

Arda ist 13 Jahre alt und besucht die NMS Herthergasse.

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