Kick it like Rapinoe!

Mädchenfußball

Schon mein ganzes Leben habe ich als junge Frau mit Diskriminierung im Fußball zu kämpfen. Frauen und Fußball? Passt das zusammen?

 

Ich bin 14 Jahre alt und spiele jetzt schon seit 7 Jahren Fußball. Begonnen habe ich mit sieben in einer Bubenmannschaft, seit letztem Jahr spiele ich in einer Mädchenmannschaft. Ich habe gewechselt, weil ich die Diskriminierung nicht mehr ertragen haben. Öfter haben die Jungs Sätze wie „Du wurdest von einem Mädchen besiegt“ oder „Wie kann ein Mädchen besser als du sein?“ zueinander gesagt, wenn ich mitgespielt habe und immer habe ich mich gefragt, wie sie darauf kommen, dass ein Mädchen nicht besser spielen kann als ein Junge.

Warum denken viele, dass Fußball ein Männersport ist? Sogar meine Eltern zweifelten manchmal daran, ob ich den richtigen Sport gewählt habe, weil ich bin ja ein Mädchen und anscheinend passen der Begriff Fußball und Mädchen nicht zusammen. Oftmals fühlte ich mich nicht wohl und hatte einfach das Gefühl , den Jungs nicht akzeptiert zu werden. Kleine Sachen wie die Entscheidung den Ball nicht zu mir zu spielen oder einfach der Fakt, dass die meisten Jungs mich automatisch als schlecht sahen, haben mich auch dazu bewegt in eine Mädchenmannschaft zu wechseln.

Obwohl ich eine leidenschaftliche Fußballspielerin bin, kenne nicht einmal ich einen einzigen Namen einer Profifußballerin. Über Messi und Ronaldo weiß ich dagegen alles, sie waren lange meine Vorbilder, heute frage ich mich, wieso ich keine Frauen im Fußball kenne? Obwohl Fußballerinnen wie die Amerikanerin Megan Rapinoe sagenhaft gut spielen.

Fußball ist ein großer Teil meines Lebens, aber trotzdem kann ich mir nicht vorstellen davon zu leben. Warum? In Gegensatz zu den Männer verdienen Frauen viel weniger Geld und können Fußball selten zu ihrem Hauptberuf machen. Nicht nur die Gehälter sind unfair, sondern auch die mangelnde Aufmerksamkeit und Interesse an den Fußballspielen der Frauen, macht die Vorstellung von Frauenfußball als Hauptberuf schwer. Ich bin mir sicher, dass es viele Mädchen gibt, die genauso denken wie ich und Sätze wie „Du bist ja ein Mädchen, warum machst du keinen anderen Sport“ bei ihnen ebenfalls keine Seltenheit waren. Außerdem gibt es insgesamt mehr Bubenmannschaften als Mädchenmannschaften, was sehr viele abschreckt und es schwer macht eine Mannschaft zu finden. Mein Fußballverein zum Beispiel hat schon seit Anfang an Schwierigkeiten Mädchen, die tatsächlich Interesse am Fußball spielen haben zu finden. Wir sind immer zu wenig in der Mannschaft. Wieso heißt es eigentlich Mannschaft, wenn wir nur Mädchen sind? Die große Frage, die ich mir stelle ist, ob Frauenfußball jemals die gleiche Aufmerksamkeit wie Männerfußball bekommen wird und wann sie endlich die gleiche Menge verdienen werden. Länder wie Norwegen, wo die Frauen-Nationalmannschaft das gleiche Budget wie die Männer-Nationalmannschaft bekommt, machen mir Hoffnung und ich hoffe, dass junge Mädchen wie ich, zukünftig nicht nur vom Fußball als Hauptberuf träumen müssen.

Maja ist 14 und besucht das Berndorf Bundesgymnasium.

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