Mein Onkel aus Bengasi

Ich heiße Ali. Ich möchte euch etwas über die Heimat meiner Eltern erzählen.

Sie kommen aus Bengasi, Libyen. Dort sind auch meine Geschwister geboren. Und Bengasi ist leider auch die Hochburg der IS. Die IS ist eine Terrororganisation, die versucht in  Bengasi, Misrata und Sirt die Herrschaft an sich zu reißen. Der Staat kämpft dagegen, deswegen herrscht Krieg auf den Straßen Bengasis. So wie in Syrien oder Irak, versucht die IS die geschwächten Länder zu destabilisieren und Einfluß zu gewinnen. 

Ich habe mit meinen Onkel Abakr, der in Bengasi lebt, gesprochen. Er klingt verzweifelt, als er mir von der jetzigen Situation erzählt. "Das alte Libyen gibt es nicht mehr. Es gibt nur noch Krieg, Bomben und Armut.", so mein Onkel.

Bengasi ist ein Kriegsgebiet. Die Schulen haben geschlossen, weil es sonst zu gefährlich für die Kinder ist. Meine Cousins und Cousinen sind davon betroffen. Sie müssen zu Hause bleiben und müssen höllisch aufpassen, wenn sie auf die Straße gehen. Denn es könnte jederzeit eine Bombe in der Nähe explodieren.

Mein Onkel erzählte mir noch, dass man nicht an sein Erspartes kommt, weil alle Banken ausgeraubt werden. Deswegen versteckt er sein Geld in einem Safe. Seine Frau, also meine Tante, darf auch nur mit Kopftuch herausgehen, das ist die Schuld der IS-Milizen, die das so verlangen. 

Mein Onkel hofft, dass der IS ein baldiges Ende erfährt und dass der libysche Staat Stärke zeigt und wieder für Frieden sorgt. Das hoffe ich auch, weil es schon zu viele Toten in diesem sinnlosen Krieg gab und mir Libyen sehr wichtig ist. 

Ps: Aus Sicherheitsgründen will mein Onkel kein Foto von sich im Internet sehen. Ich bitte euch, das zu verstehen.

 

Zum Autor: Ali Elshebli geht in die 3b der Wiener Mittel Schule Leipziger Platz im 20. Bezirk.

 

 

 

 

  

 

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