Meine Flucht nach Österreich

Als Damaskus 2015 bombadiert wurde, bin ich mit meiner älteren Schwester und mit meinem Burder von Syrien nach Österreich geflüchtet. Meine Eltern hatten nur Geld für meine Schwester, für meinen Bruder und mich. Sie mussten mit meiner Zwillingsschwester, meinem kleinem Bruder und meiner großen Schwester in Syrien bleiben. Die Bomben haben unsere Nachbarwohnungen getroffen und zerstört. Wir sind mit dem Auto zum Flughafen, dann in die Türkei, von der Türkei mit dem Schlauchboot nach Griechenland. Es waren so viele Menschen auf dieem Boot. 70 oder so. Ein kleines Baby, das mit uns mitgefahren ist, ist auf dem Boot noch gestorben. Im Meer war so viel Blut und ich musste weinen. Danach sind wir nach Mazedonien. Wir waren auf dem Boden, wir haben jeden Tag auf dem Boden geschlafen. Es war so kalt. Man kann nichts machen, nicht sitzen, nichts, es war so kalt. Danach sind wir nach Slowenien gegangen. In Slowenien sind wir in den Zug nach Österreich gestiegen. Dort hat mich ein Mann in den Zug gezogen und hat mir den Arm gebrochen. Jetzt kann ich meinen Arm nicht mehr so gut bewegen. Aber Schmerzen habe ich keine mehr. Am ersten Tag war ich in Wien bei meinen Cousinen und am nächsten Tag bin ich nach Klagenfurt gekommen. Meine Schwester, mein Bruder und ich waren in Klagenfurt mit vielen Menschen in einem Camp. Im Camp habe ich ein bisschen Deutsch gelernt. Nach zwei oder drei Monaten ist ein Mann zu uns gekommen und meinte, er kann mich und meine Geschwister zu sich nehmen. Er war so nett mit mir. Er war für mich wie mein Opa. Er hat mich zum Libro genommen und mir alles für die Schule gekauft, was ich wollte. Wenn ich krank war, hat er sich um mich gekümmert und ich musste nicht in die Schule. Dort waren wir über zwei Jahre. Ich vermisse ihn. Ich hoffe, dass ich ihn zu Weinachten besuchen kann. Seit einem Jahr wohne ich nun in Wien. Seit August sind auch meine Eltern und meine Zwillingsschwester in Wien. Das war das tollste Gefühl für mich, ich kann es gar nicht beschreiben. Wenn ich groß bin, will ich Kindergärtnerin werden und erst spät heiraten. Ich will noch viel erleben, viel Geld verdienen, bevor ich heirate und Kinder bekomme.

 

Weam ist 14 Jahre alt und besucht die NMS Stromstraße

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