Vom Frauenhaus ins Einfamilienhaus

Als ich zwei war, trennten sich meine Eltern. Als ich vier war, mussten wir zur Caritas, weil meine Mutter nicht viel Geld hatte. Meine Mutter hat immer von 5 Uhr bis 20 Uhr gearbeitet. Ich musste immer alleine zu Hause bleiben. Für mich war das normal. Mit 5 mussten wir ins Frauenhaus. Ich dachte damals, dass jeder so wohnt.  Nach 6 Monaten musste ich nach Baden, weil meine Mutter nach Moldawien musste weil ein Familienmitglied schwer krank wurde. Meine Freundin, bei der ich damals wohnte, musste zur Schule und ihre Mutter zur Arbeit. Das heißt, ich war sehr lange alleine. Die Mutter meiner Freundin hat in einer Firma gearbeitet, wo der Chef sehr seltsam war. Irgendwann wollte er Geld von ihr und drohte ihr, mich wegzunehmen. Zum Glück hat das der Nachbar bemerkt und die Polizei gerufen. Er wurde verhaftet. Ich habe das bis jetzt noch nicht verdaut. Als meine Mutter wieder gekommen ist, dachte ich,  es wird jetzt alles besser. Es stimmte zum Teil. Wir zogen in eine Sozialwohnung um. Es war ähnlich wie bei der Caritas. Die Wohnung war sehr klein. Als ich 7 war wohnte auch der Freund meiner Mutter mit uns. Er half uns sehr viel. Die Wohnung war sehr klein. Die Duschen und die Toiletten waren draußen am Gang. Nach 4 Jahren zogen wir wieder um aber diesmal in eine richtige Wohnung.  Erst dann hab ich wirklich Freunde gefunden und bin raus gegangen. Mit 14 hab ich angefangen zu Rauchen. Hab es von anderen gesehen und wollte es auch ausprobieren. Und leider auch andere Drogen. Jetzt ist alles besser, wir ziehen bald in ein Einfamilienhaus. Trotz meiner schwierigen Kindheit habe ich mein Leben jetzt im Griff und hoffe, dass meine Kinder einmal eine leichtere Kindheit haben werden.

Die Autorin ist 14.

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