"Du bist nicht dünner, nur weil du dir XS kaufst."

10. Juli 2015

Die Bloggerin Leonie Rachel hat neben ihrer Tätigkeit als Bloggerin bis vor Kurzem im Verkauf gearbeitet und weiß nur zu gut, wie chaotisch es zugehen kann. In diesem Gastkommentar erzählt sie von ihren skurrilsten Erlebnissen im Einzelhandel und gibt Tipps an alle Einkaufswütigen da draußen.

Leonie-Rachel, Bloggerin
Leonie-Rachel

1.Du bist nicht dünner, nur weil du dir XS kaufst.
Hosen sollten auch passen, wenn man sich hinsetzt. Und nein, es liegt nicht immer am Schnitt. Du kaufst dir die Hose und bringst sie wutentbrannt zurück, weil sie nicht passt? Niemand, der dich kennenlernt, guckt auf dein Kleideretikett. Ob da jetzt XS oder XL steht, sollte egal sein. Falls dich jemand auszieht und einen Blick auf das Etikett erhascht, wird ihm/ihr hoffentlich egal sein, ob da nun XS oder was auch immer drinnen steht. Trotzdem ein kleiner Profi-Tipp von mir: Etikett rausschneiden, es kratzt sowieso nur.

2. Bitte vergiss deine Höschen nicht!
Lass das Höschen an - auch in der Kabine. Keiner will es dann raustragen müssen, falls du vergisst, es wieder anzuziehen. Und lass dein Höschen auch nicht zu Hause und falls doch: Mach zumindest den Vorhang der Umkleidekabine richtig zu.

3. Es gibt Öffnungszeiten.
Die Personen, die in den Geschäften arbeiten, würden auch gerne mal pünktlich nach Hause gehen. Denn es ist nicht so, dass der Laden schließt und alle gleich gehen. Nein, es wird danach noch aufgeräumt. Und wenn du dann freundlich darauf hingewiesen wirst, dass die Garderoben bereits geschlossen sind, das Geschäft eigentlich schon seit zehn Minuten geschlossen sein sollte, wirf nicht den Kleiderbügel nach der Verkäuferin, die einfach nur noch erledigt ist.

4. Es muss nicht die unterste Jeans sein.
Wenn du siehst, dass gerade alle Jeans fein säuberlich gefaltet werden, versuche nicht die unterste rauszuziehen, nur weil du annimmst, das ist deine Größe. Und lass auf gar keinen Fall den Chaos-Stapel einfach auf dem Boden liegen und schaue die Verkäuferin nicht verdutzt an, bevor du weggehst und meinst „Man findet da ja eh nie was."

5. Umtausch-Dilemma.
Wenn du dir Schuhe um 40 Euro kaufst, die schon danach schreien, dass sie Blasen machen, versuch’ nicht sie umzutauschen, nachdem du sie auf der Straße getragen hast. Schon gar nicht mit dem Satz „wie soll ich denn herausfinden, ob sie weh tun, wenn ich sie nicht trage“. Nachdem du dir offensichtlich eine Prada-Tasche, eine Hermes-Geldbörse und eine Chanel-Brosche leisten kannst, wirst du wohl auch eine Wohnung haben, in der du ein paar Schritte gehen kannst.

6. Finger-Geklopfe.
Die Verkäuferin ist nicht schneller an der Kassa, wenn du gestresst mit den Fingern klopfst. Nein, meistens wird man da langsamer, weil man versucht, eine Morse-Code aus deinem Geklopfe herauszuhören.

7. Sale-Zeit …
ist nicht die Zeit, in der du anfangen solltest, zu fragen, wo denn der Pullover in Größe M sei, den du vor vier Wochen da hinten im Regal gesehen hast. Ohne Artikelnummer geht da gar nichts. Die Verkäuferin war vor vier Wochen nämlich nicht dabei, um den Pullover mit dir zu bewundern.

8. Bitte, danke.
Die Wörter „Bitte“ und „Danke“ wurden noch nicht gegen „hey“ und „schnell“ ersetzt. Danke!

9. Schmeiß’ es nicht einfach weg.
Du schlenderst durch den Laden, im Arm ein wunderbares Kleid, plötzlich willst du es nicht mehr. Dann bitte, hänge es nicht irgendwohin oder schmeiß es schon gar nicht auf die nächste Fläche, die du siehst. Gib es einer Verkäuferin oder lege es in die Garderobe bzw. nimm dir die eine Minute und hänge es zurück.

10. Apropos suchen.
Du warst so schlau und hattest eine Artikelnummer, aber das Verkaufspersonal schickt dich in eine andere Filiale. Dann sag' niemals: "Aber die haben gesagt, bei euch gibt es noch ein Stück." Erstens, der Computer hat nicht immer Recht. Zweitens, nur weil es angeblich im Geschäft sein soll, ist es nicht immer (gleich) zu finden. Denn es gibt Menschen, die wie unter Punkt 9 beschrieben, die Sachen irgendwo liegen lassen.

11. Wir sind nicht bei Gucci.
Wenn dir ein Schnitt nicht passt, ähm, naja, dann ist das halt so. Du willst ja auch nicht mehr als 40 Euro für eine Jeans zahlen.

Im Endeffekt wissen wir beide, Mode ist nicht der heilige Gral. Vielleicht macht dich das Kleid super-glücklich, aber es ist nicht das Wichtigste auf der Welt. Deswegen sei lieb zu deiner Umwelt und spinn nicht rum.

Bereich: 

Das könnte dich auch interessieren

BLAB
Was Frau bewegt Zeig mir dein Insta-...
toto
„Die Leiden des jungen Todor“ Von...
.
Von Ivana Cucujkić-Panić Ja ja, Kinder...

Anmelden & Mitreden