„Ich will nicht Schweinefresser genannt werden“

25. Februar 2013

 

„Ich will nicht Schweinefresser genannt werden“

Sie sind gegen Rassismus und gegen den Islam, gegen Ausländerfeindlichkeit und gegen Zuwanderung. Sie sind „identitär“ und treffen den rechten Nerv so mancher Österreicher.

Am 10. Februar stürmen neun Männer in die Wiener Votivkirche um gegen den Protest der Flüchtlinge zu demonstrieren; die „Besetzung der Besetzung“, wie sie sagen. Sie wollen auf „politische Missstände und Asylmissbrauch“ aufmerksam machen und ihre „Heimat verteidigen“, sagt einer von ihnen. Auf Ihren Flyern und auf ihrer Homepage steht „0% Rassismus und 100% Identitär“ und „Anti-Multikulti“. Nach fünf Stunden ist die Besetzung der Besetzung vorbei und die neun Männer, Mitglieder der „Identitären Bewegung Österreichs“ (IBÖ), werden von der Polizei aus der Kirche begleitet.

Wir treffen Alexander Markovics, den Obmann der „Wiener Identitären Richtung“ und der „Identitären Bewegung Österreichs“, eine Woche später im Wiener Kaffeehaus „Tirolerhof“. Er trinkt Melange und sitzt unter einem Bild des Heldenplatzes. „Ich habe nichts gegen die ausländische Gastronomie und Küche, solange es nicht zu viel wird. Aber mir persönlich schmeckt die türkische Küche beispielsweise nicht“, sagt er. Er ist stolz, ein echter Wiener zu sein. Er spricht laut und mit tiefer Stimme, hat sich für das Treffen mit uns extra einen Anzug angezogen. Auf den ersten Blick wirkt er gar nicht wie ein 21-jähriger Politik- und Geschichtsstudent. Bei unserem letzten Treffen im Jänner sprach er leiser, wirkte unsicher. Eigentlich wollte er auch gar nicht mit Journalisten reden. Heute fühlt er sich stark.

Identitäre in Österreich

„Wir wollen den Wienern ihre eigene Geschichte und Kultur bewusst machen, weil viele ihre Kultur gar nicht kennen“, sagt Markovics. „Wiens Identitäre Richtung“ – kurz W.I.R. – wurde vor einem Jahr gegründet. Heute zählt die Bewegung nach eigenen Angaben etwa 14 fixe Mitglieder und 40 Aktivisten. „Dabei leitet uns eine Liebe zum Eigenen – kein Hass auf das Fremde!“, steht auf der Homepage. Und ein paar Zeilen weiter: „Heute stellt vor allem die Islamisierung in Wien und auch im restlichen Europa eine große Bedrohung dar.“ Markovics und seine Anhänger sehen sich als Patrioten, die ihre Heimat vor der „Islamisierung und Überfremdung“ schützen wollen, nicht als ausländerfeindliche Rassisten. „Ich will nicht in meiner Heimatstadt als Schweinefresser und scheiß Schwabo beschimpft werden“, erzählt er. „Wir haben nichts gegen andere Kulturen, wir respektieren alle Türken, Deutschen und Araber. Aber wir wollen unsere eigene Kultur wahren und erhalten.“

Unter dem Namen „Identitäre Bewegung Österreichs“ haben sich nun auch Identitäre aus Linz, Salzburg, Wien und Graz zusammengeschlossen, inspiriert von identitären Gruppen aus Frankreich und Deutschland (siehe Kasten). Etwa 100 Anhänger werden österreichweit vermutet. Die Facebook-Seite der IBÖ zählt kurz vor Redaktionsschluss über 1.300 Likes. Auch hier ist der Feind klar: Multikulti und der starke Einfluss des Islams. „Wir werden nicht weichen und für den Erhalt unserer ethnokulturellen Identität kämpfen“, sagt der Obmann. Beide Vereine finanzieren sich durch Spenden und dem eigenen Geld der Aktivisten. Woher diese Spenden genau kommen, sagen sie nicht.

Feindbild Islam

Auf den ersten Blick erscheint die Idee zum Erhalt der heimatlichen Kultur, der Wiener Kaffeehäuser, Lieder und Traditionen richtig sympathisch. Und das Ganze ohne Fremdenhass? Mit Ausländerfeindlichkeit und Judenhetze gewinnt man heute kaum Anhänger. Mit der Angst vor der Islamisierung und Überfremdung Europas trifft die Bewegung aber einen Nerv – genau wie Thilo Sarrazin in seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“. Sie treffen den Nerv einer Gruppe verunsicherter Österreicher, denen Kopftuchträgerinnen und Multikulti ein Dorn im Auge sind. In dieser Hinsicht stimmen sie mit der FPÖ und rechtsradikalen Gruppen überein. „H.C. Strache spricht auch Fragen der Identitären an, aber er verschweigt, dass wir Österreicher selbst an diesem Zustand Schuld sind“, sagt Markovics über den FPÖ-Chef.

Nazis im Schafspelz?

Die Mitglieder und Sympathisanten der „Identitären“ sind jung, eher männlich und vorwiegend Studenten und Schüler. Seit Kurzem interessieren sich angeblich auch Wiener mit ex-jugoslawischen Wurzeln für die Bewegung. „Weil sie sich selbst als Wiener fühlen. Sie haben sich in Wien eingelebt, leben unsere Kultur und sprechen unsere Sprache. Und sie haben ihre Wurzeln in der Hinsicht abgelegt. Wir haben keine Zugangsbeschränkungen.  Jeder, der unsere Grundsätze akzeptiert, ist willkommen“, sagt der Obmann. Auch „enttäuschte“ FPÖ-Sympathisanten und katholische und schlagende Burschenschafter sind unter den Anhängern. Um welche Burschenschaften es sich genau handelt, möchte Markovics nicht verraten. Ist die neue identitäre Bewegung doch ein Sammelbecken für Anhänger rechter und rassistischer Ideen?

„Wir sind weder links, noch rechts“, versichert der Obmann. Das sieht Andreas Peham vom „Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands“ (DÖW) anders. Er beobachtet Rechtsextremismus und rechte Strömungen in Österreich und will unter den neun Aktivisten, die die Votivkirche besetzt hatten, zwei Anhänger des noch nicht rechtskräftig verurteilten Neo-Nazis Gottfried Küssel gesehen haben. Vor zwei Jahren seien sie mit ihm in Dresden bei einer NS-Veranstaltung aufgetreten. „Zwei Jahre später tauchen sie bei den Identitären auf und wollen keine Nazis mehr sein?“, fragt er. Markovics erwidert: „Diese Personen haben mir glaubhaft versichert, dass sie nichts mehr mit der rechtsradikalen Szene zu tun haben und ihre Taten sogar bereuen. Jetzt bekommen sie einen Vertrauensvorschuss.“

Sogar der österreichische Verfassungsschutz ist auf die Gruppe aufmerksam geworden: „Auch in Österreich beobachtet der Verfassungsschutz die Entwicklung. Wenn wir strafrechtlich relevantes Verhalten sehen, werden wir einschreiten“, sagt Karl-Heinz Grundböck, ein Sprecher des Innenministeriums.  „Es ist die Aufgabe des Verfassungsschutzes zu beobachten. Ich stehe dem gelassen gegenüber“, sagt Markovics.

 

 

Info:

 

Identitäres Europa

Identitäre Bewegungen gibt es auch in anderen europäischen Ländern wie Frankreich, Deutschland, Italien, Liechtenstein und der Schweiz. Sie werden der „Neuen Rechten“ zugeordnet und sprechen sich gegen Multikulti, gegen Islamisierung und Zuwanderung aus. Gleichzeitig betonen sie, nicht rassistisch oder fremdenfeindlich gesinnt zu sein. Sie machen durch Flyer und Aktionen auf sich aufmerksam. So besetzten beispielsweise 60 Mitglieder der französischen „Génération Identitaire“ im Herbst das Dach einer Moschee. In Deutschland störten Identitäre die Interkulturellen Wochen in Frankfurt am Main. Vor der Aktion in der Votivkirche stürmten junge, „identitäre“ Männer mit Schweins- und Affenmasken vergangenen Herbst ein Tanzfest der Caritas in Floridsdorf. Europaweit treten alle Identitären unter dem griechischen Lambda auf.

 

 

Info: Die Symbole der Identitären

Das Symbol von „Wiens Identitärer Richtung“ ist die Sturmsense, eine Dreizack-ähnliche Verteidigungswaffe, die im Kampf gegen die Zweite Türkenbelagerung in Wien verwendet wurde. Die Botschaft ist eindeutig: die Verteidigung der Heimat vor der Bedrohung durch das Fremde und den Islam. Das Erkennungssymbol der „Identitären Bewegung Österreichs“ ist der griechische Buchstabe Lambda. In ganz Europa treten identitäre Bewegungen und Gruppen unter diesem Symbol auf. Der elfte Buchstabe im griechischen Alphabet zierte schon die Fahne von Sparta, das 480 vor Christus unter König Leonidas gegen die Perser gekämpft hat. Auch hier ist der Feind klar: die Bedrohung durch das Fremde.

 

 

Von Marina Delcheva, Marko Mestrović (Fotos)

 

Bereich: 

Kommentare

 

Sieh an sieh an... der junge Herr Markovics ist also gegen "Multi-Kulti" & "Einwanderung", jedoch sollte er sich seinen Familiennamen genauer unter die Lupe nehmen, denn es ist zweifelsfrei & offensichtlich dass der Name "Markovics" ein serbischer Familienname (Марковић - Marković) ist der orthographisch ins Ungarische umgeschrieben wurde, was darauf zurückschließt, dass Markovics's serbische Vorfahren höchstwahrscheinlich frühesten ab dem 17 Jahrhundert vor den Osmanen aus Serbien in den ungarischen Teil der K.u.K. Monarchie geflüchtet sind (die heutige Vojvodina, Militärgrenze -Slawonien, Kroatien, Dalmatien) und sich dort sesshaft gemacht haben. 

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, denn zu erwähnen ist, dass höchstwahrscheinlich Markovics's serbische Ur-Ur-Ur-etc-Großväter auf der Militärgrenze Österreich-Ungarn vor den Türken beschützt haben. Offensichtlich hat der identitäre Markovics selbst etwas von seinen Vorfahren geerbt, nämlich dass er seine (jetzige) Heimat - Österreich - vor den Moslems beschützen will... 

 

 

 

mimimi mein name ist markovics und ich hab zu viel freizeit

 

wirklich erbärmliche aktion die sie in der votivkirche abgezogen haben. gehen in eine kirche um 30 ausgehungerten und schwachen leuten angst zu machen um so irgendeine reaktion zu provozieren.

das hat nichts mit links oder rechts sein zu tun. das ist ein frage des anstands.

das sind nichts außer kleine buben die sich nicht mal im geringsten vorstellen können wie es ist in der haut eines asylanten zu stecken.

dennoch, super artikel!

 

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