3 Minuten mit Omar Al Kaissi

06. Juli 2023

mpferische Frauen- oder Tierfiguren, kriegerische und erotische Szenen, und mystische Symbole und Kalligraphie: Die Tattoos von Omar Al Kaissi sind unverkennbar. Wir trafen den irakischstämmigen Künstler in seinem Studio bei Ex Machina in Margareten. 

 

Interview: Nada El-Azar-ChekhFoto: Atila Vadoc

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©Atila Vadoc

 

biber: Wie kamst du dazu, hauptberuflich Tätowierer zu werden? 

Omar Al Kaissi: Ich habe immer schon gezeichnet und hatte meine ersten Berührungspunkte mit Tattoos schon in Tunesien, wo ich aufgewachsen bin. In der Berberkultur sieht man immer noch ältere Frauen mit typischen Hand- und Gesichtstattoos. Mit 18 habe ich meine ersten kleineren Tattoos gestochen und mich weiter mit Malerei beschäftigt. Meine Eltern legten immer einen großen Wert auf einen Abschluss. Ich bin der erste Künstler in einer Ärztefamilie, und erst nachdem ich Tätowieren zu meinem Beruf gemacht habe, haben meine Eltern wirklich verstanden, dass das ein Job sein kann.

 

Deine Motive haben einen ganz eigenen Stil – woher nimmst du die Inspiration für deine Arbeiten?

r mich hat meine Kunst viel mit der Suche nach meinen eigenen Wurzeln zu tun – meine Familie kommt ursprünglich aus dem Irak, aber ich bin in Tunesien geboren und aufgewachsen und kenne meine Heimat bis heute nicht. Ich ziehe vor allem Inspiration aus der östlichen Mythologie, also aus alten arabischen, persischen, babylonischen und assyrischen Motiven und kombiniere das Ganze mit arabischer Kalligraphie. 

 

Die arabische Schrift ist seit einigen Jahren ein regelrechter Tattoo-Trend. Wie stehst du dazu?

Ich sehe häufig Motive, die wie aus Souvenirshops wirken. Zugegeben, anfangs habe auch ich mehr in diese Richtung gearbeitet. Aber nach meiner langen Reise und Identitätsfindung habe ich eine Ästhetik gefunden, die deutlich mehr Tiefgang hat und ein Produkt aus unterschiedlichen Traditionen ist. 

 

Wie sieht dein Arbeitsplatz aus?

 

Zuhause ist mein Arbeitstisch ein Esstisch mit vielen Farben, an dem ich mit Pinsel und Tusche die Entwürfe mache. Digital mit iPad arbeite ich eher wenig, da bin ich noch sehr oldschool.

 

Was ist das Wichtigste, das du im Laufe der Zeit im Tattoostudio gelernt hast, und was sind deine Pläne für die Zukunft?

Als Tätowierer muss man sich gut in den Kunden einfühlen können und mit ihm oder ihr in Austausch stehen, was das Motiv und den Schmerz angeht. Ich habe die letzten 18 Jahre in Wien verbracht und auch in Städten wie Brüssel oder London gearbeitet. Nun möchte ich es mit Asien probieren, so weit weg war ich bis jetzt noch nie. 

 

Wer ist er?

Name: Omar Al Kaissi 
Alter: 31
Insta: @hyenavienna 
Fun Fact: Hat seine Ausbildung zum Psychotherapeuten abgebrochen.

 

 

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