Das sagt unser amerikanischer Praktikant zum Kurz-Gebet

18. Juni 2019

Am Wochenende beteten zehn Tausend Christen in der Wiener Stadthalle. Im Rahmen des „Awakening Austria“-Treffens, bei dem sich junge, gläubige Menschen aus der ganzen Welt versammelten, um ihre Liebe zu Jesus zu demonstrieren. So weit, so gewöhnlich.  

Ungewöhnlich war der Grund für das spontane Gebet. Erzbischof Schönborn leitete die Kommunion, die eigentlich für Neo-Gläubige gedacht war. Er holte plötzlich Ex-Kanzler Sebastian Kurz auf die Bühne, um für ihn zu beten. "Wir danken [Gott] so sehr für diesen Mann„, sagte der Erzbischof.

Kein Religionsunterricht

Für mich als Amerikaner ist das ein bisschen komisch. Bei uns gibt es die Trennung  von Kirche und Staat. Wenn das selbe in Amerika mit Trump passiert wäre, hätten die Nichtchristen einen ziemlich Aufstand gemacht. Der amerikanische Kongress darf keine Religion über eine andere stellen. Er darf Gesetze einführen, die der Religion widersprechen – wie die Legalisierung von Abtreibung. Aber er darf sich nicht für eine Religion deklarieren. Aus diesem Grund gibt es Amerika in den öffentlichen Schulen auch keinen Religionsunterricht.

Trump hatte unlängst am 2.6 den Pastor David Platt spontan angefragt, damit dieser ein Gebet in der Kirche für ihn hält. Das ist sehr ungewöhnlich für einen amerikanischen Präsidenten, der sonst nur bei der Einweihung traditionell den Segen der jeweiligen Kirche erhält. 

Kurz aus Kalkül vs. Ego-Trump

Meiner Meinung nach ist Trump nicht religiös, egal was er über die Bibel sagt; er steht nicht in der Bibel, also ist sie ihm wurscht. Kurz hätte wissen müssen, wo er eingeladen wurde. Die meisten der Besucher des „Awakening Austria“ waren ohnehin internationale Christen, die ihn im September gar nicht wählen können. Trotzdem hat er es aus Kalkül für Stimmen gemacht. Trump wollte es weniger für Stimmen als für sein Ego machen.  Sonst hätte er sich im letzten Wahlkampf öfters in Gegenwart von Klerikalen blicken lassen.

 

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